Zweiter Grenzbegang führt zur Josefshütte im Liesetal

Lieser kontrollieren die Grenzen

Über Stock und Stein ging es beim Lieser Grenzbegang.

Liesen – Zum zweiten „Lieser Grenzbegang“ trafen sich am frühen Sonntagmorgen Lieser und Gäste auf dem Dorfplatz. Carmen Henze und Andreas Althaus hießen die Teilnehmer sowie die Natur- und Landschaftsführerin Ursula Schüngel im Namen des Bürgervereins, des Skiclubs und der Reservistenkameradschaft willkommen.

Zunächst ging es bergauf, vorbei an der St.-Thomas-Kirche, Richtung Schlage. An der Bäche angekommen, erklärte Andreas Althaus die Bedeutung von Grenzen und die Erkennungsmerkmale in Feld und Flur von früher und heute. „Damit sich unsere Truppe auch ganz sicher die Lieser Grenze merkt, versetzte uns Ursula Schüngel in die Zeit um 1650: Denn nach den Wirren des dreißigjährigen Krieges wollten die Hallenberger den Liesern einige Grundstücke streitig machen“, berichten die Teilnehmerinnen Clarissa und Patricia Wahle. 

„Mutig gingen wir weiter durch unwegsames Gelände mit alten knorrigen Buchen und Eichen am Pferdestall. Andreas Althaus merkte an, dass Buchen und Eichen unsere ursprünglichen Wälder prägten. Ursula Schüngel fuhr fort mit den alten Erzählungen und berichtet, dass vor dem Zweiten Weltkrieg der Steinschabplatz genutzt wurde um Waldfeste zu feiern. In den späteren Jahren diente der Pferdestall als Fluchtort vor dem Kriegsgesehen.“ 

Nette Gespräche, neue Infos, Geschichten aus der Heimat

Weiter ging es durch einen Fichtenbestand oberhalb „Laumeiers“ am Steinschab. An der „Wäsche“ angekommen erläuterte Andreas Althaus die Schäden der Borkenkäferplage. Am geografischen Mittelpunkt von Hallenberg hatten Helfer ein Frühstücksbuffet angerichtet. Nach der Pause ging es weiter zum Grenzdreieck Hallenberg, Liesen, Hesborn. Dort berichtete Andreas Althaus über die Entstehung der landwirtschaftlichen Flächen im Mittelalter. An der Hesborner Grenze entlang, oberhalb der Kesseke berichtete Ursula Schüngel von verschiedenen Flurnamen und deren möglicher Bedeutung. Erneut ging es steil bergauf durch den Wald Richtung Knappsal. Unterhalb der Hasenköppe wurden die Grenzgänger mit einem wunderschönem Ausblick belohnt. Auch der drohende Regen hielt sich noch zurück. Ursula Schüngel ergänzte die Erzählung von den Hesborner Arbeitern, die täglich bei Wind und Wetter über das Fabrikerpfädchen nach Züschen zur Arbeit gelaufen sind. 

Das gemeinsame Wanderziel war die Josefshütte im Liesetal, diese wurde ohne Verletzungen und halbwegs trockenen Fußes am frühen Nachmittag erreicht. Bei leckerem Grillfleisch, Kartoffeln aus dem Feuer, selbstgemachten Kuchen und kalten Getränken fand der zwölf Kilometer lange Grenzbegang seinen Ausklang. „Ein toller Tag mit netten Gesprächen, neuen Informationen und Geschichten aus der Heimat, viel Bewegung und frischer Luft! Ein Dank gilt den Organisatoren und Helfern der veranstaltenden Vereine“, so Clarissa und Patricia Wahle.

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