Jährlich mehr als 260.000 KW Energie-Einsparung

Ruhrverband optimiert Kläranlage in Bremke

Dr. Klaus Kruse vom Ruhrverband erklärt Bürgermeister Stephan Kersting die Umbaumaßnahmen am Klärwerk Bremke.
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Dr. Klaus Kruse vom Ruhrverband erklärt Bürgermeister Stephan Kersting die Umbaumaßnahmen am Klärwerk Bremke.

Bremke - Der Ruhrverband hat die Kläranlage Eslohe-Bremke optimiert. Durch den Umbau werden in Zukunft voraussichtlich mehr als 260.000 Kilowattstunden Energie und über 70.000 Euro Betriebskosten pro Jahr eingespart. Gut zwei Millionen Euro hat der Ruhrverband in die Maßnahmen investiert. In einem Gespräch vor Ort infomierte Dr. Klaus Kruse, Regionalbereichsleiter Nord des Ruhrverbandes, Eslohes Bürgermeister Stephan Kersting über den aktuellen Stand.

Die umfangreichen Umbaumaßnahmen an dem Klärwerk an der Wenne in Bremke hatten bereits im vergangenen Jahr begonnen und werden im Herbst 2020 abgeschlossen.

Im Rahmen einer systematischen Energieanalyse habe sich das große energetischen und wirtschaftliche Verbesserungspotenzial der Kläranlage ergeben. „Im Fall unserer Anlage hier in Eslohe-Bremke hat sich gezeigt, dass durch eine kontinuierliche Schlammbehandlung und eine betriebliche Optimierung der Belebung Einleitungsfrachten in die Wenne verringert und vergleichmäßigt werden können“, berichtete Kruse. Deshalb habe sich der Ruhrverband entschlossen, in diese Maßnahme über zwei Millionen Euro zu investieren. Vor allem bei der biologischen Reinigung gab es enormes Einsparungspotenzial. „Die bestehende Technik war vor 20 bis 25 Jahren damals die wirtschaftlichste“, so Kruse. Durch steigende Strompreise seien die Betriebskosten aber in die Höhe gegangen.

„Deshalb haben wir an drei Stellen etwas gemacht, an den mechanischen Stufen, am Belebungsbecken und bei der Schlammbehandlung“, erklärte Kruse. Im Bereich der mechanischen Stufen wurde das Rechengerinne verbreitert und so die hydraulische Situation des Kläranlagenzuflusses verbessert. Auch die Rechenanlage wurde optimiert: Ein neuer, leistungsfähigerer Harkenumlaufrechen mit sechs Millimetern Spaltweite löste den bisherigen Filterstufenrechen ab. Ein neuer Sandfang mit entsprechender Sicherheitstechnik werde ebenfalls noch installiert.

Energiesparende Druckbelüftung

Innerhalb der biologischen Reinigungsstufe wurde eines der drei Belebungsbecken zur nachgeschalteten Denitrifikation umgebaut, damit der bei der Abwasserreinigung anfallende Stickstoff besser abgebaut werden kann. Die beiden verbleibenden Belebungsbecken wurden von der bisherigen Oberflächen- auf energiesparende Druckluftbelüftung umgestellt. 80 bis 90 Prozent des gesamten Energieeinsatzes erfolge in diesem Bereich. Mit dem Umbau habe man hier eine Energieeinsparung von rund 50 Prozent, so Kruse. Darüber hinaus wird die Abwärme der Gebläse über Wärmetauscher zur Beheizung von Gebäuden genutzt. Im Bereich der Schlammbehandlung finden neue maschinelle Überschussschlammeindickung und der Schlammstapelbehälter zur Reduzierung der abzufahrenden Klärschlammmenge in einem eigens zu diesem Zweck errichteten Neubau Platz. Sie ersetzen die beiden bisher in Betrieb befindlichen Schlammplätze. Hier wurde das alte System aus Gründen des Gewässerschutzes durch ein moderneres ersetzt. Der Standort in Bremke sei der erste mit dieser Technik, erläuterte Kruse. Damit setze der Ruhrverband auf eine kontinuierliche Entwässerung im Sinne der gestiegenen Anforderungen an Klärwerke und Gewässer.

„Den Umfang der realisierten Stromeinsparungen finde ich sehr beeindruckend“, zog auch Bürgermeister Kersting ein positives Fazit der Besichtigung.

Die Kläranlage Eslohe-Bremke des Ruhrverbands hat eine Ausbaugröße von 14.500 Einwohnern und Einwohnergleichwerten und ein Einzugsgebiet von fast 870 Hektar, das zum überwiegenden Teil (über 600 Hektar) Ortsteile der Stadt Schmallenberg umfasst. Zuletzt war die Kläranlage in den Jahren 1998 bis 2001 umfassend modernisiert und erweitert worden.

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