70 Kräfte vor Ort

Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses brennt: Feuerwehr im Einsatz - B7 stundenlang gesperrt

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[Update Donnerstag] Marsberg - Die Feuerwehr war am Mittwochnachmittag in Niedermarsberg im Großeinsatz. Dort brannte der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses.

Die Einsatzkräfte wurden gegen 13.45 Uhr zu einem "Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr" an der B7 (Bredelarer Straße) alarmiert. Mitarbeitern der Rettungsleitstelle in Meschede-Enste, die zufällig dienstlich in Marsberg unterwegs waren, hatten das Feuer entdeckt. Wie die Feuerwehr berichtet, warnten die beiden zudem zwei Hausbewohner, die das Feuer noch nicht bemerkt hatten, und brachten sie unverletzt aus dem Haus. 

"Das Feuer war vermutlich auf dem Balkon im Obergeschoss ausgebrochen und hatte sich von dort sehr schnell auf den gesamten Dachstuhl ausgebreitet", teilt die Feuerwehr mit. Da zunächst noch unklar gewesen sei, ob sich noch weitere Bewohner in dem Gebäude befinden, wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften alarmiert: neben dem Löschzug Marsberg auch die Löschgruppen Obermarsberg, Erlinghausen, Westheim und Essentho. Ebenso rückte der Rettungsdienst aus Marsberg, Brilon und Bad Wünnenberg zur Einsatzstelle an. Später wurde auch das DRK Brilon zur Eigensicherung der Feuerwehr angefordert. 

Brand nach etwa zwei Stunden gelöscht

Unter Leitung von Wehrleiter Josef Straub bestanden die Erstmaßnahmen laut Feuerwehr darin, einen Löschangriff vorzunehmen und die einzelnen Wohneinheiten des Mehrfamilienhauses auf vermisste Personen zu kontrollieren, denn insgesamt 12 Bewohner sind in dem Haus gemeldet. Beim Innenangriff wurden daher Trupps unter Atemschutz eingesetzt, um die Wohnungen zu durchsuchen. "Zum Glück befand sich niemand mehr in dem Haus, wie sich recht zügig herausstellte", heißt es im Einsatzbericht. Von außen nahm die Feuerwehr mit mehreren Strahlrohren und über die Drehleiter einen massiven Löschangriff vor, um den Brand zu bekämpfen und Nachbargebäude zu schützen. 

Um die Arbeit der zahlreichen Einsatzkräfte zu koordinieren – nach Angaben der Feuerwehr waren das etwa 70 Feuerwehrleute mit 12 Einsatzfahrzeugen, dazu Polizei und Rettungsdienst – wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet: Brandbekämpfung, Wasserversorgung, Bereitstellung und Versorgung sowie rettungsdienstliche Versorgung. 

"Diese Maßnahmen zeigten schnellen Erfolg: Nach einer knappen halben Stunde war der Brand unter Kontrolle", berichtet die Feuerwehr. Einsatzkräfte öffneten anschließend über die Drehleiter die Dachhaut des Hauses, um weitere Glutnester abzulöschen. Nach rund zwei Stunden war der Brand gelöscht, mehrere Trupps kontrollierten daraufhin im Inneren und über die Drehleiter den Brandraum mit Wärmebildkameras auf eventuelle Glutnester. 

Sachverständiger am Donnerstag vor Ort

Mitarbeiter der Marsberger Ordnungsamtes klärten der Verbleib der nicht anwesenden Hausbewohner und kümmerten sich um die Bereitstellung von Notunterkünften. Auch Brügermeister Klaus Hülsenbeck informierte sich vor Ort über den Einsatzverlauf. Für die Bewohner, die im Laufe der Einsatzarbeiten heimkamen, wurden Notfallseelsorger und Einsatzkräfte des PSU-Teams zur Betreuung hinzugezogen. "Eine Person, die nahe der Einsatzstelle einen Kreislaufkollpas erlitt, wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus Marsberg gebracht", teilt die Feuerwehr mit. 

Die Einsatzarbeiten zogen sich laut Feuerwehr noch bis in die Abendstunden hin, die B7 war zwischenzeitlich in beiden Richtungen voll gesperrt. Insgesamt 70 Einsatzkräfte aus fünf Einheiten waren im Einsatz, mehr als zehn Trupps mussten während der Löscharbeiten unter Atemschutz vorgehen. 

Wie Polizeisprecher Sebastian Held auf Nachfrage erklärte, werde die Brandwohnung beschlagnahmt. Ein Brandermittler soll sie am Donnerstag unter die Lupe nehmen. "Das Haus ist zur Zeit nicht bewohnbar", sagte Held.

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