Zum Monatsabschluss kalt wie im ganzen Winter nicht

Ein März mit zwei Gesichtern: Wetterbilanz für Hallenberg, Medebach und Winterberg

Wie hier am Landschaftsrahmen Neuastenberg genossen selbst die Vierbeiner die tollen Aussichten – denn im letzten Monatsdrittel reihte sich ein wolkenloser Tag an den anderen.

Hallenberg/Medebach/Winterberg - Während die Wintermonate durchweg mild verliefen und sich über den gesamten Februar hinweg stürmisches und verregnetes Westwindwetter einstellte, zeigte sich der März deutlich facettenreicher. Er begann in Hochlagen mit Schnee, sorgte anschließend nochmal für viel Regen und endete mit trockener Kälte und vielen Sonnentagen. Dies ergaben die Messungen und Beobachtungen des Wetterportals Sauerland (www.wetter-sauerland.de).

Temperatur

Zieht man einen Schlussstrich unter den ersten Frühlingsmonat, so war er wieder einmal milder als üblich. Allerdings lagen die Abweichungen mit 0,7°C im Vergleich zum Mittel der Jahre 1981-2010, welches 0,8°C beträgt, deutlich unter denen der Wintermonate (teilweise mehr als 3°C zu mild). Der März 2020 reihte sich zudem etwa in die Mitte der beiden Vorjahre, denn der März 2018 war etwas zu kalt, die Ausgabe 2019 ein gutes Stück milder. Schaut man sich den Monat im Detail an, so fallen zwei vollkommen unterschiedliche Monatshälften auf. Weniger in Sachen Temperatur, denn diese zeigte nicht die für einen Frühlingsmonat übliche Erwärmung vom Monatsstart bis zum Monatsende. Vielmehr war der Monatsanfang zumindest in den Hochlagen nach einem Wintereinbruch Ende Februar noch teils leicht verschneit, bis zur Monatsmitte erwärmte sich die Luft dann deutlich und der Frühling machte sich erstmals bemerkbar. 

Die letzten zehn Tage des März brachten mit Winden aus Norden dann aber nochmals den Spätwinter zurück. So war der 16. März verbreitet der mildeste Tag des Monats. Überall im Sauerland wurde die 10°C-Marke überschritten, Altastenberg kam beispielsweise auf 13,1°C, Medebach erreichte genau 16°C. Bemerkenswert war dann aber die Temperaturentwicklung bis zum Monatsende. Erstmals in der gesamten Wintersaison konnte sich eine Nordostlage einstellen. Ein kräftiges Hochdruckgebiet lag über Skandinavien und damit dort wo es für Winterfreunde hingehört, es zwischen Dezember und Februar aber nicht einen einzigen Tag zu finden war. Auf der Ostseite des Hochs erreichte in mehreren Schüben spätwinterlich kalte Luft das Sauerland und vielen Wetterstationen wurden die tiefsten Temperaturen der gesamten Wintersaison gemessen. Der Kahle Asten kam auf -8°C, Winterberg und und Medebach erreichten rund -7°C. Sauerlandweiter Spitenreiter war wieder einmal die Ruhrquellenhütte mit knapp -12°C am Morgen des 30. März. 

Niederschlag

In Sachen Niederschlägen setzte der März die Line des Februars zunächst fort. So regnete und schneite es an den ersten 13 Tagen des Monats mit nur wenigen Unterbrechungen. Insgesamt kamen am Kahlen Asten bis dahin genau 100 Liter pro Quadratmeter zusammen, in Neuastenberg waren es 78 und in Medebach noch knapp 60 Liter. Damit wurde das Monatssoll bereits fast erreicht und ab diesem Zeitpunkt kam dann kaum noch was zusammen. In der 2. Monatshälfte fielen an drei Niederschlagstagen noch rund 10 Liter Niederschlag, das meiste davon am 29. März als Schnee. Insgesamt verzeichnete der Kahle Asten noch 12 Schneetage, die größte Schneehöhe erreichte der 7. März mit 23 cm. 

Wind

Mit den kräftigen Niederschlägen in der 1. Hälfte des Monats war auch der stürmische Südwestwind weiterhin ein Thema. In der Spitze erreichte er am 10. März bis zu 97 km/h auf dem Kahlen Asten, 72 km in Langewiese und 68 km/h an der Skihütte Pastorenwiese oberhalb von Hallenberg. Damit wurden die orkanartigen Windspitzen aus dem Februar aber nicht mehr erreicht. In der 2. Monatshälfte drehte der Wind für einige Tage auf Ost bis Nordost, eine für die letzte Zeit sehr ungewohnte Windrichtung. Oftmals kam er sehr böig daher und lies die gefühlten Temperaturen teils unter -10°C sinken. 

Sonne

Genau entgegengesetzt zu den Niederschlägen verhielt sich die Sonne. In der 1. Monatshälfte zeigte sie sich nur sporadisch, einige Tage blieben auch vollständig grau. Ab Monatsmitte kämpfte sie sich dann aber immer besser durch die Wolkendecke und in der Woche vom 22. bis zum 28. März war der Himmel über dem Sauerland quasi wolkenlos, ein sehr seltenes Ereignis. Insgesamt erfasste der Kahle Asten am Monatsende 150 Sonnenstunden und damit rund 60 Stunden mehr als normal.

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