Wetterbilanz: kurzer Winterrückfall und wolkenloses Osterfest

April in Hallenberg, Medebach und Winterberg erneut deutlich zu mild

Das warme Osterwetter führte auch in den Sauerländer Hochlagen verbreitet zum Austrieb der Buchen. Wie so oft in den vergangenen Jahren lag dieser Termin mehrere Wochen vor dem langjährigen Durchschnitt.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Der April präsentierte sich im Sauerland insgesamt als ein freundlicher Frühlingsmonat. Bei deutlich zu geringen Niederschlagsmengen und mehr Sonne als üblich lagen die Temperaturen allgemein über den Normalwerten. So wenige Wolken wie rund um das Osterwochenende hat es zudem selten gegeben. Das ergaben die Messungen und Beobachtungen des Wetterportal Sauerland. Hier eine Wetterbilanz für die Kurier -Leser:

Temperatur 

Im vergangenen Jahr zeigte sich der April fast durchweg frühsommerlich, so warm war es zuvor noch nie. In diesem Jahr lag die positive Temperaturabweichung im Vergleich zur Periode 1961 bis 1990 ebenfalls bei 2,8 Grad, damit aber trotzdem fast 3 Grad unter dem Vorjahreswert. So wie man sich dies wünscht, lagen die wärmsten Tage des Monats rund um das Osterfest. Bei viel Sonnenschein erreichte der Kahle Asten von Karfreitag bis Ostermontag täglich rund 16 bis 18°C, zwischen Medebach und Hallenberg wurde die 20°C-Marke jeweils überschritten. 

Der höchste Wert des Monats konnte allgemein am Mittwoch nach Ostern gemessen werden. Der Kahle Asten kam genau auf 20°C, die Pastorenwiese oberhalb von Hallenberg erreichte 21,6°C und die Wetterstation an der Hasenkammer in Medebach genau 23°C. Warme Tage mit mehr als 20°C wurden hier fünf gemessen, in Winterberg stand ein Tag dieser Art in der Statistik. 

Noch einmal zeigte der Winter in diesem Monat seine Zähne. Zwischen dem 10. und 14. April, rund eine Woche vor Ostern, breitete sich kalte Luft aus Osteuropa im Sauerland aus. So war die Nacht zum 11. April in den Tälern der Region die kälteste ihrer Art. Die für ihre kalten Nächte bekannte Ruhrquellenhütte kam an diesem Morgen auf einen Wert von -8,7°C. Sehr kalt für April, doch vor sechs Jahren wurde hier Anfang April -16°C messen. Bemerkenswert war zudem, dass in den höchsten Lagen zweimal der Gefrierpunkt nicht erreicht wurde, somit Dauerfrost herrschte. 

Ein sehr trockener Monat 

Niederschlag 

In Sachen Niederschlag zeigte sich der April, wie viele seiner Vorgänger in den vergangenen Jahren, als ein sehr trockener Monat. So kamen die Wetterstationen zwischen Medebach, Hallenberg und Winterberg lediglich auf rund 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Am trockensten blieb Medebach mit 22 Litern, am feuchtesten war Neuastenberg mit 42 Litern. Gegenüber den 60 bis 100 Litern, die für April eigentlich normal wären, war dies dann doch ein recht schlechter Start in das Wachsjahr 2019. Es ist zu hoffen, dass Mai und Juni zumindest zeitweise kräftigen Regen bringen, um ein weiteres Trockenjahr zu vermeiden.

Schnee war nur noch ein Randthema. Selbst der Kahle Asten registrierte am 13. April nur noch einen einzigen Tag mit einer Schneedecke. Interessant war aber, dass es die Schneeschauer in dieser Kälteperiode bis in die tieferen Lagen hinab schafften. So wurde es sogar in den tiefsten Lagen des östlichen Sauerlandes kurz weiß. Mit der kräftigen Sonne war der Schnee trotz kalter Temperaturen schnell verschwunden.

Wind 

Im Gegensatz zum März, welcher in der ersten Monatshälfte für zahlreiche Stürme sorgte, brachte der April meist nicht mehr als ein laues Lüftchen zustande. So erreichte selbst die hoch gelegenen Wetterstationen nur in Ausnahmefällen noch mehr als 50 km/h. Einen Sturm gab es aber doch noch, denn am Abend des 24. April, dem wärmsten Tag des Monats, zog eine Gewitterfront von Süd nach Nord über das Sauerland hinweg. Die maximal gemessenen Windböen lagen in der Region zwar nur bei maximal 80 km/h, rund um Medebach waren aber teilweise beträchtliche Sturmschäden zu verzeichnen. Sehr lokal auftretende Gewitterfallböen oder sogar ein kleinräumiger Tornado könnten hier die Ursache gewesen sein. 

Sonne 

Zu guter Letzt zeigte sich die Sonne in guter Stimmung, denn sie beglückte das Sauerland fast 200 Stunden lang und damit 50 bis 70 Stunden länger als normal. Den meisten Sonnenschein verzeichneten die Ostertage bei einem wolkenlosen Himmel. Zusammen mit dem späten Termin war es damit wahrscheinlich das sonnigste Osterfest aller Zeiten.

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