Konsens gefunden

Die Wasserversorgung der Ortschaft Cobbenrode ist auf die Gemeindewerke Eslohe übertragen worden. Die Auflagen des Kreisgesundheitsamtes sind nach Meinung des Vorstandes nicht mehr zu schultern.

Der Wasserbeschaffungsverband Cobbenrode hielt seine jährliche Mitgliederversammlung ab, bei der 80 Mitglieder anwesend waren. Wichtigster Tagesordnungspunkt war die "Übertragung der Wasserversorgung Cobbenrode auf die Gemeindewerke Eslohe."

Der WBV betreibt seit dem Ende der 50er Jahre die Wasserversorgung in Cobbenrode in eigener Zuständigkeit, mittlerweile auch für die Ortschaften Henninghausen, Leckmart, Schwartmecke und Obermarpe. Nicht zu bewältigende Probleme bereiten unter anderem die Auflagen des Kreisgesundheitsamtes, die Installierung einer Aufbereitungsanlage und einer Entsäuerungsanlage für die Obere Vosselquelle, die nach dem jüngsten Wasserschaubericht erforderlich wird. Diese Anlage erfordert die Bestellung eines technisch Verantwortlichen mit der Qualifikation eines eximierten Wassermeisters, sobald eine solche Anlage zu betreuen ist. Diese Forderungen stützt das Kreisgesundheitsamt auf die zurzeit geltende Trinkwasserverordnung.

Der Vorstand teilte den Verbandsmitgliedern mit, dass aufgrund des Wasserschauberichts des Gesundheitsamtes völlig neue Auflagen gemacht und Forderungen erhoben worden sind, die der Vorstand für nicht mehr erfüllbar hält. Erhebliche neue finanzielle Belastungen des bereits recht hohen Wasserpreises von 0,90 Euro/m³ in Cobbenrode, im Vergleich zu den üblichen Wasserpreisen in der Gemeinde Eslohe von 0,75 Euro/m³ weitere Erhöhungen kaum zulässt.

"Die Kosten laufen Cobbenrode davon"

Die Lösung in Richtung Gemeindewerke sei der richtige Weg, erklärte Franz-Josef Dünnebacke, Beisitzer des Verbandes: "Die Kosten laufen in Cobbenrode davon, wenn man es realistisch sieht". In zwei Schritten soll die Aufgabe der Wasserversorgung auf die Gemeinde Eslohe übertragen werden, weil sie so nicht mehr geführt werden kann. Der Vorstand jedoch habe in den letzten Jahren gute Arbeit geleistet. "Wenn Gerhard Kranauge, Vorsitzender des WBV, nicht so ein Stehvermögen gehabt hätte, wären wir heute nicht mehr existent", lobte Dünnebacke. In den letzten 15 Jahren haben zwölf Ortschaften in der Gemeinde ihre Selbstständigkeit aufgeben müssen. Es gehe heute Abend darum, die Probleme zu verlagern, auf eine Ebene, wo die Kosten auf breiteren Schultern getragen werden. Bürgermeister Stephan Kersting und Christian Hermesmann, Betriebsleiter der Gemeindewerke erklärten: "Wir wollen keine Angst schüren und kein Druck machen, auch wollen wir keinen WBV anziehen, wenn sie sich entscheiden die Auflagen zu erfüllen soll es uns Recht sein." Drei Stunden wurde verhandelt und Überzeugungsarbeit geleistet, bis man sich zu folgendem Schritt entschied. Zum 1. Juli geht die technische Verantwortung auf die Gemeindewerke über. Der WBV bleibt bis 31. Dezember für alle Einnahmen und Ausgaben zuständig. Ab 1. Januar 2012 gehen alle vorher genannten Aufgaben und Zuständigkeiten vom WBV auf die Gemeinde Eslohe über. Mit zehn Gegenstimmen undfünf Enthaltungen von 80 möglichen Stimmen - eine deutliche Zwei-Drittel-Mehrheit - wurde der Neukonzeption zugestimmt.

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