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Brand im Serverraum

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Die ganze Nacht über versuchten die zahlreichen Einsatzkräfte, den Brand im Hallenberger Rathaus unter Kontrolle zu bringen.  Foto: Helmut Japes
Die ganze Nacht über versuchten die zahlreichen Einsatzkräfte, den Brand im Hallenberger Rathaus unter Kontrolle zu bringen. Foto: Helmut Japes

Der Einsatz der Feuerwehr im Kampf gegen den Brand im Hallenberger Rathaus dauerte die gesamte Nacht über an. Erst am Samstagmorgen um 8.18 Uhr wurden die Löscharbeiten für beendet erklärt.

Feuerwehr und Mitarbeiter der Verwaltung überprüften in der Folge die Funktionsfähigkeit des Gebäudes, ein vorübergehender Umzug wird aber wohl unumgänglich sein. Nach ersten polizeilichen Ermittlungen befand sich der Brandherd im Serverraum des Rathauses. Die Ursache ist bislang unbekannt.

Als die Feuerwehrleitstelle in Meschede am frühen Freitagabend um exakt 17.12 Uhr unter dem Titel "Brandeinsatz Mittelbrand" die Erstmeldung "schwarzer Rauch aus Giebel" herausgab, konnte noch niemand die Ausmaße des Brandes im Hallenberger Rathaus erahnen. Doch vor Ort wurde alle Beteiligten schnell klar, dass es sich hierbei um einen massiven und vor allem lange andauernden Einsatz handeln würde. In Windeseile wurden die Drehleitern aus Medebach und Winterberg zur Unterstützung angefordert, um den Löschzug aus Hallenberg, und die Löschgruppen aus Hesborn, Liesen und Braunshausen vor Ort zu unterstützen. Mit schwerem Atemschutz durchsuchten einige Feuerwehrleute das Gebäude nach Personen, glücklicherweise war zum Zeitpunkt des Brandes aber niemand mehr im Rathaus.

Akute Einsturzgefahr behindert Arbeiten

"Wir haben noch eine lange Nacht vor uns" wusste Brandmeister Albert Winter schon gestern Abend gegenüber dem SauerlandKurier zu berichten. "Wenn die sichtbaren Brandherde unter Kontrolle sind, müssen wir mit einer Wärmebildkamera die nicht sichtbaren Brandherde lokalisieren und löschen" – eine gefährliche Arbeit, denn es bestand akute Einsturzgefahr. Zudem erschwerte die eisige Kälte die Arbeit der Wehren enorm, die Hydranten waren zum Teil zugefroren. Das Löschwasser gefror und vereiste die Straßen rund um das Rathaus. Auch die Höhe des Gebäudes machte den Einsatzkräften zu schaffen. Um die enorme, aufgestaute Hitze entweichen zu lassen, hatte die Feuerwehr das Dach zeitweise gleich an mehreren Stellen aufgeschnitten.

Erheblicher Sachschaden

Auch Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge war am frühen Abend am Unglücksort eingetroffen. Fassungslos musste der Bürgermeister mit ansehen, wie der südliche Gebäudeteil seines "Wohnzimmers", des 1843 erbauten historischen Rathauses, den Flammen und dickem schwarzem Rauch zum Opfer fiel. Eine Vielzahl an Akten im Dachgeschoss sowie der EDV-Raum wurden zerstört.

Die Kriminalpolizei nahm am Samstagmorgen ihre Ermittlungen auf. Es zeigte sich ein verheerendes Bild: Das Rathaus wurde durch den Brand und die anschließenden Löscharbeiten erheblich beschädigt und kann derzeit nicht benutzt werden. Teilweise sind Decken herabgefallen und der Dachstuhl ist beeinträchtigt worden. Der Sachschaden ist erheblich, teilte die Polizei am Morgen mit. Nach ersten Ermittlungen befand sich der Brandherd im Serverraum des Rathauses, wie auch schon Brandmeister Albert Winter in der Nacht vermutet hatte. Die Ursache ist bislang unbekannt. Der Brandort wurde beschlagnahmt und ein Brandsachverständiger für die weiteren Ermittlungen hinzugezogen. Ein weiteres Ermittlungsergebnis ist nach Angaben der Polizei nicht vor Montagnachmittag zu erwarten. Wie es für die Verwaltung jetzt weitergeht, ist unklar. Mitarbeiter verschafften sich gemeinsam mit der Feuerwehr am Samstag einen Überblick über die Lage und überprüften, welche Elemente des Rathauses nach wie vor nutzbar sind. In den kommenden Wochen wird die Stadverwaltung allerdings eine alternative Unterkunft finden müssen, da an einen normalen Betrieb im Rathaus nicht zu denken ist.

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