Hallenberg denkt „eine Nummer größer“

Interview: Initiator Florian Hinxlage freut sich auf die erste Musical Night – trotz einiger Hürden im Vorfeld

Florian Hinxlage wird auch selbst auf der Bühne stehen.

Hallenberg – Florian Hinxlage ist ein wenig nervös. Die von ihm und der Stadt Hallenberg initiierte erste Hallenberger Musical Night am 3. August rückt näher. Überlagert wird die Nervosität jedoch von der riesengroßen Vorfreude auf diese Premiere. Mit seiner ihm eigenen Leidenschaft für seine Arbeit erklärt Hinxlage im Interview, auf was sich die Besucher freuen dürfen.

Herr Hinxlage, was erwartet die Besucher bei der Musical Night? 

Das Publikum darf sich zum einen auf ein buntes Programm aus den bekanntesten und populärsten Musical-Melodien freuen, sowohl aus klassischen Musicals wie Jekyll & Hyde, Jesus Christ Superstar, Rocky Horror Show und Les Miserables, aber auch auf neue, frische Musicalmelodien aus The Greatest Showman, We will rock you, Notre Dame de Paris und A Star is Born. Zum anderen stehen mit Lucy Diakovska, Chris Murray, Brigitte Oelke, Andreas Wolfram, Nadja Scheiwiller und mir absolute Top-Stars der Musical-Szene auf der Bühne, vergleichbar mit „Tina Turner, Joe Cocker, Robbie Williams und Whitney Houston“ – nur aus dem Musical-Business. Man kann also sicher sein, dass es hier ein Konzert der absoluten Extraklasse zu hören gibt.

Zudem gibt es eine Live-Band und mehrere Backround-Sänger. 

Genau. Unter Leitung von Stefan Wurz wird es eine neunköpfige Live-Band geben, die den Abend musikalische untermalt. Hinzu kommen vier Backround-Sänger, die den Gesang abrunden und den Abend zu etwas ganz Besonderem machen! Auch hier stehen mit Jessica Krüger, Maria-Lena Reimer, David Lee Krohn und Marius Schmidt vier Profis am Mikro. Alles in allem wird es ein Konzert auf allerhöchstem Niveau und sicherlich unvergesslich und einmalig!

Worauf freuen Sie selbst sich am meisten? 

Oh, das kann ich nicht ad hoc sagen. Ich freue mich auf alle Kollegen, die dabei sind. Bei Konzerten, die ich organisiere, lege ich viel Wert darauf, dass die Konstellation passt und wir uns auch künstlerisch untereinander schätzen und achten. Auch, dass ich mit den Kollegen im echten Leben befreundet bin, denn nur dann bekommt das Konzert die Authentizität und Ehrlichkeit, die es braucht, um unvergesslich werden zu können – und nicht den Eindruck erweckt: Da wird „ein Programm abgespult“.

Welcher Augenblick eines Konzertes bleibt für Sie unvergesslich? 

Da ich immer sehr nervös bin vor meinen Auftritten, genau der Moment, in dem der erste Ton erklingt. Auch der letzte Ton, denn im Schlussapplaus bekommt man die ehrlichste und klarste Meinung des Zuschauers zu sehen und zu hören – das sind immer wunderbare Augenblicke!

Im Vorfeld der Musical Night hatten Sie direkt zwei Ausfälle zu kompensieren: Patricia Meeden ist aus beruflichen Gründen nicht dabei, Lucy Scherer ist Mama geworden. 

Die Ausfälle von Patricia und Lucy sind sehr schade, aber beide völlig nachvollziehbar. Und ich kann von Glück sprechen, dass ich in den knapp zehn Jahren meines beruflichen Werdegangs als Musical-Sänger, Schauspieler und Regisseur wahnsinnig viele Kontakte aufgebaut habe, über die ich sehr dankbar bin. So gelingt es mir, spontan Ausfälle zu kompensieren. Ich bin einfach dankbar, dass ich so tolle Kollegen und Freunde habe wie Nadja und Lucy, die einspringen und es irgendwie möglich machen, dabei zu sein.

Musical-Darsteller, gerade dieses Kalibers, sind eher selten im Hochsauerland zu Gast. Ist die Region ein schwieriges Pflaster für Kulturveranstaltungen? 

