Umbenennung des „Josefa-Berens-Weg“ beschlossen

Straßenname wird geändert

Der „Josefa-Berens-Weg“ wird in „Goldschmidt-Weg“ umbenannt. Foto: Erika Biskoping

Der Umbenennung der Straße „Josefa-Berens-Weg“ in Eslohe hat der Rat in der jüngsten Sitzung zugestimmt. Schon bald werden die 12 Familien (sieben Anlieger) von der Gemeinde schriftlich darüber in Kenntnis gesetzt.

Der alte Straßenname soll durchgestrichen werden. Der neue Name „Goldschmidt-Weg“ wird darunter auf einem separaten Schild angebracht.

Begründet wird die Umbenennung nach der Erkenntnis aus neuen Forschungen: Josefa Berens-Totenohl wurde am 30. März 1891 in Grebenstein als Tochter eines Schmieds geboren und ist am 6. Juni 1969 in Meschede gestorben. In Lennestadt-Saalhausen wurde sie bestattet. Sie war eine deutsche Schriftstellerin und Malerin. 1925 zog sie ins sauerländische Gleierbrück (heute Ortsteil von Lennestadt). 1931 abonnierte sie den Völkischen Beobachter und beantragte erfolgreich, in die NSDAP aufgenommen zu werden. Sie nahm den Künstlernamen Josefa Berens-Totenohl an. Seit dem Beginn der 1990er Jahre gilt sie einer wachsenden Kritik als typische NS-Dichterin, deren Rezeption mangels sprachlicher Qualität nicht weiter sinnvoll erscheint. In der Region sind nach wie vor mehrere Straßen nach ihr benannt, so auch in Eslohe. Peter Bürger, Theologe und Publizist aus Eslohe, schlägt vor, Straßennamen umzubenennen und sie lieber all den Verfolgten dieser Region zu widmen. In Eslohe soll die Straße nach der Familie Goldschmidt benannt werden.

Mit der Umbenennung wird an die jüdische Esloher Familie Goldschmidt erinnert, die aufgrund ihrer Herkunft ein Opfer der Nationalsozialisten geworden ist. „Das waren Juden, die zum Beispiel den Fußballclub BCE mitgegründet haben. Bei der Beerdigung von Robert Goldschmidt 1935 waren die Fußballer dabei. Daraufhin hetzten die Nazis in ihrer Zeitschrift ‘Stürmer’ auch gegen die Fußballer“, erklärt Peter Bürger. Bürger wünscht sich, den aktuellen Forschungsstand überall aufzugreifen. (Von Erika Biskoping, schmallenberg@sauerlandkurier.de)

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