Keine Wasseraufsicht außerhalb der Zeiten des öffentlichen Badebetriebes

Diemelbad schlägt Wellen: Rückkehr zum Normalbetrieb wirft neue Fragen auf

Der Schwimmclub Schwarz-Weiß Attendorn startet voraussichtlich ab dem 18. August wieder voll durch
+
Aufgrund eines Hinweises von der Deutschen Gesellschaft für Bäderwesen wurde eine neue Problematik sichtbar: Derzeit erfolgt außerhalb der Zeiten des öffentlichen Badebetriebes keine Wasseraufsicht durch das Badpersonal.

Das Hallenbad „Diemeltal“ wird, inklusive Saunabereich, ab dem 6. September wieder in den Normalbetrieb zurückkehren, unter Beachtung der seit dem 20. August geltenden Coronaschutzverordnung des Landes NRW. Dementsprechend werden auch die Eintrittspreise wieder an die regulären Tarife wie vor Beginn der Pandemie angepasst.

Marsberg – Eine Bezahlung per Geldwertkarte ist dann ebenfalls wieder möglich. Ehrenamtskartenbesitzer und Begleitpersonen für Schwerbehinderte haben weiterhin freien Eintritt mit Vorlage eines gültigen Nachweises.

Die geltende Coronaschutzverordnung sieht lediglich die Nachweiskontrolle der sogenannten drei Gs (genesen, vollständig geimpft und getestet) vor. Somit könnte auch bis auf Weiteres die Kontaktnachverfolgung und Besucherbegrenzung entfallen. Die Verwaltung schlägt jedoch eine maximale Besucherauslastung von 80 Personen im Badbereich und acht Personen im Saunabereich vor, um den nötigen Abstand von 1,5 Meter wahren zu können. Hierbei orientiert man sich an dem Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für Bäderwesen. Die bis vor Beginn der Pandemie parallel zum Schulschwimmen erfolgende Nutzung des Bades durch Gruppen und Vereine soll, soweit es Grundschulen betrifft, nicht mehr stattfinden. Die Gruppen (Activa, Rheumaliga und Volkshochschule) sollten mit ihren Kursen zukünftig auf die Zeiten des öffentlichen Badbetriebes im Nachmittagsbereich ausweichen.

Drei Alternativen zur Diskussion

Aufgrund eines Hinweises von der Deutschen Gesellschaft für Bäderwesen wurde allerdings eine neue Problematik sichtbar: Derzeit erfolgt außerhalb der Zeiten des öffentlichen Badebetriebes keine Wasseraufsicht durch das Badpersonal. Die nutzenden Vereine, wie die DLRG Marsberg, DLRG Diemelstadt, der Schwimmverein Marsberg und die Sportfreunde Oesdorf sowie alle im Hallenbad unterrichtenden Lehrer der städtischen Schulen verfügen über den Nachweis der Rettungsfähigkeit, sodass die Wasseraufsicht auf die jeweiligen Nutzer übertragen werden kann. Die Volkshochschule Brilon-Marsberg-Olsberg hat die Bereitschaft zum Erwerb der Rettungsfähigkeit durch zwei Dozenten mitgeteilt, wodurch jedoch nicht alle Kurse abgedeckt werden können. Auch die Rheumaliga Marsberg sowie die Versehrten- und Behindertensportgemeinschaft Marsberg können keine Rettungsfähigkeit vorweisen. Diese müsste aber gewährleistet sein.

Die SPD wollte die Entscheidung darüber aufschieben, bis ein angekündigtes Organisations-Gutachten vorliege. Die Rückkehr zum Normalbetrieb macht allerdings einen dringenden Handlungsbedarf deutlich.

Die Stadt hatte drei Alternativen zur Diskussion gestellt.

Erste Möglichkeit: Die fehlenden Nachweise der Rettungsfähigkeit sind von den betroffenen Einrichtungen zu erwerben oder es ist eine anderweitige dritte Person durch den Nutzer mit dem Nachweis der Rettungsfähigkeit zu organisieren.

Zweite Möglichkeit: Die Wasseraufsicht wird durch das Personal des Hallenbades übernommen. Nach Rücksprache mit den Mitarbeitern des Hallenbads „Diemeltal“ wäre bei dieser Möglichkeit ein parallel arbeitender zweiter Mitarbeiter erforderlich, sodass ein Mitarbeiter die Wasseraufsicht über die Nutzergruppen im Badbereich führen kann, während der andere Mitarbeiter betriebsnotwendige Arbeiten verrichtet. Dies würde zusätzliche Kosten verursachen.

Dritte Möglichkeit: Die betroffenen Gruppen erhalten Nutzungszeiten parallel zum öffentlichen Badebetrieb, was für diesen Einschränkungen zur Folge hätte, da hier eine Reservierung bestimmter Beckenbereiche erfolgen müsste. Nach Rücksprache mit den Mitarbeitern des Hallenbads „Diemeltal“ ist hier die enorme Auslastung des Mitarbeiters zu berücksichtigen, da neben dem öffentlichen Badebetrieb weitere Gruppen beaufsichtigt werden müssten.

Nach ausgiebiger Erörterung - inklusive einer Sitzungsunterbrechung - beschloss der Stadtrat, die dritte Variante für zunächst sechs Monate zu erproben. Bis dahin, so hofft man, liegt das Gutachten vor.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare