"Brillantes Konzert"

Domorganist Sebastian Freitag brillierte an der ?Fischer & Krämer-Orgel? in der Propsteikirche Niedermarsberg.

"Da hatten sich zwei gefunden: Domorganist Sebastian Freitag aus Paderborn brillierte an der ,Fischer & Krämer-Orgel’ in der Propsteikirche Niedermarsberg. Dieses Zusammenspiel verzauberte das zahlreich erschienene Publikum", freuen sich die Veranstalter. Knapp 200 Zuhörer verfolgten die "Generalprobe" des Examenskonzertes, für die sich der junge Künstler bewusst Marsberg, dessen engagiertes Publikum und die herausragende Orgel ausgesucht hatte.

Das Konzert wurde eröffnet mit dem süddeutschen Kirchenmusiker Georg Muffat und seiner Toccata octava. Das in fünf Abschnitte gegliederte Werk zeichnete wichtige Lebens- und Ausbildungsstationen des Komponisten stilistisch nach, die ihn nach Paris, Wien, Salzburg, Prag und Rom schließlich nach Passau geführt hatten. Johann Sebastian Bachs Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur weitete das Spektrum um die norddeutsche Tradition. Aber auch italienische wie violinistische Stilformen Bachs wusste Freitag elegant herauszuarbeiten und mit einer gekonnten Registrierung adäquat zu betonen. Als Repräsentant eher zeitgenössischer Kirchenmusik gilt Harald Genzmer, aus dessen Weihnachtskonzert 1974 die Teile "In dulci jubilo" und das Finale "Puer natus est" aufgeführt wurden.

J. S. Bachs Triosonate in C-Dur gilt als das Konzertstück, oder wie Albert Schweitzer (übrigens unter anderem selbst Organist) es bezeichnete, der "Gradus ad parnassum" für jeden Organisten, das kleinste Unsauberkeiten gnadenlos offenlegt. Sebastian Freitag verstand es virtuos, die handwerklichen Klippen souverän zu meistern und dem Stück den Zauber zeitlos großer Musik zu entlocken.

Nächste Termine stehen fest

Den furiosen Abschluss markierte Max Regers Choralfantasie über "Wie schön leuchtet der Morgenstern" (1899), das sowohl der Ausdrucksfülle des Instruments als auch der Spielkunst des Organisten alles abverlangte.

Standing Ovations und minutenlanger Applaus waren der Beleg dafür, dass die Generalprobe gelungen und das sachkundige und aufgeschlossene Publikum restlos begeistert war.

Die junge Kantorei Marsberg hat mit dieser Veranstaltung nach ihrer "Langen Nacht der Kirchenmusik" im vergangenen Jahr auch das Konzertjahr 2013 fulminant eröffnet. Die nächsten Großereignisse stehen fest: So führen der meisterliche Chor "Capella Paderborn" unter der Leitung des Domkapellmeisters a.D. Theodor Holthoff und Domorganist Sebastian Freitag am dritten Fastensonntag, 3. März, um 16 Uhr in der Propsteikirche das Requiem op. 9 von Maurice Duruflé auf. Am Dienstag, 2. April, wird die Mädchenkantorei des Doms zu Freiburg (Breisgau) ebenfalls in der Propsteikirche zu Gast sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare