Freiwillige Feuerwehr Marsberg erhält beim Neujahrsempfang der Stadt den Bürgerpreis

Älteste Bürgerinitiative geht „durchs Feuer“

Die Freiwillige Feuerwehr Marsberg mit all ihren Löschgruppen ist stolzer Bürgerpreisträger. Fotos: Kristin Sens
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Die Freiwillige Feuerwehr Marsberg mit all ihren Löschgruppen ist stolzer Bürgerpreisträger.

Marsberg/Bredelar. „Es ist mir eine besondere Freude, den diesjährigen Bürgerpreis an die freiwillige Feuerwehr der Stadt Marsberg zu verleihen“, erklärte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, bevor er beim Neujahrsempfang der Stadt Marsberg im Kloster Bredelar das symbolträchtige silberne „A“ der Wehrleitung mit Alfons Kleffner, Josef Straub und Martin Hünemeyer übergab. Der Bürgerpreis ist mit einem Geldgeschenk in Höhe von 250 Euro verbunden.

„Lassen Sie uns dieses große Ereignis zur Ehre all jener Feuerwehrleute feiern, die in den vergangenen Jahrzehnten ihren Dienst verrichtet haben - und zur Ehre derjenigen, die das heute tun“, fuhr der Bürgermeister fort, ehe er hinzu setzte, dass die Freiwilligen Feuerwehren mit Abstand die ältesten Bürgerinitiativen seien. „Ein solch freiwilliger Einsatz kann nicht verordnet werden, er entsteht vielmehr aus ganz persönlicher Motivation“, erklärte Hülsenbeck. In seiner Laudatio ging der Bürgermeister auf die veränderten Anforderungen der Wehrleute ein und betonte: „Wir brauchen Sie daher auch in Zukunft, Ihren Mut, Ihr Fachwissen und Ihre Umsicht. Wir brauchen Ihre Bereitschaft, dorthin zu fahren, wo Menschen, Tiere oder Sachwerte in Gefahr sind.“ 

Hülsenbeck äußerte die Hoffnung, dass sich auch zukünftig genügend Menschen bereitfinden, dieses Amt zu übernehmen: „Es ist richtig wohltuend zu hören, dass wir in Marsberg gar keine Nachwuchsprobleme haben. Allein im letzten Jahr hatten wir 73 Neuzugänge, davon 33 Quereinsteiger und 40 aus unserer Jugendfeuerwehr. Rekordverdächtig, oder?“ Zur Freiwilligen Feuerwehr Marsberg gehören, nach Aussage des Bürgermeisters, zur Zeit 500 Aktive, 150 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, zwei Spielmannszüge sowie eine 180 Personen starke Alters- und Ehrenabteilung.

Nicht vergessen, dass man hier in Frieden und Freiheit lebt

Seine Neujahrsansprache eröffnete Hülsenbeck, ein Gedicht Peter Roseggers zitierend, mit einem Appell für „mehr Frieden und weniger Streit“. Gleich zu Beginn seiner Rede ging der Bürgermeister auf das Thema Flucht und Asyl ein: „Auch wenn man tagtäglich mit neuen Aussagen hierzu überhäuft wird – es ist mir dennoch ein großes Anliegen dieses bedeutsame und wesentliche Thema bei unserem Neujahrsempfang anzusprechen.“ Ein Blick zurück in die eigene nationale Vergangenheit sowie in die Welt mache bewusst, wie gut die Menschen es hier heutzutage hätten, erklärte der Bürgermeister.

Bei allen persönlichen Sorgen, die es auch gebe, solle man nicht vergessen, dass man hier „in Frieden und Freiheit“ lebe und in „einer der besten Demokratien unserer so ungleichen Welt“. Eindringlich fragte Hülsenbeck: „Ist es verwerflich, wenn Menschen auf der Suche nach einem friedlichen Ort, was wir für uns als ganz selbstverständlich in Anspruch nehmen, hier in Deutschland ankommen?“

Gastredner referiert über digitale Zukunft

Die Schicksale dieser Menschen seien gerade für die jüngeren Generationen nur schwer vorstellbar. „Jeder sollte für sich überlegen, was ihm widerfahren müsste, um eine Flucht mit ungewissem Ausgang, ungewissem Ziel und möglicherweise ohne Rückkehr anzutreten“, mahnte der Bürgermeister. In dem Zusammenhang sprach der Bürgermeister den rund 30 Ehrenamtlichen seine Anerkennung aus, die sich um die zurzeit noch 300 Flüchtlinge in Marsberg kümmerten. „Ihrer aller Leistung ist unbezahlbar“, so Hülsenbeck.

Anschließend ging der Bürgermeister in seinem Jahresrückblick auf Themen wie Finanzen, Wirtschaft, Verkehrsplanung und ehrenamtliches Engagement ein. Sorgen bereiteten ihm zurzeit das Gewerbe- und Industriegebiet Westheim: Es sei zwar gelungen, einen Interessenten für 20.000 Quadratmeter und der Aussicht auf 50 bis 100 guten Arbeitsplätzen zu gewinnen, nun habe aber das Amt für Archäologie gemeldet, dass in dem betroffenen Bereich vermutlich eine alte Siedlung zu finden sei. 

Da die Sondierungs- und Grabungskosten der Eigentümer, also die Stadt Marsberg, tragen muss, sehe man hier vielen Unwägbarkeiten entgegen. Selbst wenn man nur die unmittelbar betroffene Fläche untersuchen lasse, seien Kosten von 400.000 Euro bis zu einer Million Euro möglich. „Und was soll mit den restlichen Flächen passieren? - Ich ziehe jetzt den Publikumsjoker. Sagen Sie es mir gleich beim Gespräch wie es aus ihrer Sicht weitergehen soll“, wandte sich der Bürgermeister an die Zuhörer.

Breitbandausbau ein wichtiges Ziel

Beim Ausblick in das neue Jahr erwähnte Hülsenbeck die Feierlichkeiten zum Lutherjahr, die Regionale-Bewerbung, Leader und die 50-jährige Städtepartnerschaft zwischen Lillers und Marsberg, die um Pfingsten gefeiert werde. Ein weiteres Thema war die digitale Infrastruktur. Der Bürgermeister versicherte, dass der Breitbandausbau eines der wichtigen Planziele der Stadt sei und berichtete, dass Marsberg als eine der ersten Kommunen einen Bewilligungsbescheid des Landes über rund 700.000 Euro (Eigenanteil rund 70.000 Euro) erhalten habe.

Als Gastredner war Günter Korder, Geschäftsführer bei it’s OWL geladen, der erläuterte, wie Ostwestfalen-Lippe auf einem guten Wege sei, „Kompetenzregion für intelligente technische Systeme“ zu werden. It’s OWL ist ein Zusammenschluss von über 180 Unternehmen, Hochschulen und weiteren Partnern, mit dem Ziel intelligente Technologien für die Wirtschaft zu entwickeln. Seit der Gründung vor rund fünf Jahren sind 47 Forschungsprojekte initiiert worden.

Ungeachtet der widrigen Witterungsverhältnisse, waren rund 200 Marsberger der Einladung zum Neujahrsempfang im Kloster Bredelar gefolgt. An überregionaler Prominenz war neben den beiden Bundestagsabgeordneten Dirk Wiese und Patrick Sensburg auch der Landtagsabgeordnete Herrn Matthias Kerkhoff, der stellvertretende Landrat Michael Schult sowie Klaus Bunse als Polizeidirektor des Hochsauerlandkreises und Edgar Rüther, Chef vom Regionalforstamt Soest-Sauerland, anwesend.

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