Verständnis für teils große Einschränkungen

Coronavirus in Marsberg: Stadt gibt Maßnahmenkatalog zur Eindämmung des Virus bekannt

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Die Stadt Marsberg gibt ihren Maßnahmenkatalog zur Eindämmung des Corona-Virus im Stadtgebiet bekannt.

Marsberg - Das Landeskabinett hat ein Corona-Maßnahmenpaket beschlossen. Die Eckpunkte dieses Paketes wirken sich auch auf die Schulen, Kindergärten und weitere öffentliche Einrichtungen der Stadt Marsberg aus. Alle Maßnahmen dienen dazu, die Ausbreitung des Coronavirus möglichst einzudämmen.

Update, 25. März, 15.30 Uhr: Das Bürgerbüro der Stadt Marsberg ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter 02992/602-241 erreichbar. Termine können ab sofort für folgenden Zeiten vereinbart werden: 

montags 8 bis 12.30 Uhr

dienstags 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 16 Uhr 

donnerstags 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr

Hotline zur Koordinierung ehrenamtlicher Hilfen 

Die Stadt Marsberg hat eine Hotline zur Koordinierung ehrenamtlicher Hilfen eingerichtet. Diese Hotline ist ab sofort auch unter der E-Mail-Adresse: buecherei@marsberg.com zu erreichen. Telefonisch stehen die Mitarbeiterinnen unter 02992/3077 zur Verfügung.

Feuchttücher nicht in die Toilette 

Die Stadtwerke Marsberg appellieren an alle Bürger Feucht- und Hygienetücher über die schwarze Restmülltonne und nicht über die Toilette zu entsorgen.  Die Kläranlagen verzeichnen in letzter Zeit ein erhöhtes Aufkommen an Feuchttüchern, was sicher auch auf das verstärkte Desinfektionsverhalten zurückzuführen ist.  "Bitte werfen Sie diese Tücher in die Restmülltonne", bitten die Stadtwerke. Das Problem: Der reißfeste Stoff löst sich nicht so auf wie das Toilettenpapier. Eine Entsorgung über die Toilette sorgt für Kanalverstopfungen und Beschädigung von Pumpen und Anlagen. Diese müssen von den Mitarbeitern der Stadtwerke aufwändig behoben werden. Gerade in der jetzigen Zeit belasten solche zusätzlichen Einsätze die Stadtwerke. Aber auch für ihre privaten Abwasserleitungen besteht die Gefahr von Ablagerungen, Verstopfungen und Betriebsproblemen durch Feucht- und Hygienetücher, gerade weil diese Leitungen deutlich kleinere Durchmesser haben. Bei Verstopfungen kann es sogar zu einem Rückstau des Abwassers ins Haus kommen, was teure Reparaturen an Gebäude und privater Anschlussleitung verursachen kann. 

Update, 20. März, 12 Uhr: Die Stadtverwaltung Marsberg richtet ab Montag eine Hotline ein, die die Hilfsangebote von Ehrenamtlichen koordiniert. Personen aus dem Stadtgebiet, die Hilfe benötigen, weil sie sich z.B. in Quarantäne befinden oder sonst Hilfe bei der Versorgung benötigen, können sich bei der Hotline melden. Genauso können sich aber auch Personen melden, die ihre Hilfe anbieten möchten. Aufgabe der Hotline ist es, die Anfragen an ehrenamtliche Helfer weiter zu leiten. Einen Anspruch auf Hilfe gibt es jedoch nicht. Vielmehr handelt es sich um ein Angebot, Hilfsangebote und –anfragen zentral zu koordinieren. Auch die Hotlines von weiteren wichtigen Anlaufstellen im Zusammenhang mit dem Coronavirus können hier angefragt werden. 

Die Hotline ist ab sofort wochentags von 8 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 16 Uhr unter Tel. 0 29 92/30 77 zu erreichen. 

Stadtbücherei geschlossen 

Wie bereits berichtet wurden Anfang der Woche alle städtischen Gebäude bis auf Weiteres geschlossen, das gilt auch für die Stadtbücherei. Bücher oder andere Medien, deren Leihfrist während dieser Schließung abläuft, können also derzeit nicht zurückgebracht werden. Bitte bewahren sie die Gegenstände zuhause auf und bringen sie sie zurück, sobald die Stadtbücherei wieder geöffnet ist. Für die Dauer der Schließung werden keine Gebühren für verspätet zurückgebrachte Medien erhoben.

Städtische Mitarbeiter in getrennten Gebäuden 

Auch die Stadt Marsberg setzt die kontaktreduzierende Maßnahmen im eigenen Haus um. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wurden auf verschiedene städtische Gebäude aufgeteilt. Die Mitarbeiter sind wie gewohnt telefonisch und per E-Mail zu erreichen. In der Umstellungsphase kann es noch zu Verzögerungen kommen.

