Nur noch eine Anlaufstelle

Beratungen im Ausschuss: So soll der geplante Anbau an das Marsberger Rathaus aussehen

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Der geplante Anbau soll die prägnante Fassade des alten Rathauses nicht stören und wird deshalb nur über ein Obergeschoss verfügen. 

Marsberg. Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag über den geplanten Anbau an das Rathaus beraten und sich einheitlich für eine Empfehlung des Vorhabens an den Rat ausgesprochen.

Die geplanten Baumaßnahmen sind erforderlich, weil die Räume an der Bredelarer Straße, in denen das Sozialamt derzeit untergebracht ist, sanierungsbedürftig und vor allem nicht barrierefrei sind. Dies bedeutet, dass Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen, Kinderwagen usw. nicht ohne fremde Hilfe in die Räume gelangen können. Besonders vor dem Hintergrund einer älter werdenden Gesellschaft komme dem Aspekt der Barrierefreiheit eine immer größere Bedeutung zu, ist der Bürgermeister überzeugt. 

Ein behindertengerechter Zugang am jetzigen Standort des Sozialamtes, welches zudem nur in angemieteten Räumlichkeiten untergebracht ist, wäre nur mit einem unvertretbar hohen baulichen und finanziellen Aufwand möglich. Ferner wären dort in Zukunft auch weitere erhebliche Investitionen, zum Beispiel im IT-Bereich, notwendig geworden. Daher hatte im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe der im Rat vertretenen Fraktionen über Alternativen beraten.

Kostengünstigere Variante

Insbesondere die sogenannte „gelbe Schule“ in der Trift wurde seinerzeit intensiv in die Prüfungen mit einbezogen. Der Anbau an das Rathaus stellt jedoch die deutlich bessere und kostengünstigere Variante dar. So kann beispielsweise über nur einen Aufzug ein barrierefreier Zugang zu allen Etagen des Anbaus sowie des bereits bestehenden Rathauses erreicht werden. 

Der behindertengerechte Zugang zum Rathaus brennt den Verantwortlichen seit Längerem unter den Nägeln. Zudem stoße das alte Rathaus mit seinen Platzbedarf an seine Grenzen. „So können wir mit einem Schlag beide Anliegen lösen“, freut sich der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Antonius Löhr. Ferner kann ein Neubau energetisch deutlich besser ausgestattet werden als es beim Umbau eines Altgebäudes möglich wäre. Ein weiterer Vorteil für die Bürger wird sein, dass es künftig für alle Ämter nur eine zentrale Anlaufstelle gibt.

Die Entwurfsskizzen (zum Vergrößern oben rechts klicken) zeigen die Ansicht des Neubaus von verschiedenen Seiten.

Wie die Skizzen des Vorentwurfs zeigen, ist als Anbau ein dreigeschossiger Querriegel (inklusive Keller) geplant, mit ca. 25 neuen Büros und einem Besprechungsraum. Der Verbindungstrakt beinhaltet den Aufzug. „Der Neubau soll das vorhandene Rathaus mit seiner prägnanten Fassade optisch nicht stören und sich daher klar von ihm abgrenzen“, erklärte Löhr.

Die Bauplanung wird durch einen Arbeitskreis aus Ratsmitgliedern begleitet. Als nächster Schritt wird ein Architekturbüro beauftragt. Auch die erforderlichen Rodungsarbeiten werden in die Wege geleitet. Die endgültige Beschlussfassung über die Ausführung des Rathausanbaus wird in der nächsten Sitzungsrunde im Mai erfolgen.

Kalkulierte Baukosten ca. 1,3 Millionen Euro

Die Baukosten werden derzeit auf circa 1,3 Millionen Euro beziffert. Die Stadt gibt jedoch zu bedenken, dass in dieser Prognose sich noch einige Unwägbarkeiten befinden. Besonders die konjunkturelle Lage im Baubereich kann zu Änderungen führen. Ungefähr die Hälfte des Aufwands (700.000 Euro) ist bereits im Haushalt 2019 eingeplant. Der Ansatz für 2020, der bisher 300.000 Euro betrug, wird – vorbehaltlich des Ratsbeschlusses kommende Woche – um 332.500 Euro aufgestockt. „Der Plan ist, noch in diesem Jahr mit dem Bau zu beginnen“, so Löhr optimistisch.

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