1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Hallenberg

Hallenberger Rat stellt Weichen für Bergdorf

Erstellt:

Von: Helmut Japes

Kommentare

Für die Instandsetzung und die Pflege des naturnahen Lebensraumes Pastorenwiese (hier die Skihütte) erhielt der Ski-Club Wunderthausen den Klimaschutzpreis. Foto: Japes
Für die Instandsetzung und die Pflege des naturnahen Lebensraumes Pastorenwiese (hier die Skihütte) erhielt der Ski-Club Wunderthausen den Klimaschutzpreis. © Helmut Japes

Hallenberg. Der Rat der Stadt Hallenberg hat am vergangenen Mittwoch die Weichen für den Bau des „Bergdorfes Hallenberg“ gestellt und unter anderem dem Ski-Club Wunderthausen den Innogy-Klimaschutzpreis verliehen. Darüber hinaus wurde das erste Projekt einer interkommunalen Zusammenarbeit realisiert.

Dem Ziel der Investorengruppe (Waldsee Hotel Resort GmbH & Co KG), mit dem Bau des „Bergdorfes - Hallenberg“ im April nächsten Jahres beginnen zu können, steht nichts mehr im Wege. Die Ratsmitglieder haben einstimmig beschlossen den Bebauungsplan Nr. 9 „Bergdorf-Hallenberg“ aufzustellen. Gleichzeitig beschließt der Rat die Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 Abs. 1 BauGB und die frühzeitige Beteiligung der Behörden und Träger öffentlicher Belange gemäß §4 Abs. 2 i.V.m.§4a BauGB.

Es ist vorgesehen, am Heideweg auf einer Fläche von 24.100 Quadratmetern (auf den Grundstücken der Flur 20, Flurstück 223 und 224), 52 Ferienwohnungen beziehungsweise Ferienhäuser zu errichten. Davon sind 22 Bergdorfhäuser im sauerlandtypischen Fachwerkstil und acht Bergdorfhäuser mit jeweils zwei angeschlossenen Pferdeboxen geplant. Darüber hinaus sollen sechs vornehme Palaiswohnungen, zwölf Hoftorhauswohnungen und vier Torhauswohnungen gebaut werden. Auf dem Grundstück sind zudem 39 Parkplätze für Pkw und fünf Parkplätze für Pferdeanhänger und Zugfahrzeuge vorgesehen.

Das Leben der Gäste findet in den Bergdorf-Häusern und Hofgebäuden statt. Von der Gastronomie aus werden alle Wohnungen und Häuser in Halbpension versorgt. Die Anlage wird von naturbelassenen Flächen und Weiden für die Reitpferde umschlossen. Die Autos müssen draußen bleiben, Pkw-Verkehr ist nicht vorgesehen.

Ski-Club erhält Klimaschutzpreis

Auch in diesem Jahr bietet die Innogy, Sparte Netz- und Infrastruktur ihren Konzessionsgemeinden den Klimaschutzpreis an. Dieser Preis ist mit 500 Euro dotiert. Der Rat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu, den Preis in diesem Jahr dem Ski-Club Wunderthausen zu verleihen. Der Vorschlag erscheint auf den ersten Blick verwunderlich, da Wunderhausen bekanntlich zu Berleburg und nicht zu Hallenberg gehört. Der Ski-Club Wunderthausen betreibt jedoch seit vielen Jahren an der Pastorenwiese auf Hallenberger Gebiet eine Langlaufloipe, die von dem Club regelmäßig gespurt und gepflegt wird. Im Jahr 2006 haben die „Wunderthauser“ ebenfalls auf Hallenberger Gebiet eine schöne Skihütte gebaut, welche im Winter geöffnet ist und die vielen Langläufer bewirtet. Bürgermeister Michael Kronauge begründete den Vorschlag mit den Worten „Mit der Verleihung des Klimaschutzpreises möchten wir das vorbildliche ehrenamtliche Engagement des Ski-Clubs Wunderthausen für die Instandsetzung und die Pflege des naturnahen Lebensraumes ‘Pastorenwiese’ honorieren“.

Im Rahmen der gemeinsamen Sitzung am 4. September 2018 der Räte aus Medebach, Hallenberg und Winterberg in Medebach wurde vereinbart, die Herausforderungen der interkommunalen Zusammenarbeit anzunehmen. Das das nicht nur leere Versprechungen sind, zeigt sich an folgendem Beispiel. Ab dem 1. November 2018 übernimmt die Stadt Hallenberg (vorbehaltlich der Genehmigung durch die Kommunalaufsicht) die Durchführung der Außenvollstreckung der Stadt Medebach. Dies böte sich an, da zum einen in Hallenberg Kapazität frei wurde und in Medebach zum Jahresende eine Stelle vakant ist.

Erschließung des „Lieser Garten“

Mit großem Interesse folgten die zahlreichen Bürger aus Liesen den Ausführungen des Planers des Ing.-Büros Beyer, der die geplanten Maßnahmen zur Erschließung des „Lieser Gartens“ vorstellte. Die Kosten für den Ausbau der rund 500 Meter Straße belaufen sich auf etwa 1.000 Euro pro Meter Straße. Da es sich hier um die Erst-Erschließung handelt, werden die Kosten voll auf die Anlieger umgelegt. Eine Bürgerversammlung, bei der belastbare Zahlen bekanntgegeben werden, ist für Anfang des Jahres geplant.

Die Ratsmitglieder entscheiden sich mehrheitlich für die Einführung der gelben Tonne. Die Verwaltung wird beauftragt mit dem Dualen System dahingehend zu verhandeln. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, kann die gelbe Tonne (240 Liter) den gelben Sack ab. 1. Januar 2020 ersetzen.

Auch interessant

Kommentare