Grundsätzlich ja. Aber das liegt überhaupt nicht an den Bewohnern der HSK-Region, sondern eher an dem für Kulturarbeit eher schwierig strukturierten Einzugsgebiet und der allgemeinen Infrastruktur. Stellen sie sich vor: In Hamburg, Köln, Berlin oder München erreichen Sie in Windeseile einen großen Radius an Menschen und potenziellem Publikum. Hier in Hallenberg erreichen wir durch Plakate und Flyer lediglich ein kleines Einzugsgebiet. Damit man allen gerecht werden und die Veranstaltung publik machen kann, muss man von Arnsberg bis Marburg werben und sich ein Publikum „heranholen“. Ob man es als schwieriges Pflaster bezeichnen möchte, sei dahingestellt – ich glaube einfach, es ist ein größerer Aufwand als anderswo, das Publikum ins Theater zu locken. Man ist auch auf lokale Presse und Mundpropaganda angewiesen. An dieser Stelle vielen Dank für die Pressearbeit, denn Kultur und Kunst sind davon absolut abhängig.

Eine Musical Night in Hallenberg scheint also zumindest ein Risiko zu sein. Warum gehen Sie es ein? 

Ich bin nun in der zweiten Saison als hauptverantwortlicher Regisseur und künstlerischer Leiter an der Freilichtbühne Hallenberg engagiert. Mit „My Fair Lady“ und „Kohlhiesels Töchter – Das Musical“ haben wir, mein Team und ich, nun zwei wirklich erfolgreiche Produktionen auf die Bühne bringen und mit diesem wunderbaren Ensemble umsetzen dürfen. Ich wurde immer wieder gefragt, ob ich nicht selbst ein Konzert oder einen Auftritt in Hallenberg machen möchte. So habe ich im Dezember letzten Jahres mit meinem Weihnachtskonzert „Flo & Friends“ vor ausverkaufter Stadthalle in Hallenberg ein Konzert gegeben. Aufgrund des so tollen Erfolges und da wir nach kürzester Zeit ausverkauft waren, haben sich Bürgermeister Michael Kronauge und ich zusammengetan und gedacht, dass wir doch auch „eine Nummer größer“ denken können.

Und warum die Freilichtbühne? 

Die wundervolle Freilichtbühne mit all ihren Möglichkeiten bietet sich nahezu dazu an, dort einen großen Musical-Abend zu gestalten, mit tollen Stimmen, wahnsinnigen Gänsehautmomenten und einmaliger Stimmung. Ich bin sehr glücklich über den Mut von Michael Kronauge, aber auch dankbar über die Unterstützung seitens der Bühne und aller Helfer im Hintergrund. Nur so können wir eine so große Musical-Show überhaupt umsetzen. Und man darf nicht vergessen: Wenn man vergleichbare Formate oder Konzerte in Deutschland betrachtet, mit gleicher oder ähnlicher Besetzung, dann ist man im Normalfall 70, 80, 90 oder auch mal 100 Euro los. Verständlich, wenn sich die Musical-Elite die Ehre gibt – unsere Musical Night ist also ein richtiges Schnäppchen.

Sommer-Ticket-Special

„Wir starten am heutigen Samstag bis einschließlich Montag, 20. bis 22. Juli, ein Sommer-Ticket-Special“, erklären Florian Hinxlage und Bürgermeister Michael Kronauge. Wer per Mail an „ticketverkauf@stadt-hallenberg.de“ seine Bestellung bis Montag 23.59 Uhr abgibt, bekommt das Ticket zum Sommer-Sonderpreis von 29 Euro. Tickets gibt es sonst für 35 Euro bei freier Platzwahl (Einlass ab 18 Uhr). Ermäßigter Eintritt für Schüler, Studenten und Schwerbehinderte ab 50 Prozent: 29 Euro. Die Karten sind erhältlich in der Touristik Hallenberg, Petrusstraße 2 in Hallenberg, per Tickethotline unter ☎ 02984/8203 oder per E-Mail an ticketverkauf@stadt-hallenberg.de.

Das Interview führte Anna Sartorius

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