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Brutvögel in „Wohnungsnot“: Schwalbenfreunde aus Meerhof wollen Abhilfe schaffen

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Mehlschwalbe NABU Schwalbe
Mehlschwalben sind auf die Akzeptanz von Hausbesitzern angewiesen. Doch diese fehle oftmals kritisiert der NABU. © Kathy Büscher, NABU Rinteln

Sie sind zurück aus ihren Überwinterungsgebieten im südlichen Afrika: Die heimischen Schwalben und Mauersegler. In Meerhof finden sie ideale Bedingungen für ihre Brutstätten.

Meerhof – Da, wo man sie noch erleben kann, vermitteln die Rufe des Mauerseglers erst das richtige Sommergefühl. Als Kulturfolger suchen Mehlschwalben, Rauchschwalben und Mauersegler die Nähe des Menschen und sind daher auf die Akzeptanz von Hausbesitzern angewiesen.

Oft treffen die zurückkehrenden Zugvögel aber auf verloren gegangene Brutplätze, obwohl die Gesetzeslage eindeutig für die sogenannten Gebäudebrüter, dazu gehören auch Haussperlinge, Fledermäuse, sowie einige andere Arten, spricht (Bundesnaturschutzgesetz §44).

Auszeichnung vom NABU

In Marsberg-Meerhof haben zehn Hausbesitzer sich daher dafür eingesetzt, dass Schwalben an ihren Gebäuden brüten können. Dafür wurden sie 2020 vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) ausgezeichnet.

Sie freuen sich im Frühjahr auf die Rückkehr der im Volksmund als Glücksbringer bekannten Vögel, die auch als natürliche Schädlingsbekämpfer so manchen Plagegeist beseitigen.

Durch Flächenversiegelungen und ausbleibenden Niederschlägen finden Schwalben jedoch kaum noch geeignetes Baumaterial. „Dem kann mit der Anlage von sogenannten Schwalbenpfützen begegnet werden“, so Thomas Engemann aus Meerhof, der seinen Schwalben das begehrte Baumaterial auf seinem Garagendach anbietet. Alternativ können auch Kunstnester für Schwalben und Brutkästen für Gebäudebrüter, wie Haussperling, Mauersegler usw., angebracht werden.

Thomas Engemann hat die Tiere so bereits erfolgreich ansiedeln können: „Vier der Mehlschwalbennester wurden schon nach zwei Tagen besiedelt und später erfolgreich bebrütet. Die Schwalben hatten die Kunstnester schnell entdeckt, waren aber mangels Baumaterial nicht in der Lage Nester zu bauen. Die Wohnungsnot ist heutzutage größer denn je.“

Die Mehlschwalbennester aus Holzbeton wurden von ihm selbst gefertigt und die Mauersegler können vom Dachboden aus in ihren Brutkästen beobachtet werden. Die Ansiedlung von Mehlschwalben und Mauerseglern lässt sich, so seine Erfahrung, durch den Einsatz von geeigneten Lockrufen fördern. „Sieben Mauerseglerpaare und ein Mehlschwalbenpaar konnte ich so schon als Brutvögel bei mir ansiedeln.“

Lassen auch Sie sich begeistern und unterstützen Sie unsere heimische Vogelwelt. Räumen Sie ihnen einen Platz ein und folgen Sie dem Beispiel der Schwalbenfreunde aus Meerhof.

Appell des NABU

Durch die naturnahe Gestaltung der Hausgärten kann jeder etwas gegen den Rückgang der Insekten tun, die den eleganten Seglern als Nahrung dienen. Öffentliche Flächen, Wegränder und Ackerrandstreifen sollten daher nach Auffassung des NABU naturnah belassen werden. Durch extensives Bewirtschaften dieser Flächen reduziere sich gleichzeitig der Arbeitsaufwand, der sonst durch regelmäßiges Mähen von eintönigen Rasenflächen entsteht.

Leider seien die Hinterlassenschaften der Vögel indes heutzutage vielen Hausbesitzern ein Dorn im Auge und Schwalben würden daran gehindert, Nester zu bauen oder Nester würden einfach entfernt. Dabei könne der Kot durch mit ausreichend Abstand (mindestens 50cm, besser mehr) zum Nest angebrachten Auffangbrettern zurückgehalten werden. Sollte dennoch Kot den Weg an die Hauswand finden, so sei dieser in der Regel auch entfernbar. „Lassen auch Sie sich begeistern und unterstützen Sie unsere heimische Vogelwelt. Räumen Sie ihnen einen Platz ein und folgen Sie dem Beispiel der Schwalbenfreunde aus Meerhof“, lautet der Appell des NABU.

Infos im Internet

https://nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/schwalbenschutz/index.html

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