Kinder gehen auf Sendung

Von Dieben und Hexen: Was EDS-Schüler den KiRaKa-Hörern Spannendes berichten können

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Der Schandpfahl in Obermarsberg war eine der Stationen, welche die Schüler gemeinsam mit Reporterin Christina Pannhausen und Museumsleiter Heiner Duppelfeld für ihre Radio-Reportage besuchten.

Westheim/Obermarsberg. Einmal in der Zeitung zu stehen, im Radio oder Fernsehen zu sein, ist für die meisten Menschen „cool“. Noch spannender ist es aber, selbst Radio zu machen. Die Viertklässler der Egge-Diemel-Grundschule in Westheim (EDS) dürfen eine Woche lang das Programm des KinderRadioKanals (KiRaKa) des Westdeutschen Rundfunks (WDR) mitgestalten.

KiRaKa-Reporterin Christina Pannhausen kam am Montag an die Schule und nach einem ersten „Beschnuppern“ und einer Einführung in die Arbeitsweise beim Radio, durften sogleich die Kinder ran: „Wir haben eine Umfrage unter Schülern gemacht, die Musik für das Programm ausgewählt, selbst ein Lied gesungen und zwei Rätsel aufgenommen“, berichtete Jason Kampschulte aus der 4b.

Zudem bereiteten sie sich auf ein Rollenspiel vor, welches sie wenig später, im Rahmen ihrer Reportage über das historische Obermarsberg, dort nachspielten. Dazu wurden sie im Heimatmuseum der Stadt Marsberg entsprechend historisch eingekleidet: Ein Mädchen war die Marktfrau, ein Junge der Dieb, jemand spielte den Richter und andere waren Wachen und Soldaten.

Die Geschichte, das Skript hatte Museumsleiter Heiner Duppelfeld entworfen, begann auf dem Marktplatz, wo einer Händlerin ein Schinken gestohlen wurde. Der Dieb wurde mit viel Geschrei verfolgt und schließlich gestellt. Vor dem Richter gestand er reumütig sein Vergehen, worauf er, mit einer Halsgeige gefesselt, an den Pranger gestellt und mit faulem Obst und Eiern beworfen wurde. Auch wenn das „Obst“ nur aus weichen, eingerollten Socken bestand, so sagte der junge „Dieb“ Nils Dewender hinterher: „Jetzt haben wir das ja nur gespielt, aber in echt wäre das ein ziemlich blödes Gefühl.“

Nachdem Duppelfeld den Kindern erzählt hatte, wer an den Pranger kam und welche Strafen noch drohen konnten, bemerkte die Viertklässlerin Amy Koch beeindruckt: „Wenn man das so hört, ist das doch ganz anders als es heute ist.“ All das und viele andere Kommentare und Fragen der Kinder wurden von der Reporterin aufgenommen.

Die KiRaKa-Reporterin Christina Pannhausen nahm die Kommentare und Fragen der Schüler für die Radio-Reportage auf.

Im Anschluss ging es weiter zum Buttenturm, wo die Schüler weiteres historisches Wissen sammelten, wie die Bedeutung des Namens sowie die Funktion des Turms als Wachtturm und Kerker. Mit großen Augen lauschten sie der Geschichte von der Frau, die, als Hexe verdächtigt, trotz Folter ihre vermeintlichen Untaten nicht gestehen wollte und schließlich heimlich ermordet wurde. Vom Turm aus versuchten die Kinder sich zu orientieren und die verschiedenen Ortsteile und Landmarken auszumachen.

Am heutigen Tag ist die Parallelklasse dran. Sie wählt in einer Nachrichtenwerkstatt und Themenkonferenz aus, was in den Klicker-Nachrichten am gleichen Nachmittag (17 Uhr) gesendet wird, bereiten die Texte vor und präsentieren sie. Das erste der Rätsel sowie die Umfrage werden ebenfalls am Dienstag (19 bis 20 Uhr) auf KiRaKa ausgestrahlt, das zweite Rätsel sowie die Reportage folgen am Donnerstag (19 bis 20 Uhr).

Freitagvormittag gibt es noch einen Workshop zum Umgang mit Fake News; es wird darum gehen, wie man sie erkennt und warum es sie gibt. Die Westheimer Schüler werden sich Quatsch-Nachrichten ausdenken, welche die Hörer enttarnen müssen.

Krönender Abschluss der Radio-Woche ist der Besuch im WDR-Funkhaus in Köln am Nachmittag, zu dem drei Schüler für das Quiz entsendet werden, welches live übertragen wird (17 bis 18 Uhr).

Verfolgen kann man die Beiträge der Kinder auf KiRaKa im WDR 5, im Digitalradio sowie auf www.kiraka.de. Die EDS hat sich im Übrigen nicht bei KiRaKa beworben, sondern wurde vom Radiosender eingeladen. Der Hintergrund sei, dass man Schulen im gesamten Sendegebiet die Chance geben wolle, erläuterte Bettina Schäfer, Klassenlehrerin der 4b. „Das klang so interessant, das wir einfach mitmachen mussten“, war sie sich mit Nicole Siemer, Klassenlehrerin der 4a und Schulleiterin Anja Rücker-Fahle schnell einig.

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