„Landwirte aus Leidenschaft“ 

Fünf Bauernfamilien laden zum Tag der „Offenen Hoftore“

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Organisatoren und Teilnehmer der „Offenen Hoftore HSK“ möchten den Besuchern am 12. August die Landwirtschaft hautnah und lebensecht näher bringen. 

Calle/Hochsauerland. Frische Landluft schnuppern, die heimische Landwirtschaft näher kennenlernen und sich über die Arbeit der Landwirte informieren – das können alle Interessierten unter dem Motto „Offene Hoftore HSK“, am Sonntag, 12. August, in der Zeit von 13 bis 16 Uhr. Insgesamt fünf Hochsauerländer Bauernfamilien öffnen dann ihre Pforten, um Einblicke in ihre Wirtschaftsweise zu geben und das sensible Thema der artgerechten Haltung der Nutztiere näherzubringen.

Den Bauern, die ihre Landwirtschaft mit viel Herz betreiben, ist es ein besonderes Anliegen, über Tierschutz, Gülleausbringung, Düngung, Pflanzenschutz, Futterhaltung oder auch die neuesten Stallbauten aufzuklären.

„Das Thema ,Offene Hoftore‘ ist ein wichtiges Thema. Alle zwei Jahre findet die Aktion bundesweit statt. Bisher hatten wir Probleme für jeden Kreis einen Betrieb zu finden, da der Aufwand sehr groß ist. Häufig dauerte die Vorbereitungszeit ein halbes Jahr, jeder wollte besser sein als der andere. Diesmal gibt es ein gestrafftes Zeitfenster. Die Kernarbeit soll den Verbrauchern gezeigt werden. Das ist eine große Arbeitserleichterung für die Betriebe. Darum wurden auch schnell fünf gefunden, die persönliche Einblicke in die Ställe gewähren und bereit sind Fragen zu beantworten“ erklärt Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Hochsauerland.

Arbeit und Menschen kennenlernen

„Im HSK haben fast alle Betriebe täglich den Tag des Hofes. Die Verbraucher sehen immer nur die Tiere auf den Weiden, nicht was dahintersteckt. Wir wollen mit dem Tag der ,Offenen Hoftore‘ Leute erreichen, die nicht sehen, was wir machen. Sie sollen unsere Arbeit und die Menschen kennenlernen, die dahinter stecken“, verdeutlicht Markus Wegener aus Meschede-Calle das besondere Anliegen der Aktion. Einig waren sich die teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe darin, dass der Tag der „Offenen Hoftore“ für alle Beteiligten ein gute Möglichkeit bietet, sich und ihr Unternehmen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Friedrich Blanke etwa möchte vor allem Aufklärung leisten: “Wir machen mit, damit die Nachbarschaft in Calle, Wallen und Mühlsborn sieht was wir machen. Die sehen uns sonst ja immer nur auf dem Trecker oder den großen Stall von außen. Landwirtschaft ist einfach unsere Leidenschaft. Wir haben Nachbarn, die mit ins Rad packen und sogar ihren Urlaub nach der Ernte ausrichten.“

Landwirt Stefan Schulte-Urban aus Wenholthausen hat ähnliche Beweggründe: „Wir machen mit, weil viele Leute selbst im Ort gar nicht wissen, was hier so alles abläuft und wie ein Milchroboter funktioniert. Die Aktion ist super, um den landwirtschaftlichen Betrieb Verbrauchern und auch Urlaubern vom Ferienhof nebenan zugänglich zu machen.“

Milchziegen mit Nachzucht

Für das Ehepaar Heinz-Josef und Brigitta Droste aus Schmallenberg-Almert gibt es gleich mehrere Beweggründe mitzumachen: „Wir sind ein Bio-Betrieb und haben uns für das Sauerland eine nicht ganz übliche Tierhaltung zugelegt. Erst hatten wir Mutterkuhhaltung, seit 2013 haben wir 6000 Legehennen und seit 2014 210 Milchziegen mit Nachzucht. Die Milchziegen werden morgens und abends gemolken. Am Aktionstag dürfen sich die Besucher alles anschauen und dabei feststellen, dass es noch etwas anderes als Kühe gibt.“

Praktisch wird der Tag der „Offenen Hoftore“ so aussehen. Zwischen 13 und 16 Uhr stehen Betriebsleiter, Familienmitglieder und Auszubildende auf dem Bauernhof bereit, um interessierte Gäste zu empfangen, in die Materie der Landwirtschaft hinsichtlich Tiere, Pflanzen, Technik und Natur einzuführen, Fragen zu beantworten und die interessierten Besucher zu bewirten. Es wird gebeten Parkplätze entlang der Straße in Anspruch zu nehmen. Anmeldungen sind für den Tag der „Offene Hoftore HSK“ nicht erforderlich.

Diese fünf Höfe nehmen teil

  •  Biohof Heinz-Josef und Brigitta Droste
    Almert 1 57392 Schmallenberg-Almert
    Biobetrieb: 6.000 Legehennen, 210 Milchziegen + Nachzucht, Grünland, Ackerbau
  • Stefan Schulte-Urban GbR
    Habbeckestr. 12 59889 Eslohe Wenholthausen
    115 Milchkühe, 70 Kühe am Lely-Melkroboter, 45 Kühe im Doppel 5-er Frischgräte (Weidegang), 90 Rinder und Kälber, Roboter-Stall mit erhöhtem Kuh-Komfort, Vater-Sohn GbR
  • Hof Nölke
    Auf´m Heidfeld 10 59909 Bestwig-Ramsbeck
    70 Milchkühe plus Nachzucht, Melkroboter, Grünland, Wald, Photovoltaik
  • MuH-Kuh GbR Michael Wienand und Henrik Lütke-Glanemann
    Glindfeld 17a 59964 Medebach-Glindfeld
    140 Milchkühe + Nachzucht, Acker, Grünland; Milchkühe ein Betrieb, Nachzucht anderer Betrieb, GbR seit 2015
  • Wegener Blanke Agrar GbR, Markus Wegener und Friedrich Blanke
    Zum Hunstein 6 59872 Meschede-Calle
    Milchviehhaltung und Rinderaufzucht, die Kühe werden zum Teil im Roboter und zum Teil im Melkstand gemolken, Grünlandwirtschaft und Ackerbau mit Weizen, Gerste, Triticale, Mais; verschiedenste Lohnarbeiten

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