Gemälde und Fußball im Gepäck

Besuch französischer Gäste aus der Partnerstadt Lillers am Pfingstwochenende in Marsberg

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Mit Jean-Marc Hecquet, Brigitte Vandaele und Christine Hecquet (v.l.) waren drei der sechs französichen Künstler zur Ausstellungseröffnung anwesend. Peter Engels (Kunstkreis) stellte die Künstler vor.

Marsberg - „Les habitants de marsberg sont des personnes très acceillante.“ (sic) Ein schöneres Kompliment kann man einem Gastgeber kaum machen. Übersetzt heißt es: „Die Einwohner von Marsberg sind sehr gastfreundliche Menschen.“ Festgehalten wurde dieser Satz im Gästebuch anlässlich des Besuches französischer Gäste aus der Partnerstadt Lillers am Pfingstwochenende in Marsberg.

Untergebracht in Gastfamilien, gab es neben dem persönlichen Austausch auch ein breitgefächertes Programm aus Sport, Kultur und Spiel. Samstag Vormittag wurde im Bürgerhaus in Niedermarsberg eine Gemäldeausstellung eröffnet, in Anwesenheit von drei der sechs französischen Künstler. Die 30 Werke präsentierten eine breitgefächerte Palette an Stilarten, Sujets und Techniken. Auffallend die vielen gesichtslosen Personen; vor allem Frauen. Programmatisch für die gesamte Begegnung stand das Bild von Marie Claude Demany mit dem Titel: „Amitié Franco Allemande“ (Deutsch-französische Freundschaft). Viele der Werke entstammten experimentellen Phasen der Künstler, erläuterte Peter Engels vom Kunstkreis Papengesellschaft, der in die Ausstellung einführte. 

Christine Hecquet widmete sich dem Thema Frauen, ihr Mann Jean-Marc Hecquet war in der Ausstellung vor allem mit Ansichten und Straßenszenen aus Lillers vertreten. Eine interessante künstlerische Entwicklung hat Jean Paul Courchelle durchlaufen: Ausgehend von Schwarz-Weiß-Zeichnungen (Kohle) entdeckte er die Farbigkeit (Aquarell) um letztendlich im Kontrastreichtum der Monochromie zu landen. Seine Sujets sind Portraits von Menschen und Tiere. In der Ausstellung war er aber vor allem mit Stadtansichten in Sepia von Barlin vertreten, einer Gemeinde nicht weit von Lillers entfernt. Zum ersten Mal überhaupt präsentierte die Autodidaktin Brigitte Vandaele in Marsberg Werke öffentlich in einer Ausstellung; sie betätigt sich erst seit circa sechs Monaten ernsthaft künstlerisch. In ihren Gemälden zeigt sie sich von Diego Velázquez inspiriert. 

Mit deutsch-französichem Liedgut stimmten die „Coryfeen“ die Gäste der Vernissage ein.

Festlich gestaltet wurde die Vernissage durch den Marsberger Chor „Die Coryfeen“, der seine Stückeauswahl ganz auf den Anlass abgestimmt hatte: Den Anfang machte das volkstümliche „Marmotte“-Lied (von Beethoven komponiert und von Goethe gedichtet) gefolgt vom wundervollen Chorgesang aus dem französischen Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ (französisch: Les Choristes). Den Abschluss machte „Les Champs-Élysées“ (Joe Dassin). Alles wurde abwechselnd in deutsch und französisch gesungen. 

Am späten Samstag Nachmittag trugen Fußballteams aus Marsberg und Lillers ein „Spiel ohne Grenzen“ aus – zuvor konnte man sich bei einer Runde Minigolf schon einmal ein wenig „beschnuppern“. Gleichzeitig trafen sich deutsche und französische Schachspieler und unternahmen einen Ausflug zum Diemelsee und zur Diemelquelle bei Usseln, inklusive einer Rundfahrt mit dem Schiff. 

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Sports. Neben dem Schachturnier fand ein Fußball-Freundschaftsspiel statt. Wer keine Lust auf sportliche Herausforderungen hatte, dem wurden an beiden Tagen zahlreiche Alternativen angeboten, wie diverse Wanderungen, die Besichtigung des Museums in Obermarsberg oder eines Bergwerks in Niedermarsberg, Adorf, Willingen oder Korbach-Goldhausen, ein Abstecher nach Korbach oder Arolsen, der Besuch eines Orgelkonzerts in Niedermarsberg oder eines Kurkonzertes in Arolsen oder das Mitfeiern beim Schützenfest in Bredelar. 

Es ist eine warmherzige und vor allem auch dauerhafte Freundschaft entstanden, wie ein weiterer Eintrag im Gästebuch bestätigte: „que l‘amitié dure...“ Um solch eine Freundschaft über hunderte von Kilometern und über Staatsgrenzen hinweg aufrecht zu erhalten, sind Begegnungen wie an diesem Pfingstwochenende mit ihren vielen gemeinsamen Erlebnissen wesentlich.

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