1. SauerlandKurier
  2. HSK
  3. Marsberg

Bürgerpreis geht beim Neujahrsempfang nach Obermarsberg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Kristin Sens

Kommentare

Obermarsberg wurde für sein herausragendes Engagement beim Historischen Markt und für das Museum mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet. Fotos: Kristin Sens
Obermarsberg wurde für sein herausragendes Engagement beim Historischen Markt und für das Museum mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet. © Kristin Sens

Marsberg/Bredelar. Etwas weniger Gäste, kürzere Redebeiträge – aber strahlende neue Träger des Bürgerpreises gab es beim Neujahrsempfang der Stadt Marsberg. Für den passenden fröhlich-festlichen Rahmen sorgten die musikalischen Beiträge des Marsberger Kammerchors unter der Leitung von Torsten Seidemann.

Nachdem im Vorjahr die Feuerwehr als Ganzes den Bürgerpreis erhalten hatte, sollte in diesem Jahr wieder eine dörfliche Gemeinschaftsleistung im Vordergrund stehen. Auch wenn in allen Ortsteilen Jahr für Jahr viel Gutes bewirkt werde, so habe Obermarsberg doch mit der Ausrichtung des Historischen Marktes unter dem Dach der Kolpingfamilie sowie mit der Arbeit im Heimatmuseum Herausragendes geleistet, erklärte Bürgermeister Klaus Hülsenbeck in seiner Laudatio. „Im Ortsteil Obermarsberg hat man mit viel Einsatz und Herzblut wieder einen wunderbaren historischen Markt vorbereitet und durchgeführt. Das ganze Dorf war aktiv im Einsatz und hat Marsberg und Obermarsberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekanntgemacht und gezeigt, was eine Dorfgemeinschaft zu leisten im Stande ist“, lobte der Bürgermeister.

Marsberg auf der Weltkarte ein kleines Stück bekannter gemacht, hat auch die Sonderausstellung „Himmelsscheibe von Nebra“ die im vorigen Jahr im Marsberger Heimatmuseum Station machte. Das Team rund um Museumsleiter Heiner Duppelfeld – allesamt ehrenamtlich arbeitend – sowie ein großer Helferkreis habe sich hierbei, gemeinsam mit dem Verein Historisches Obermarsberg, in besonderem Maße engagiert. Auch im alltäglichen Betrieb des Museums seien die Freunde und Förderer des Museums immer zur Stelle. Und diese, betonte Hülsenbeck, kämen nicht nur aus Obermarsberg, sondern auch aus anderen Ortsteilen – und sogar aus weiter entfernteren Regionen. „Klasse und nachhaltig zukunftsorientiert ist auch die Nutzung als außerschulischer Lernort. Hier wird Jugendlichen und Kindern die Geschichte Marsbergs näher gebracht“, so Hülsenbeck.

Vor der Übergabe des Bürgerpreises der Stadt Marsberg betonte der Bürgermeister die Wichtigkeit des gemeinschaftlichen Engagements: „Denn vieles, was ehrenamtlich getan wird, müsste ohne Ehrenamt entweder aus finanziellen Gründen zurückgestellt werden, müsste teuer bezahlt werden oder käme gar nicht zur Ausführung. Von daher sind Ehrenamtliche unverzichtbar. Mitmenschlichkeit oder Gemeinsinn lässt sich aber nicht verordnen oder einfordern, [...]. Und so halte ich es für umso wichtiger, ihnen, den ehrenamtlich Tätigen, einen besonderen Platz einzuräumen.“

Anerkennung zollte der Bürgermeister auch anderen gesellschaftlichen Bereichen, von den Kirchen, über die Unternehmen und Gewerbetreibenden bis hin zu den Gesundheitsversorgern. Besondere Erwähnung fanden auch die politischen Repräsentanten, die Ratsmitglieder, sowie die städtischen Mitarbeiter. „Uns allen wünsche ich für das Jahr 2018 eine sensible Hand bei der Abwägung von Individualinteressen und Gemeinwohl“, so Hülsenbeck.

Blick nach vorne mit “Marsberg-Plan“

Ein recht hoffnungsvolles Bild von der Zukunft hatte der Bürgermeister zuvor in seiner Neujahrsrede gezeichnet. Nach dem erfolgreichen Abschluss aller Bilanzen bis 2016, seien bisher 3,99 Millionen Euro an Stärkungspaktmitteln eingegangen, weitere 2,2 Millionen Euro werden bis 2020 folgen.

Dass der Haushalt für 2018 sogar einen kleinen Überschuss ausweist, sei nicht zuletzt der starken Wirtschaft zu verdanken. Dabei sei es auch nicht schlimm, dass man in Marsberg bei den Steuereinnahmen noch nicht die gleiche Steigerungen habe wie andere Kommunen, denn zurzeit würde in Marsberg von den ansässigen Unternehmen sehr viel investiert: „Die heute von unseren Firmen getätigten Investitionen werden uns morgen weitere Arbeitsplätze sichern und möglicherweise höhere Gewerbesteuereinnahmen bescheren“, erklärte Hülsenbeck.

„Nachdem die Vergangenheitsbewältigung jetzt fast abgeschlossen ist, gilt es weiter nach vorne zu schauen und Zukunftsplanung zu betreiben“, stellte der Bürgermeister die Weichen für die kommenden Jahre. Der von ihm geprägte Slogan „Gesunde Stadt – Gesunde Region – Marsberg 2025“ sei in ähnlicher Form von SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Prümper entwickelt worden und habe als „Marsberg-Plan 2025“ im Stadtrat einstimmig Zustimmung gefunden. „Mir persönlich ist es vollkommen egal, wie das Kind heißt und wer das Erstgeburtsrecht für sich reklamiert; Hauptsache wir ziehen im Interesse unserer Stadt Marsberg alle an einem Strang und zwar in die gleiche Richtung“, betonte Hülsenbeck – und lud die Bürger ein, sich mit einzubringen. Beispielhaft nannte er Themenfelder wie die Unterstützung und Begleitung des Einzelhandels, Attraktivitätssteigerung durch Stadtentwicklung, Schaffung von Baugebieten für junge Familien bei gleichzeitiger Verdichtung von Ortskernen, die Aufwertung der Stadtbücherei, Verbesserungen in den Bereichen Schule und Kultur, Unterstützung bestehender Unternehmen und Aquise neuer Firmen, einhergehend mit der Ausweisung weiterer Gewerbeflächen und Unterstützung des Krankenhauses, der Ärzteschaft und des LWL.

Zukunft des Krankenhauses

Im Anschluss an die Neujahrsrede des Bürgermeisters lotete Andreas Melliwa im Podiumsgespräch mit Siegfried Rörig, dem kaufmännischen Direktor des St.-Marien-Hospitals, Fragen zur Zukunft der Gesundheitsversorgung aus. Auf die Frage, ob der Krankenhausstandort Marsberg erhalten bleibe, versicherte Rörig: „Solange es die Kraft unseres Trägers ermöglicht, werden wir auch in Marsberg tätig sein und die Gesundheitsversorgung in Marsberg sicher stellen.“ Zur finanziellen und betrieblichen Situation sagte der kaufmännische Leiter: „Die Zahlen sind dramatisch, aber wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent weiter verfolgen, und der heißt Vernetzung, Vernetzung, Vernetzung.“ In der Praxis bedeute das noch mehr Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, Therapeuten und Dienstleistern sowie Kooperation mit anderen Krankenhäusern. Um Ärzte vermehrt nach Marsberg zu bekommen, sei es wichtig, die Attraktivität der Region insgesamt zu stärken. „Wer erst einmal da ist, will nicht wieder weg“, ist Rörig überzeugt. Für seine eigene Klinik wünschte sich der Direktor eine verbesserte Finanzierung, eine verbesserte Entlohnung der Mitarbeiter sowie eine höhere Wertschätzung ihrer Arbeit.

Dass der Neujahrsempfang diesmal weniger Publikum verzeichnete, war im Übrigen nicht der Wetterlage geschuldet, wie im vorigen Jahr, sondern lag daran, dass eine Reihe von geladenen Gästen erkrankt waren. Die MdB Patrick Sensburg und Dirk Wiese mussten zudem wegen des verzögerten Abschlusses der “GroKo“-Sondierungsverhandlungen in Berlin absagen.

Auch interessant

Kommentare