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Proteste gegen Windpark

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Zwölf neue Windkraftanlagen sollen im Westen von Bromskirchen gebaut werden. Foto: Silke Kaiser/pixelio.de
Zwölf neue Windkraftanlagen sollen im Westen von Bromskirchen gebaut werden. Foto: Silke Kaiser/pixelio.de

Die Energiewende in Deutschland soll bis zum Jahr 2050 vollbracht sein. Dann würden 80 Prozent der Energieversorgung aus erneuerbaren Energiequellen gespeist.

Aus diesem Grund veranlasst unter anderem die hessische Landesregierung, dass zwei Prozent der Flächen für Windenergie genutzt werden. In Bromskirchen sollen deshalb zwei neue Windparks entstehen. Doch das stößt auf erste Proteste.

Von Stefanie Reinelt und Lars Lenneper

Der „Windpark Bromskirchen West“ soll oberhalb des Luftkurorts Wunderthausen entstehen. Dort stehen bereits seit den 1990er Jahren fünf Windkraftanlagen. Diese sollen nun „repowered“, das heißt erneuert und ausgebaut werden. Die vormals 100 Meter hohen Windräder werden durch zwölf 220 Meter hohe Windräder ersetzt. In einem Windpark im östlichen Bromskirchen sollen weitere sechs bis acht Windanlagen gebaut werden.

In einer ersten öffentlichen Sitzung im Dezember 2012 hatten die Gemeindevertreter von Bromskirchen über die Änderungen des Flächennutzungsplans abgestimmt. „Die Öffentlichkeit soll nun mit ins Boot genommen werden“, sagt der Bürgermeister von Bromskirchen, Karl-Friedrich Frese. Bürger, Gemeindevertreter und Naturschützer können noch bis Mittwoch, 27. Februar, ihre Stellungnahmen bei der Stadt abgeben. „Bedenken werden von den Planungsbüros überprüft“, so Karl-Friedrich Frese weiter. Schwierigkeiten gebe es beim Naturschutz. Die vorgesehenen Flächen gehören zu einem EU-Vogelschutzgebiet. Es müsse geprüft werden, ob die Windräder nicht in den Flugrouten der Vögel liegen. „Für den Bau der Windkraftanlagen sehe ich die Chancen 50:50. Ich denke, dass nicht alle Windräder gebaut werden können“, so der Bürgermeister. Mit einem Ergebnis der ersten Öffentlichkeitsbefragung rechne er frühestens Mitte bis Ende April.

Die ersten Proteste kommen bereits aus dem Ort Wunderthausen. Ortsvorsteher Martin Schneider: „Seit der Errichtung der derzeit bestehenden fünf Windkraftanlagen leiden die Bürger unter der ständigen Immissionsbelastung der Anlagen.“ Er fordert, die Anzahl der Windräder auf sechs bis acht zu beschränken. Wirtschaftlich würden sich aber nur ein Dutzend Windräder für den örtlichen Energiebetreiber lohnen, so Karl-Friedrich Frese.

Welchen Einfluss ein Bürgerwiderstand auf die letztendliche Realisierung möglicher Windkraftanlagen haben kann, zeigen nicht zuletzt die Beispiele aus Grönebach und Niedersfeld. Hier haben sich die Anwohner zusammengetan und sind aktiv gegen die vorgesehenen Standorte im Flächennutzungsplan-Änderungsverfahren vorgegangen (SauerlandKurier berichtete). In Grönebach rief man zu Dorfversammlungen auf, in Niedersfeld hatte sich sogar eigens eine Bürgerinitiative gegründet. Das Ergebnis: zwei der drei vorgesehen Flächen „Hoher Hagen“ (zwischen Niedersfeld und Siedlinghausen) und „Knick/Botzenhagen“ (Nähe Grönebach) schieden letztlich aus den Planungen aus und werden nicht umgesetzt.

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