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Gas-„Wumms“ kommt an: Preiserhöhungen im HSK fallen nicht so hoch aus wie befürchtet

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Von: Sebastian Schulz

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Wer ist wo Grundversorger im HSK? Diese Karte zeigt es. Die Stadtwerke Brilon versorgen Brilon, Hochsauerlandenergie versorgt Olsberg, Bestwig und Meschede und der Rest wird von Eon abgedeckt.
Wer ist wo Grundversorger im HSK? Diese Karte zeigt es. Die Stadtwerke Brilon versorgen Brilon, Hochsauerlandenergie versorgt Olsberg, Bestwig und Meschede und der Rest wird von Eon abgedeckt. © Sebastian Schulz

Es ist beim Gas im Moment ein bisschen wie an der Tankstelle: Die Preise verändern sich derzeit in rasender Geschwindigkeit. Was tags zuvor noch galt, kann heute schon wieder verworfen sein. Höchste Zeit also, die Situation aufzuklären und den aktuellen Stand zu verkünden.

Hochsauerland – Es bleibt dabei: Wer mit Gas heizt, muss in diesem Winter deutlich tiefer in die Tasche greifen als in den letzten Monaten oder sogar Jahren.

Die Preise steigen flächendeckend, aber weil die Bundesregierung am Donnerstag verkündet hat, dass die Gasumlage nun noch nicht kommt und Mehrwertsteuer auf Gas gesenkt wird, fallen die Preiserhöhungen nun doch nicht so hoch aus wie zunächst angekündigt.

Hochsauerlandenergie

Heißt zum Beispiel: Die Hochsauerlandenergie GmbH wollte ihre Preise eigentlich ab dem heutigen 1. Oktober auf 16,68 Cent in Olsberg und Bestwig und 16,74 Cent in Meschede pro Kilowattstunde im Grundversorgertarif erhöhen. So stand es auch gestern Mittag noch im Preisblatt auf der Internetseite des Unternehmens. Die am Donnerstag von der Bundesregierung verkündeten Entlastungen sind bei diesem Preis aber noch nicht berücksichtigt. „Ganz klar: Die angekündigte Mehrbelastung von 2,419 Cent (netto) je Kilowattstunde Gas wird von uns natürlich nicht erhoben“, erklärt Hochsauerlandenergie-Geschäftsführer Christoph Rosenau am Freitag in einer Pressemitteilung. Auch die Mehrwertsteuer werde automatisch für die Kunden reduziert.

Die Kunden selbst brauchen demnach nichts weiter zu unternehmen, kündigt Patricia Baumeister vom Hochsauerlandenergie-Team an: „Die Kosten für die Gasbeschaffungsumlage werden in der Jahresabrechnung, die üblicherweise im Januar versendet wird, selbstverständlich nicht auftauchen. Unsere Anpassungsschreiben zur Gasbeschaffungsumlage aus dem August sind damit obsolet.“ Demnach dürfte der Preis also nicht bei den angekündigten 16,68 Cent verbleiben, sondern sich eher bei ungefähr 13,5 Cent pro Kilowattstunde einpendeln – zumindest im Oktober.

Eon

Auf verminderte Erhöhungen können sich auch die Kunden der weiteren HSK-Grundversorger Eon und Stadtwerke Brilon einstellen. Eon-Sprecher Dirk Strittmatter teilte dazu gestern auf Anfrage des SauerlandKurier mit: „Unsere Kunden können sich darauf verlassen, dass wir alle Kostenbestandteile bei unseren Preisgestaltungen berücksichtigen – unabhängig davon, ob sie steigen oder fallen. Das gilt auch für die Gasumlage. Kundinnen und Kunden brauchen also nicht selbst aktiv werden, wir werden den Wegfall der Gasbeschaffungsumlage entsprechend berücksichtigen.“

Wie sich das genau auf den Eon-Preis auswirkt, stehe noch nicht fest. Der Energieriese, der im HSK die Kommunen Arnsberg, Sundern, Eslohe, Schmallenberg, Winterberg, Medebach, Hallenberg und Marsberg grundversorgt, hatte angekündigt, seine Preise noch nicht diesen, sondern erst nächsten Monat erhöhen zu wollen – mit Stand von Mitte dieser Woche auf 17,26 Cent. Aber auch hiervon werden nach der Ankündigung die Reduzierungen noch abgerechnet.

Stadtwerke Brilon

Und auch die Stadtwerke Brilon wollen die Bundesregierungs-Versprechen an die Kunden weitergeben. Während gestern noch der Preis von 18,44 Cent pro Kilowattstunde in der Grundversorgung im Preisblatt vermerkt war, kündigte Christoph Höing, Bereichsleiter Vertrieb, am Mittag im Kurier-Gespräch an, dass der Preis auf 16,66 Cent angepasst werde – zumindest für den Moment. Denn was Höing und auch die Verantwortlichen der anderen Energieanbieter umtreibt, sind die Fragen, wie sich die weiteren Ankündigungen der Regierung auf den Gaspreis auswirken werden.

Kanzler Scholz sprach bekanntlich von einem „Doppel-Wumms“ und kündigte zum Beispiel einen Gaspreisdeckel an, über den jetzt eine Kommission beraten soll. „In zwei Wochen dürfte die Situation klarer sein“, sagt Christoph Höing. Die Kunden dürfen jedenfalls hoffen, dass die Preiserhöhungen dann noch weiter gedrosselt werden.

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