Wilde Fotos gesucht

Verein aus Braunshausen baut HSK-Infoportal zu heimischer Fauna auf

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Auch wer den Fuchs vor die Linse bekommt, wird gebeten, das Foto an den Verein zu senden.

Hochsauerland/Braunshausen. Fast 30 Prozent der untersuchten rund 97.000 Tier- und Pflanzenarten weltweit sind bedroht, hält die Weltnaturschutzunion IUCN auf ihrer „Roten Liste“ fest. Auch der Bestand einiger Lebewesen im HSK nimmt ab, wie Wildkatze oder Rebhuhn, teilt die Untere Naturschutzbehörde auf Nachfrage mit. Um für Arten- und Naturschutz zu sensibilisieren, möchte der Verein „Zukunftsforum1“ aus Braunshausen ein Portal, das über die heimische Fauna informiert, aufbauen. Dafür benötigen die Mitglieder Hilfe von (Hobby-)Fotografen.

„Ob Jäger, Jagdpächter, Vogel-, Insekten- oder Amphibienkundler – oder jemand, der einfach Freude an unserer lebendigen Natur hat – jeder kann teilnehmen“, sagt Elke Buchwald stellvertretend für den Verein. Fotos über die Grenzen des Sauerlandes hinweg können ebenso Berücksichtigung finden, „sofern die Tierarten auch im südöstlichen Teil beheimatet sind“. 

„Des Weiteren möchten wir dazu beitragen, dass der Naturfreund tiefergehende Infos in bereits existierenden Infoportalen findet“, so Buchwald. „Geschehen soll das durch Vernetzung und Links zu wichtigen Internetseiten, die über Artenvielfalt und Forschungsergebnisse berichten – wie über das Vogelschutzgebiet ‘Medebacher Bucht’.“ Voraussichtlich innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen zudem Bilder für die Beschilderung der Wanderwege in und um Braunshausen ausgewählt und mit Infos versehen werden; einige der aussagekräftigsten Fotos werden im „Braunshauser Naturbuch“, einem Outdoor-Buch, das im öffentlichen „Themengarten am Wehlenbach“ ab September ausliegen soll, veröffentlicht. 

Gesammelt werden Fotos in vier Kategorien

Wildlebende Säugetiere Neben Rotwild, Fuchs, Dachs, Fledermaus & Co. sollen auch „Einwanderer“ wie Waschbär und schwarze Eichhörnchen Berücksichtigung finden, „denn auch sie sind Teil unserer tierischen Vielfalt“, so der Verein. 

Die Vogelwelt „Die Artenvielfalt der Vögel in unserer Region sucht – gerade durch Vogelschutzgebiete – ihresgleichen. Man muss kein Ornithologe sein, um das zu erkennen“, heißt es. „Ob Greif- oder Singvogel – ob Roter Milan, Falke, Kauz, Raubwürger, Rotschwänzchen, Fink oder Krähe.“ 

Die Insektenwelt „Klein sind sie – aber oho! Und schön sind sie auch“, so der Verein. Schmetterling, Motte, Wildbiene, Wespe, Hummel, Ameise oder Grille – Nützling oder auch Schädling wie der Borkenkäfer, Zuwanderer wie das Taubenschwänzchen – „sie alle gehören zum Ökosystem“. 

„Amphibien, Lurche, Echsen und Schlangen, Molche, Salamander, Frösche, Kröten, Eidechsen, Blindschleichen, Natter & Co. – auch sie bereichern unseren Lebensraum und tragen zu seinem Funktionieren bei“, erklärt der Verein weiter. Ob im Garten, im Teich, im Bachbett, auf der Wiese, auf Steinen, in Hecken oder auf Holzhaufen – wer ein Auge für diese Mitgeschöpfe hat, wird sie finden.

„Wir bauen das Portal für alle auf, für Privatleute, Vereine, Organisationen. Wir möchten Bürger für die heimische Artenvielfalt begeistern – und so vielleicht einen kleinen Beitrag leisten, um diese zu erhalten“, erklärt Elke Buchwald. Infos gibt’s per Mail: zukunftsforum1@gmx.de – hier können auch Fotos eingesendet werden.

Die Fotoquelle wird – mit Ausnahme der Wanderwege-Tafeln – genannt; der Fotograf kann auch anonym bleiben. Es ist vorgesehen, dass sich alle Interessierten alle veröffentlichten Fotos ohne Quellenangabe lizenz- und kostenfrei herunterladen können. Die Fotoaktion läuft unbegrenzt. Allerdings können nur Fotos, die bis Ende Juli 2019 eingehen, für das Outdoor-Buch berücksichtigt werden. Gesucht werden zudem Helfer zum Aufbau der Homepage des ZukunftsForum1.

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