100 Jahre segensreiches Wirken

Missionsschwestern vom Orden „Königin der Apostel“ feiern ihr Jubiläum in Hallenberg

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Sie sind nicht mehr wegzudenken aus Hallenberg: Die Missionsschwestern vom Orden „Königin der Apostel“ begingen am Montag ihr 100-jähriges Jubiläum. Unter anderem zu Gast war Erzbischof Hans-Josef Becker.

Hallenberg. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Hallenberger St. Josefs-Hauses, zelebriert von Erzbischof Hans-Josef Becker aus Paderborn, begingen am Montag die Missionsschwestern vom Orden „Königin der Apostel“ ihr 100-jähriges Jubiläum in Hallenberg.

Im Jahr 1919, direkt nach dem Ersten Weltkrieg, kamen drei Schwestern, Sr. Hieronyma, Sr. Florentine und Sr. Euphrosyna, nach Hallenberg und begannen ihr segensreiches Wirken. Das war der Beginn einer Ordensgemeinschaft der „Königinnen der Apostel“ auf deutschem Boden. In diesen Jahren herrschte überall in Deutschland, auch in Hallenberg, große Not, sodass die Bewohner von Hallenberg und Umgebung froh waren über die Hilfe, welche ihnen von den Schwestern zuteil wurde. Gewohnt haben die drei in den ersten Jahren im „Schreiberschen Haus“, dem heutigen Pfarrhaus. Schon 1920 kauften die Schwestern das „Bahnhofs-Hotel“ und errichteten hier ein Krankenhaus, das „St. Josefshaus“, welches 1923 eröffnet wurde. Die Bevölkerung war glücklich ein Krankenhaus vor Ort zu haben, hier wurden kleinere Operationen von den ortsansässigen Ärzten durchgeführt und viele Hallenberger haben hier das Licht der Welt erblickt. Die Schwestern fungierten als OP-Schwestern und Pflegerinnen. 

Schwestern auf dem Mofa

Darüber hinaus gab es immer eine Stadtschwester, die Hausbesuche machte und die Kranken zu Hause versorgte. Schwester Heriberta und Engelberta sind vielen auch heute noch in Erinnerung, wie sie mit ihren Mofas auf Hallenbergs Straßen unterwegs waren. Neben der Krankenpflege kümmerten sich die Schwestern auch um die Kinderbetreuung, 1922 wurde eine „Kinderverwahrschule“ im „Schreiberschen Haus“ eröffnet, in dem in den Sommermonaten viele Kinder betreut wurden. 1936 wurde hier der erste offizielle Kindergarten errichtet. In der Kinderbetreuung waren die Schwestern bis um die Jahrtausendwende im Stadtgebiet tätig. 

Eine Tänzerin hat beim Gottesdienst, ähnlich wie hier, einen traditionellen indischen Tanz präsentiert.

Nicht nur die Kinder lagen ihnen am Herzen, sie boten auch den jungen Mädchen und Frauen durch die Errichtung einer Nähschule (ab 1920) eine Perspektive – später konnten sie Kenntnisse im Kochen und in der Hauswirtschaften erwerben. Während des Zweiten Weltkrieges pflegten die Schwestern die im „St. Josefshaus“ einquartierten verletzten Soldaten. Das „St. Josefshaus“ wurde nach und nach vom Krankenhaus zu einem Haus für pflegebedürftige Menschen umfunktioniert. Am 4. Februar 1966 kamen die ersten drei indischen Schwestern – Sr. Albina, Sr. Juliana und Sr. Melitta – nach Hallenberg. 1971 entschied man sich, ein Badehaus mit allen Behandlungsmöglichkeiten (Sauna, Massagen, Physiotherapie usw.) zu errichten. 

Gebete und Taten der Nächstenliebe

Das neue Badehaus war von 1974 bis 1991 in Betrieb. 1983 wurde das „St. Josefshaus“ in ein Alten- und Pflegeheim mit 44 Plätzen umgebaut und am 2. Februar eingeweiht. Im Jahr 2000 übernahm der Caritas-Verband Brilon die Trägerschaft des Alten- und Pflegeheims. Hier arbeiten die Schwestern, soweit es ihr Gesundheitszustand zulässt, weiter in der Pflege und Betreuung mit. Heute gehören noch 17 Schwestern zur Gemeinschaft des „St. Josefs-Hauses“, die überwiegende Mehrheit ist im Ruhestand. Mit ihren Gebeten und Taten der Nächstenliebe unterstützen sie die Anliegen der Menschen. 

In ihren Festreden würdigten die Generaloberin Sr. Dr. Nanditha Pereira SAR aus Wien, Erzbischof Hans-Josef Becker aus Paderborn, Pfarrer Dr. Achim Funder, Provinzoberin Sr. M. Joicy Joseph, Hallenbergs Bürgermeister Michael Kronauge und Heinz-Georg Eirund vom Caritasverband Brilon das segensreiche Wirken der Schwestern in Hallenberg und gaben der Hoffnung Ausdruck, dass ihr Wirken auch in Zukunft noch lange so weitergeht.

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