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Benediktusbogen am Stift in Obermarsberg wird restauriert

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Von: Kristin Sens

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Rolf Klostermann von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (2.v.l.) übergab den symbolischen Scheck für die Sanierung des Benediktusbogens. Foto: Kristin Sens
Rolf Klostermann von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (2.v.l.) übergab den symbolischen Scheck für die Sanierung des Benediktusbogens. © Kristin Sens

Obermarsberg. Kirchgänger, Friedhofsbesucher und Touristen schreiten regelmäßig unter ihm hindurch: Als früherer Eingang zur Klosterimmunität des Stifts in Obermarsberg setzt der Benediktusbogen ein deutliches Ausrufezeichen: Hier beginnt ein sakraler Bereich. Manche verweilen hier, betrachten die Figur in seiner Spitze oder wenden sich dem nebenstehenden Bildstock zu. In letzter Zeit hat er vielleicht immer weniger Aufmerksamkeit erhalten, denn wie an so vielen anderen historischen Bauwerken haben auch hier Witterung und Nutzung ihre Spuren hinterlassen. Mit Hilfe einer Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 10.000 Euro kann der Torbogen nun saniert werden.

„Die Fugen müssen nachgesehen werden, um den Wasserfluss zu stoppen und um damit zu verhindern, dass der Frost dem Torbogen weiter zusetzt“, erläuterte Hermann Runte, Mitglied des Kirchenvorstands. Die sogenannte „Rolandfigur“ hinter dem Torbogen soll zudem auf Farbreste hin untersucht werden, ergänzte Rolf Klostermann, Leiter des DSD-Ortskuratoriums Sauerland. Außerdem muss der nebenstehende Bildstock ebenfalls ausgebessert werden. Oberstes Ziel ist die Konservierung der Substanz. Die Arbeiten werden durch eine Fachfirma aus Paderborn ausgeführt, begonnen wird, sobald die Witterung es zulässt. Den Torbogen hatte 1759 der damalige Stiftspropst Kaspar de Reusche errichten lassen.

Konservative Spendenpolitik

Das Rundbogentor aus Kalkstein wird von einem Nischenaufsatz mit einer Kalksteinskulptur des heiligen Benedikt bekrönt. Rechts schließt sich eine in der Höhe abgestufte, rundbogige Seitenpforte an. Daneben steht die barocke Erste Station des Prozessionsweges der Sieben Fußfälle. Der ebenfalls aus Kalkstein gefertigte Bildstock besitzt eine nach vorne offene Nische mit flankierenden Fruchtgehänge-Reliefs. Die Nischenrückwand bildet ein Relief mit dem Titel „Christus nimmt das Kreuz auf sich“. Ein Giebel bekrönt den Bildstock. Hinter dem Tor, auf dem Weg zur Kirche, steht die stark verwitterte Kalksteinskulptur eines gepanzerten Ritters mit Mantel und Schwert. Am Sockel weist eine Inschrift auf das Wiederherstellungsjahr 1757 hin. Der Kirchenvorstand hatte gemeinsam mit dem Historischen Förderverein Obermarsberg die Initiative ergriffen und im Oktober die Genehmigung zur Sanierung vom Denkmalamt erhalten. Die DSD betreibe eine sehr konservative Spendenpolitik, wenn am Jahresende etwas übrig bleibt, dann könne man sich eben über solch einen „warmen Geldsegen“ freuen, erläuterte Klostermann.

Stadt beteiligt sich an Sanierungskosten

Der Benediktusbogen ist eines von über 440 Projekten, welches die Denkmalschutzstiftung, dank Spenden und Mitteln von WestLotto (GlücksSpirale), in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Im Zuständigkeitsbereich des Ortskurators Olpe/Märkischer Kreis/Hochsauerland sind es zurzeit 36 Projekte.

„Dies zeigt, dass es nicht immer nur die ganz großen Objekte sein müssen, die gefördert werden“, so Klostermann. Neben dem Erzbistum und der Stiftung wird sich voraussichtlich auch die Stadt Marsberg (als Teileigentümerin des Objekts) mit rund 8.000 Euro an der Restaurierung beteiligen. Sobald die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird es für die Besucher wieder einen Grund mehr geben, an dem Bogen innezuhalten.

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