Erinnerung an "Hallenberger Verhältnisse"

Ehrung für Politiker: "125 Jahre Ratsmitgliedschaft" von Bürgermeister und Ratsmitgliedern

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Gemeinsam für die Stadt: Die geehrten Ratsmitglieder und Bürgermeister Michael Kronauge und Landrat Schneider mit ihren Partnern und Partnerinnen (für Vollbild oben rechts klicken).

Hallenberg – Ein besonderes Jubiläum feierten in dieser Woche fünf Mitglieder des Hallenberger Stadtrates. Im Rahmen einer Sondersitzung wurden Bürgermeister Michael Kronauge für seine 25-jährige Amtszeit als Hallenbergs Bürgermeister sowie Rita Schnorbus, Alfons Dielenhein, Alfred Mörchen und Joachim Huft für ihre 25-jährige Mitgliedschaft im Rat der Stadt Hallenberg geehrt.

Die Ehrung von Bürgermeister Kronauge wurde von Landrat Dr. Karl Schneider, die Ehrung der Ratsmitglieder von Bürgermeister Michael Kronauge vorgenommen.  Die Beweggründe in die Kommunalpolitik zu gehen waren für alle fünf Jubilare die damals chaotischen politischen Verhältnisse in Hallenberg. Zu der Zeit waren die politischen Verhältnisse weit über die Grenzen der zweitkleinsten Stadt in NRW bekannt. 

Was war geschehen? Die Mitglieder der damaligen Mehrheitsfraktion der CDU hatten sich zerstritten. Zehn Ratsmitglieder zusammen mit dem Bürgermeister gründeten daher die Hallenberger Bürgerliste. Darauf gingen die restlichen CDU-Mitglieder ein Zweckbündnis mit der SPD ein und verfügten über eine Mehrheit von einer Stimme. Von da an gingen alle Entscheidungen 11:10 aus. In den Ratssitzungen ging es immer „hoch her“ . Pfiffe, Pfui-Rufe, persönliche Diffamierungen, und Beleidigungen waren an der Tagesordnung, das Zuschauerinteresse und das Interesse der regionalen und überregionalen Presse war daher sehr hoch. 

Ruf der Stadt leidet durch "Hallenberger Verhältnisse"

Durch diese „Hallenberger Verhältnisse“ blieb die Sacharbeit zum Wohle der Stadt auf der Strecke und der Ruf der Stadt hat sehr gelitten. Das wollten die heutigen Jubilare zusammen mit weiteren Gleichgesinnten ändern und bewarben sich bei der nächsten Wahl im Jahr 1994 um ein Mandat. Mit großem Erfolg. „Wir wollten eigentlich nur mitmachen und uns für unsere schöne Stadt einsetzen“, sagte Michael Kronauge in seiner Laudatio für die vier Ratsmitglieder. „Niemand von uns hätte damals geglaubt, dass wir 25 Jahre später immer noch dabei sind und uns heute zum Jubiläum in Form einer Sondersitzung des Stadtrates treffen.“ 

Der ehrenamtliche Bürgermeister musste damals aus den Reihen des Stadtrates kommen, irgendwann wurde auch der heutige Jubilar gefragt, ob er sich diese Aufgabe vorstellen könnte. Auf die Frage an den damaligen Stadtdirektor Winfried Becker, was ein Ehrenamtlicher Bürgermeister überhaupt für eine Aufgabe hat, antwortete dieser: „Kein Problem, du musst beim Schützenfestumzug und beim Muttergottestag dabei sein, dann leitest du die Ratssitzungen – das bereite ich alles vor und alles andere mache ich.“ Die Wirklichkeit hat ihn, wie er heute sagt, schnell eines Besseren belehrt.

Besondere Form des Glückwunsches

Nach der Kommunalreform 1999 bewarb sich Michael Kronauge um das Amt des Hauptamtlichen Bürgermeisters und wurde stets mit überzeugender Mehrheit bis heute in dem Amt bestätigt. Als Dank und Anerkennung überreichte Kronauge den Jubilaren eine Urkunde, eine Uhr und ein großes „Puzzle-Foto“, die anwesenden Partnerinnen der Jubilare erhielten einen Blumenstrauß. Den Dank und die Anerkennung des HSK, für das „Silberne Bürgermeister-Jubiläum“ sowie für die vier Ratsmitglieder, überbrachte Landrat Dr. Karl Schneider.  Die Glückwünsche der Verwaltung übermittelte Holger Schnorbus. Mit einer besonderen Form des Glückwunsches überraschte der CDU-Stadtverband die Jubilare. 

In kurzen Filmen gratulierten den Jubilaren die politischen Vertreter der CDU aus dem HSK Dr. Peter Liese, Matthias Kerkhof und Prof. Patrick Sensburg, etwa 200 Schüler der Grundschule, die Stadtkapelle Hallenberg, Winterbergs Bürgermeister Werner Eickler, der LCV-Liesen, das Patenschafts-Bataillon der Bundeswehr Frankenberg und der Rat der Stadt Medebach mit Bürgermeister Thomas Grosche an der Spitze. Darüber hinaus gratulierten zahlreiche anwesende Gäste den Jubilaren.

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