Ein Erlebnis, dass man ein Leben lang nicht vergisst 

Mit Blaulicht ins Kanzleramt: Giershagener Sternsinger brachten der Bundeskanzlerin den Segen

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Gruppenfoto mit Kanzlerin Angela Merkel: Nils, Leon, Lara und Judith aus Giershagen mit Begleitperson Miriam Albracht, Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ,Die Sternsinger‘ und Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend.

Giershagen/Berlin. Nicht viele Menschen können von sich sagen, dass sie bereits einmal der Bundeskanzlerin Angela Merkel die Hand geschüttelt – oder sogar mit ihr gesprochen haben. Vier junge Giershagener im Alter von elf bis 14 Jahren können das aber schon: Zusammen mit über hundert anderen Sternsingern aus ganz Deutschland brachten sie die Segenswünsche ins Bundeskanzleramt.

Ein Erlebnis, dass sie nicht nur auf die Titelseite von Zeitungen brachte, sondern auch ins Radio und Fernsehen – und dass sie sicherlich ein Leben lang nicht vergessen werden.

Die Wahl der Diözese Paderborn fiel in diesem Jahr auf die Gemeinde Giershagen und dort entschied man sich, vier Sternsinger nach Berlin zu schicken, die bereits seit sieben oder mehr Jahren am Dreikönigstag den Segen in die Häuser bringen. Manche von ihnen waren schon im Kinderwagen dabei, denn ihre Mütter engagieren sich seit vielen Jahren bei einer der größten Spendenaktionen von Kindern für Kinder. Los ging es für Lara Stremmer, Judith Pohle (beide 13 Jahre alt), Nils Nolte (mit 11 Jahren der Jüngste) und den 14-jährigen Leon Albracht am Morgen des Dreikönigstags.

Mit Handschlag von der Kanzlerin begrüßt

Während die anderen Giershagener Sternsinger im Ort von Haus zu Haus gingen, stiegen sie, begleitet von Miriam Albracht, zunächst in den Zug nach Kassel und dann nach Berlin. „Die Zugfahrt war schon sehr lustig“, sind sich Lara und Judith einig. Nachmittags in Berlin angekommen, blieb noch etwas Zeit um das Brandenburger Tor oder den Bundestag von außen zu besichtigen. Danach ging es in die Jugendherberge Ostkreuz, wo sie mit den anderen Sternsingern gemeinsam untergebracht waren. Den Jungen gelang es, ein Fünfbettzimmer für sich alleine zu ergattern, die Mädchen wurden mit zwei anderen Sternsingern aus Osnabrück untergebracht, mit denen sie sich sehr gut verstanden.

Nach dem Abendessen gab es eine Vorstellungsrunde und Abendandacht. Zudem wurden der Ablauf des kommenden Tages besprochen und Lieder und Texte geübt. Nach einem zeitigen Frühstück und dem Morgengebet wurde es am Montagmorgen ernst. Die Jugendlichen staunten nicht schlecht, als vor der Tür Polizeibusse mit Blaulicht standen, die sie ins Kanzleramt brachten. Vielleicht wurde ihnen da erstmals bewusst, welch eine Auszeichnung das für sie war und welche wichtige Rolle ihnen zukam. Dennoch standen vor dem Einlass im Kanzleramt zunächst akribische Sicherheitskontrollen an, inklusive Polizeispürhunden.

Nach einem informativen Film über das Kanzleramt, seinen Aufbau und seine Räumlichkeiten zogen die Sternsinger sich um und stellten sich in der alphabetischen Reihenfolge der Diözesen, die sie vertraten, auf. Persönlich wurden sie mit Handschlag von der Kanzlerin begrüßt, dann stellten sie sich auf eine Tribüne auf, sangen ihre Lieder und sprachen die vorbereiteten Texte. „Wir haben uns etwas kleiner gemacht, damit wir weiter nach vorne kommen“, verrät Leon später. So kommt es, dass die beiden Jungen auch auf den offiziellen Gruppenfotos mit der Kanzlerin gut zu sehen sind. Ein Lied konnte auch die Kanzlerin auswendig und sang mit. Sternsinger aus Darmstadt-Kranichstein durften die Botschaft der Heiligen Drei Könige sprechen, die Buchstaben für den Segenswunsch „Christus mansionem benedictat“ an die Wand schreiben und die Spende der Bundeskanzlerin entgegennehmen.

Eindrücke erst einmal verarbeiten

Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, bedankte sich im Namen der jungen Sternsinger für die Einladung und erläuterte den diesjährigen Schwerpunkt der Spendenmission, bei der Kinder mit Behinderung im Mittelpunkt stehen. „Segen bringen, Segen sein. Wir gehören zusammen – in Peru und weltweit“ – so lautete das Motto. „Jedes Kind hat ein Recht zu leben, jedes Kind ist eine Bereicherung für unsere Welt“ betonte er.

Erstaunlich, dass bei aller Aufregung die jungen Giershagener auch den Reden des Präses und der Kanzlerin gut zugehört haben. „Sie hat gesagt, dass sie es gut findet, dass wir das für Kinder mit Behinderung machen und dass wir das überhaupt machen“, fasst es Lara zusammen.

Die Sternsinger wurden bei ihrer Rückkehr am Marsberger Bahnhof vom Pfarrgemeinderat mit einem selbst gebastelten Transparent überrascht.

Nach Interviews mit Fernseh- und Radiosendern sowie einem Mittagessen, ging es an die Rückreise. In Marsberg angekommen, gab es am Bahnhof eine weitere Überraschung, als sie von ihren Eltern abgeholt wurden: Der Pfarrgemeinderat hatte ein großes Transparent gebastelt auf dem stand „Giershagen grüßt seine Sternsinger“.

Nun müssen die Jugendlichen die ganzen Eindrücke erst einmal verarbeiten. Auch in der Schule mussten sie am nächsten Tag natürlich ausführlich erzählen. „Die Kanzlerin kriegt ja nicht jeder zu sehen“, sagt Lara zu Recht ein wenig stolz. „Alle waren sehr freundlich zu uns – die Bundeskanzlerin habe ich mir allerdings größer vorgestellt“, sagt Judith Pohle. Nils erinnert sich mit Vergnügen daran, dass bei ihrer Ankunft in Berlin, als sie mit ihren eingepackten Sternen vor dem Reichstagsgebäude posierten, von Passanten für Demonstranten gehalten wurden. Leon ist es sogar gelungen, ein paar persönliche Worte mit der Kanzlerin zu wechseln.

Noch mehr Bilder, die Worte der Kanzlerin und des Präses sowie alle Informationen rund um die Sternsingeraktion sind unter www.sternsinger.de im Internet zu finden.

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