Update, 18. März, 16.15 Uhr: Aufgrund der aktuellen Erlasslage hat die Stadt Marsberg die Allgemeinverfügung vom 16. März erweitert. Die aktuelle Allgemeinverfügung finden Interessierte auf der Homepage der Stadt Marsberg bzw. im Aushang am Rathaus. Insbesondere wird auf folgende Regelungen hingewiesen: 

- Alle Verkaufsstellen des Einzelhandels sind ab dem 18. März zu schließen. Dies gilt nicht für Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, Großhandel 

- Sämtliche noch zugelassenen Verkaufsstellen haben die erforderlichen Maßnahmen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen zu treffen. 

- Restaurants, Speisegaststätten und Hotels dürfen nur unter strengen Auflagen in der Zeit von 6 bis 15 Uhr öffnen. 

- Folgenden Geschäften ist bis Weiteres auch die Öffnung an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr gestattet (dies gilt nicht für Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag): Geschäfte des Einzelhandels für Lebensmittel, Wochenmärkten, Abhol- und Lieferdiensten sowie Apotheken, außerdem Geschäften des Großhandels. 

- Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt. 

- Alle Veranstaltungen sind grundsätzlich untersagt (auch Geburtstagsfeiern in häuslicher Umgebung), da dies einer Kontaktvermeidung widerspricht. 

- Reisebusreisen sind untersagt. 

- Versammlungen zur Religionsausübung unterbleiben laut Erklärungen der Religionsgemeinschaften.

Update, 18. März, 12.30 Uhr:

Die Stadt Marsberg gibt weitere vorbeugende Maßnahmen zum Infektionsschutz im Stadtgebiet aufgrund der Corona-Problematik bekannt:

- Aus aktuellem Anlass müssen folgende vorgesehene Rats- und Ausschusssitzungen abgesagt werden:

Haupt- und Finanzausschuss am 19. März

Rat der Stadt Marsberg am 26. März

Rechnungsprüfungsausschuss am 31. März

Die neuen Sitzungstermine werden zu gegebener Zeit frühzeitig mitgeteilt.

- Keine persönlichen Gratulationen zu Geburtstagen und Ehejubiläen:

Die Stadt Marsberg verzichtet ab sofort bis auf weiteres auf persönliche Gratulationen zu Geburtstagen und Ehejubiläen von Bürgern. Glückwunschschreiben werden von der Stadtverwaltung per Post an die Jubilare verschickt.

Sperrung sämtlicher Spielplätze:

Um die Verbreitung des Corona-Virus bestmöglich einzudämmen, werden im Stadtgebiet sämtliche Spielplätze gesperrt.

Lesen Sie hier unsere ursprüngliche Berichterstattung

Neben der Umsetzung der von der Landesregierung beschlossenen Maßnahmen hat sich der gebildete Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) unter Leitung des Bürgermeisters entschlossen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus durch weitere wirksame und weitgehende Maßnahmen einzudämmen.

Der SAE und der Bürgermeister hoffen auf das Verständnis der Bürger für die teils großen Einschränkungen. Diese wurden nach sorgfältiger Abwägung in mehreren Sitzungen und der ständigen Beobachtung der Verbreitung des Virus getroffen. "Damit wollen wir unsere Bürgerinnen und Bürger bestmöglich schützen. Insbesondere diejenigen, die zu den Risikogruppen gehören", heißt es vonseiten der Stadt.

Folgende Maßnahmen und Regelungen werden getroffen:

Entsprechend der Weisung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen bleiben sämtliche Kindertageseinrichtungen und Schulen im Stadtgebiet Marsberg ab dem heutigen Montag, 16. März bis zum 19. April geschlossen.

Die Einstellung des Schulbetriebes darf nach dem Erlass des zuständigen Ministeriums des Landes NRW nicht dazu führen, dass Eltern, die in unverzichtbaren Funktionsbereichen - insbesondere im Gesundheitswesen - arbeiten, wegen der Betreuung ihrer Kinder im Dienst ausfallen. Deshalb muss in den Schulen während der gesamten Zeit des Unterrichtsausfalls ein entsprechendes Betreuungsangebot vorbereitet werden. Hiervon werden insbesondere die Kinder in den Klassen 1 bis 6 erfasst.

Im Einzelnen gilt folgendes:

Grundschulen und weiterführende Schulen: 

Die Schulen werden am Montag, 16., und Dienstag, 17. März, für eine Betreuung von nicht betreuten  Schülern sorgen.

Die Busse fahren an diesen beiden Tage noch nach dem Schulfahrplan.

Kindertagesstätten/Kinderbetreuung: 

Ab Montag dürfen Kinder im Alter bis zur Einschulung keine Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle, Heilpädagogische Kindertageseinrichtungen oder - Kinderbetreuung in besonderen Fällen - betreten. Insofern bleiben die Kindergärten in Trägerschaft der Stadt Marsberg geschlossen. Die Eltern sind verpflichtet, ihre Aufgabe zur Erziehung der Kinder wahrzunehmen. Sie haben dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder die Kindertagesbetreuungsangebote nicht nutzen.

Allerdings müssen weiter Betreuungsmöglichkeiten vorgesehen werden:

- für Kinder von Ärztinnen und Ärzten, Pflegepersonal und weiteres Personal, das notwendig ist, um intensivpflichtige Menschen zu behandeln, 

- für Kinder von Eltern, die in Bereichen der öffentlichen Ordnung oder anderer wichtiger Infrastruktur arbeiten. 

Nur für diese Personengruppen besteht weiterhin ein Betreuungsangebot in den Kindergärten. Der betreffenden Einrichtung gegenüber ist eine schriftliche Bestätigung des jeweiligen Arbeitgebers bzw. Dienstvorgesetzten vorzulegen.

Keine städtischen Veranstaltungen

Bis zunächst zum 19. April werden vorerst keine städtischen Veranstaltungen stattfinden und städtische Kultur- und Sporteinrichtungen (Turnhallen, Hallenbad/Sauna, Bürgerhaus, Bücherei, Archiv, Dorfgemeinschaftshäuser etc.) werden für die Öffentlichkeit geschlossen. 

Der Wochenmarkt bleibt zur Versorgung der Bevölkerung weiterhin geöffnet. 

Der Bürgerbusbetrieb wird bis auf weiteres durch den Betreiber eingestellt. 

Untersagt werden seitens der Ordnungsbehörde der Stadt Marsberg alle öffentlichen Veranstaltungen und Versammlungen. Hierzu zählen alle öffentlichen Versammlungen von Vereinen und Organisationen, Sportveranstaltungen und Spielbetrieb, Veranstaltungen rund um das Abbrennen von Osterfeuern etc. Unterschieden wird nicht, ob Veranstaltungen in Gebäuden oder im Freien stattfinden. Diese Anordnung gilt zunächst bis mindestens zum 19. April. Vereinsinterne Veranstaltungen (Sportabende, Training, Probenbetrieb von Gesangs- und Musikvereinen, Vorstandssitzungen etc.), die in nichtstädtischen Gebäuden stattfinden, betrifft diese Regelung nicht. Jedoch sollte aus Gründen der Vernunft im Einzelfall abgewogen werden, ob auch hier freiwillige Einschränkungen in Kauf genommen werden und Veranstaltungen abgesagt werden. 

Stadtverwaltung, Sozialamt/Jobcenter und Stadtwerke werden für den Publikumsverkehr geschlossen. Bei dringenden Anliegen im Bürgerbüro (Personalausweis...) können Termine unter Tel. 0 29 92/60 22 41 vereinbart werden. Ansonsten stehen die Mitarbeiter grundsätzlich per Telefon oder E-Mail zur Verfügung Das entsprechende Verzeichnis findet sich unter www.marsberg.de - Bürger - Die Verwaltung - Telefonverzeichnis. 

Standesamtliche Trauungen finden weiterhin statt. Allerdings werden diese ab sofort nicht mehr im Rathaus, sondern im Bürgerhaus der Stadt Marsberg stattfinden. 

Coronavirus-Hotline

Der Hochsauerlandkreis hat als zuständige Behörde eine Hotline eingerichtet, die montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 15.30 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 13 Uhr erreichbar ist. Unter der Telefonnummer 0 29 1/94-22 02 können sich betroffene Bürger melden und dort ihre Fragen zum Coronavirus stellen. Insbesondere in Verdachtsfällen soll im ersten Schritt die Hotline angerufen werden. In diesen Fällen und um eine weitere effektive Eindämmung zu gewährleisten bitte keine Besuche in Arztpraxen und Krankenhäusern ohne vorherige telefonische Absprache.

Durch eine sorgfältige Hygiene kann die Ausbreitung ebenfalls gut eingedämmt werden. Daher noch einmal die wichtigsten Regeln mit der dringenden Empfehlung zur Einhaltung:

- Mehrmals täglich gründliches Händewaschen für mindestens 30 Sekunden, insbesondere nachdem Türklinken, Geld usw. berührt wurden und bevor Speisen zubereitet oder eingenommen werden. 

- Möglichst nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen. 

- In die Armbeuge niesen statt in die Hände. 

- Geschlossene Räume mehrmals täglich lüften. 

- Verzicht auf Hände schütteln. 

"Wir bedauern die Einschränkungen unserer Angebote, sehen diese aber auf Grund der aktuellen Gefährdungslage als alternativlos an und folgen insoweit den Vorgaben des Landeskabinetts. Über weitere Entwicklungen werden wir Sie informieren", so die Stadt Marsberg.

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