„Herzkammer der Demokratie“

Ausstellung macht Schüler mit der Arbeit des Landtags vertraut

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„Landtag macht Schule“: Mit einer Wanderausstellung, die zur Zeit am Marsberger Carolus-Magnus-Gymnasium Station macht, möchte die Politik auf Arbeit und Funktionsweise des Landesparlaments aufmerksam machen.

Marsberg – „Der Landtag ist die Herzkammer der Demokratie in Westfalen“, erklärte die stellvertretende Landtagspräsidentin Angela Freimuth bei der Eröffnung der Ausstellung „Landtag macht Schule“ im Carolus-Magnus-Gymnasium (CMG) in Marsberg.

Mit Stellwänden ist das Rund des Plenarsaals nachgebildet, in der Mitte ein authentisches Rednerpult. „Alle Räume im Landtag sind rund, damit niemand ausgegrenzt werden kann“, erläutert die Vizepräsidentin den Schülern. Davor liegen viele blaue Würfel als „Bausteine“ der Demokratie: Wörter wie „Rechtsstaat, Religionsfreiheit, Parteien, Pressefreiheit, Bildung, Toleranz, Parlament oder Europa“ ist auf ihnen zu lesen. 

Für die nächsten zwei Wochen können Schüler hier ein „Feeling“ dafür bekommen, wie es im Landtag aussieht und was dort gemacht wird. Anhand von Informationstafeln, Fotos und Diagrammen erfahren sie, welche Funktionen und Aufgaben der Landtag hat, wie er organisiert ist, welche Parteien aktuell im Landtag vertreten sind, wie das Wahlverfahren aussieht, wie Jugendliche Zugang zum Parlament finden, was Föderalismus bedeutet und demokratische Vielfalt beinhaltet. 

Nicht nur das Gymnasium, sondern auch die Sekundarschule wird dieses Angebot nutzen. Deren Schulleiterin Karin Stolp war deshalb der Einladung zur Eröffnung gefolgt. Auch wenn die Themen Staat, Wahlen und Parlament formal erst in den oberen Jahrgängen behandelt werden, vertritt sie die Auffassung: „Demokratie ist immer ein Schulthema.“ Das beginne bereits in der fünften Klasse, wenn demokratische Grundsätze, zum Beispiel bei den Wahlen der Klassensprecher, vermittelt werden. Vor allem die Lehrer der oberen Klassen jedoch werden die Ausstellung in ihren Unterricht einbinden. Es bestehe zudem die Möglichkeit, einmal spontan runterzugehen, um zu einem konkreten Thema etwas zu veranschaulichen, erklärten Lehrer des Gymnasiums. 

Im Rahmen des Eröffnungsprogramms inszenierten Schüler der Q2 eine Schulstunde zum Thema „75 Jahre Landtag NRW“. Beim anschließenden Rundgang durch die Ausstellung beantwortete Freimuth Fragen der Schüler. „Alles was wir im Parlament diskutieren, betrifft Ihre/eure Lebensgestaltung“, erklärte sie und ermutigte die Schüler, Mitglieder des Landtags anzuschreiben. Neben dem Landtag gebe es noch andere demokratische „Herzkammern“, wie den Kreistag oder die Gemeindevertretung auf kommunaler Ebene – aber auch Gewerkschaften oder die Schülervertretung halten die Demokratie am Laufen, hatte die Vizepräsidentin zuvor bei ihrer Eröffnungsrede ausgeführt. 

„Überall wo Entscheidungen getroffen werden, wollen wir, dass Demokratie gelebt wird“, appellierte sie an die Zuhörer und erinnerte dabei daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. Demokratie sei manchmal anstrengend und fordernd, aber sie sei immer noch die bestmögliche Staatsform, mit der größtmöglichen Freiheit für jeden Einzelnen. 

Die Definition von Demokratie sei Freiheit, Integration und Gleichberechtigung, betonte Schulleiter Dr. Markus Bohnensteffen in seiner Begrüßung. Dies seien „lebensgestaltende Werte“. Um so wichtiger, sie den Jugendlichen ins Gedächtnis zu rufen – und die Ausstellung sei die beste Möglichkeit dazu, ist der Pädagoge überzeugt. Zwar seien auch Besuche von Schulklassen im Landtag möglich, jedoch immer mit einigem Aufwand verbunden. „Heute kommt der Landtag zu uns“, freute er sich. Politik stehe nicht vorne an bei den Interessen von Jugendlichen, dabei beginne Politik „vor der Haustür“, so Antonius Löhr, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters – und nannte beispielhaft Klima, Brexit und Digitalisierung als Themen, die alle hautnah beträfen. „Engagierte und gut informierte Jugendliche werden mehr denn je gebraucht“, betonte er.

Information/Hintergrund

Ziel der Wanderausstellung ist, Demokratie und Politik erfahrbar zu machen. Unterstützt wird die Ausstellung von der Landeszentrale für politische Bildung. Sie kann kostenlos beim Landtag NRW, Sachbereich „Schülerprogramme, Jugendparlament“ gebucht werden. Ansprechpartnerin: Dorothea Dietsch, Tel: 02 11/8 84 24 50, E-Mail: jugend@landtag.nrw.de.

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