Förderverein nicht von der Existenz der Kerschensteiner Schule abhängig

Die Aufgaben werden bleiben

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung Lernbehinderter Marsberg machte die Vereinsvorsitzende Elisabeth Grothe deutlich, dass der Verein laut Satzung allen Kindern und Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen dient und nicht der spezielle Förderverein der Kerschensteiner Schule ist. Den Verein treibt die Sorge um die beabsichtigte Schulschließung aller Förderschulen Lernen im HSK um.

Durch die Inklusion werden weitere, neue Aufgaben auf den Verein zukommen, so Grothe. Nach den Plänen der Landesregierung soll Inklusion schrittweise in den Jahrgangsstufen eins und fünf beginnen. Das Wahlrecht der Eltern, ihr Kind auch in eine Förderschule zu schicken, soll erhalten bleiben.

Wenn Förderschulen zu klein werden, sollen die Schulen auslaufen – das heißt, es werden keine neuen Schüler aufgenommen, sondern nur noch die bisherigen Klassen weitergeführt.

Warum für HSK ein Sonderweg?

Angesichts dieser landesweiten Absichten stieß der Beschluss des Schulausschusses des Hochsauerlandkreises vom Februar in der Versammlung auf Unverständnis. Er sieht vor, alle Förderschulen Lernen im HSK aufgrund der niedrigen Schülerzahlen zum 31. Juli 2014 zu schließen und nicht auslaufen zu lassen. Für Marsberg wird in der Beschlussvorlage festgestellt, dass die derzeitigen Schüler der Kerschensteiner Schule in bereits bestehende Hauptschulklassen passen.

Die Mitglieder fragten: „Warum soll im HSK jetzt, kurz vor einer landesweiten Regelung, ein Sonderweg beschritten werden?“ Wie sich der Verein in die anstehenden Überlegungen zur Schulschließung einbringt, soll mit Eltern, die Kinder in der Kerschensteiner Schule haben, abgestimmt werden.

Die Mitglieder sahen es als notwendig an, dass die lernbehinderten Kinder weiterhin gut gefördert werden müssen. Neben den Lerninhalten war und ist es wichtig, das Selbstbewusstsein der Kinder zu entwickeln und zu stärken. Die Versammlung schloss mit der Gewissheit, dass sich der Verein selbst bei Wegfall der Kerschensteiner Schule nicht auflösen wird. Die Personen, die im Mittelpunkt der Vereinsarbeit stehen, wird es weiterhin geben und sie werden weiterhin zusätzliche Hilfen benötigen, um Schulziele zu erreichen, einen Beruf zu erlernen und einmal unabhängig ihr Leben zu gestalten.

Und wie Elisabeth Grothe berichtete, wurden 2012 die zweimonatigen Stammtische des Fördervereins gut besucht und dienten dem Austausch sowie der Planung von Aktivitäten. Die Vereinsfahrten führten ins Sauerlandmuseum in Arnsberg sowie nach Bückeburg. Wie bisher wurde die Kerschensteiner Schule großzügig unterstützt. Die Spenden, die anlässlich des Todes von Rose Marie Menzel eingingen, wurden zum einen für ein Trainingsprogramm zur Selbstbehauptung und Gewaltprävention für alle Schüler verwendet und fließen zum anderen in die Finanzierung der „Tage der Berufsorientierung“ der Klassen acht und neun.

Dass die Mitglieder mit dem Vereinsvorstand zufrieden sind, zeigten die Wahlen: Alle Vorstandsmitglieder des Fördervereins wurden für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

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