Mut am Anfang

Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra ist eröffnet

So wie die originalgetreue Kopie der Himmelsscheibe von Nebra strahlten auch alle an der Ausstellung Beteiligten bei der Eröffnung. (V.li.:) Stefan Meyer (Volksbank Marsberg), Fördervereinsvorsitzender Detlev Steinhoff, Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, Kuratorin Dr. Regina Maraszek, Museumsleiter Heiner Duppelfeld, Sigurd Born (Karl-Friedrich-Hein-Stiftung) und Andreas Trotz (Sparkasse Marsberg). Foto: Kristin Sens

Obermarsberg. „Träume von gestern sind oft die Wirklichkeit von heute.“ Diese Erfahrung machte Detlev Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins Historisches Obermarsberg – zum großen Glück für alle Bewohner Marsbergs und der näheren Umgebung: Denn ohne diesen anfänglichen Traum wäre niemand auf die Idee gekommen, die Wanderausstellung über die weltberühmte Himmelsscheibe von Nebra ins Heimatmuseum der Stadt Marsberg zu holen. Am Sonntag wurde die Ausstellung feierlich eröffnet. „Ein Traum, der Wirklichkeit wurde“, so Steinhoff bei der Begrüßung der Gäste.

„Als der Fund von Nebra bekannt wurde, war ich – wie so viele – begeistert und nachdem ich erste Abbildungen gesehen hatte, hegte ich immer den Wunsch, mal eine Kopie davon anzufertigen“, erklärte Steinhoff. Wie so oft im Leben, wurde aus dieser Idee nichts – aber dann erfuhr er von der Wanderausstellung und begann, den zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Museumsleiter Hermann Runte mit seinem Museumsteam sowie den Vorstand des Fördervereins mit seiner Idee anzustecken, die Ausstellung nach Obermarsberg zu holen.

„Ich war am Anfang skeptisch“, gestand der neue Museumsleiter Heiner Duppelfeld. Dann aber begann er über die Bedeutung und Funktionen von Museen nachzudenken, erinnerte sich seiner eigenen Erfahrungen als Lehrer, wie sehr sich Kinder zum Beispiel für kosmologische Zusammenhänge interessieren – und kam zur Einsicht: „Die Ausstellung ist in Marsberg richtig und wichtig.“

Mit neun Leuten fuhren sie im November nach Halle und unterschrieben den Vertrag mit dem Landesmuseum für Vorgeschichte, wo das Original der Himmelsscheibe aufbewahrt wird und welches die Ausstellung konzipiert hatte.

Die Bronzespezialistin und Kuratorin der Wanderausstellung Dr. Regina Maraszek erläuterte in einem auch für Nichtfachleute gut zu begreifenden und anschaulichen Vortrag einige der zentralen Punkte der Himmelsscheibe von Nebra – angefangen vom Fund der Bronzeplatte durch Raubgräber, über die zeitgeschichtliche Einordung (Anfang eines neuen Weltbildes) bis hin zur Rekonstruktion der verschiedenen Bearbeitungsphasen der Scheibe.

Himmelsscheibe hat weltweit viele Fans

„Die Scheibe hat inzwischen jede Menge Fans, nicht nur unter den Archäologen, weil jeder erkennen kann, was darauf abgebildet ist“, so die Kuratorin. Sie selbst betrachte die Himmelsscheibe noch immer fast täglich: „Ich kann sie so oft anschauen – und sie bleibt immer schön“, erklärte die Expertin. Maraszek hat die Entdeckungsgeschichte und Forschung um den sensationellen Fund von Beginn an intensiv begleitet.

„Ich freue mich, dass solche hochkarätigen Exponate in unserem Heimatmuseum zu sehen sind“, sagte Obermarsbergs Ortsbürgermeister Martin Halsband.

Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, der als „Hausherr“ des städtischen Museums die ausgestellte Kopie der Himmelsscheibe in den Händen halten durfte, beglückwünschte die Initiatoren der Ausstellung zur ihrem Mut, denn für ein so kleines Museum sei es ein gewagter Schritt und auch finanzielles Risiko, eine solche Ausstellung zu präsentieren. Die vielen Ehrengäste, die zur Ausstellungseröffnung gekommen waren, bewiesen allerdings, so der Bürgermeister, die Bedeutung der Ausstellung und das große Interesse an der Himmelsscheibe. Demokrit zitierend, sagte Hülsenbeck: „Mut am Anfang – Glück am Ende: das wünsche ich dem Museumsteam.“

Die Ausstellung ist im Heimatmuseum, Eresburgstraße 38, Obermarsberg, bis zum 31. Juli, jeweils mittwochs und sonntags von 13 bis 17 Uhr, geöffnet. Anmeldungen zu Sonderführungen sind jederzeit möglich: 02992/655548 oder online über die Homepage: www.fv-obermarsberg.de.

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