Vater zum Teil entlastet

In diesem Haus starb im März die kleine Jacqueline. Foto: SK

Nächster Prozesstag um Hungertod der kleinen Jacqueline

Bromskirchen/Marburg. (SK) Im Prozess um den Hungertod der kleinen Jacqueline aus Bromskirchen hat am Montag laut Informationen der HNA ein Gutachter vor dem Marburger Landgericht den Vater des Kindes zum Teil entlastet. Guido H. (34) habe am 11. März 2007, als er das Kind nach eigenen Angaben zuletzt gesehen hatte, nicht unbedingt den ernsten Zustand erkennen müssen. Objektiv habe das Kind krank ausgesehen, aber es gebe laut Aussage eines Kinderarztes der Uni-Klinik Marburg/Gießen durchaus Fälle, in denen Eltern dies nicht so wahrnehmen würden. Jacqueline starb am 24. März im Alter von 14 Monaten.

Den Eltern Judith H. und Guido H. wird vorgeworfen, sie hätten das Mädchen verhungern und verdursten lassen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde die Sachverständige Sara Gonzales-Cabeza gehört. Sie hatte das psychiatrische Gutachten über Judith H. angefertigt und ihr volle Schuldfähigkeit bescheinigt. Die Verteidigung stellt dies in Frage und begründet die Einschätzung mit dem Drogenkonsum der Angeklagten. Rechtsanwalt Werner Momberg fragte die Gutachterin nach den typischen Symptomen einer Depression und welche bei Judith H. aufgetreten seien. "Sie war unglücklich, aber nicht krank", lautete das Fazit von Gonzales-Cabesa. Der Anwalt von Judith H. kündigte für den nächsten Prozesstag am morgigen Donnerstag, 17. Januar, einen weiteren Beweisantrag an. Er möchte, dass ein neues psychiatrisches Gutachten für die Angeklagte eingeholt werde. An dem vorliegenden Gutachten bestehen seiner Ansicht nach Zweifel. Vor allem gehe es dabei um die Frage, ob die 22-Jährige unter Depressionen gelitten habe und womöglich vermindert oder gar nicht schuldfähig sei.

Über den Beweisantrag will das Gericht am Donnerstag entscheiden. Lehnt die Kammer den Antrag aber ab, könnte dies der letzte Prozesstag mit Plädoyers und Urteilsverkündung sein.

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