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DM der Radsport-Straßenprofis findet 2022 im Sauerland statt

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Von: Kristin Sens

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DM Radsport Sauerland
Freuen sich auf die DM im Sauerland als ein sportliches Event der Extraklasse: (v.li.)Winfried Borgmann (Winterberg), Michael Beckmann (BM Winterberg), Thomas Schröder (BM Marsberg), Jörg Scherf, Heiko Volkert (beide SVL Sports), Rudolf Scharping (BDR), Michaela Schröder (Marsberg) und Tatjana Schefers (Arnsberg). © Kristin Sens

„Wir freuen uns auf ein Event der Extraklasse“, waren sich alle Akteure einig: Die Deutsche Meisterschaft im Straßenradsport findet – eigentlich für dieses Jahr geplant und wegen Corona aufgeschoben – im Juni 2022 im Sauerland statt. Für das sportliche Großereignis wurde jetzt in Marsberg der neue Veranstaltervertrag zwischen dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR), den Städten Winterberg und Marsberg sowie der SVL Sports GmbH unterzeichnet.

Marsberg/Winterberg/Arnsberg – Corona habe – wie viele Sportarten – auch den Radsport ausgebremst. Aber nach der erfolgreichen Ausrichtung der Sauerlandrundfahrt und des Bergpreises von Wenholthausen in diesem Jahr starten jetzt die Vorbereitungen zur den Deutschen Profimeisterschaften der Männer und Frauen auf der Straße.

„Eine wunderbare Geschichte“

„Wir sind keine Radsport-Hochburg“, räumte Marsbergs Bürgermeister Thomas Schröder ein. Aber das betreffe nur den Spitzensport. Der Freizeitsport habe auch hier sehr stark zugenommen und nicht zuletzt habe man mit dem Diemelradweg einen attraktiven und prämierten Fernradweg vor der Haustür. „Wir bekommen Glückwünsche aus der ganzen Welt, dass wir die DM mit ausrichten können“, sagte etwas verwundert, aber auch ein wenig stolz Michaela Schröder vom Stadtmarketing.

Ähnlich geht es Arnsberg. Tatjana Schefers vom dortigen Stadtmarketing bezeichnete die Stadt als „heimliche Hauptstadt des Ruhrtalradweges“. Mit „Arnsberg radelt“ sei es gelungen die Bevölkerung zu mobilisieren. „Es ist eine wunderbare Geschichte“, strahlte Winterbergs Bürgermeister Michael Beckmann – und das nicht nur, weil er selbst ein begeisterter Radfahrer ist.

Streckenverläufe noch „weißes Papier“

Die Streckenverläufe sind noch weitgehend „weißes Papier“, erklärte Organisator Jörg Scherf vom SVL Sports. Fest steht bisher lediglich, dass es am Freitag mit einem circa 25 Kilometer langen Rundkurs für die Jugend und für Sportkader losgeht. Am Samstag steht dann der „Klassiker“ an, mit einer rund 200 Kilometer langen Strecke für die Männer und rund 150 Kilometern für die Frauen. Herzstück aber werde die Sauerlandrundfahrt am Sonntag sein, mit Start in Neheim und Ziel in Winterberg. Die klassische Strecke sei mit 130 bis 140 Kilometern etwas zu kurz, daher werde man noch irgendwo eine Schleife einbauen.

„Mit der Sauerlandrundfahrt haben wir schon öffentliche Aufmerksamkeit geschaffen“, sagte Heiko Volkert vom SVL. Thomas Schröder und Michaela Schröder haben zwischenzeitlich Radsport-Events in Stuttgart und Winterberg besucht und sich vom Radsportfieber infizieren lassen. „Das ist eine ganz tolle Atmosphäre“, schwärmte die Marketing-Chefin. „Ein tolles Erlebnis, so dicht dran zu sein“, stimmte ihr Chef zu. Diesen Zugang wolle man in Marsberg auch Menschen ermöglichen, die noch nicht so Radsport-affin sind.

Wir machen jetzt ernst, in guter Kombination mit den anderen Bürgermeistern an der Strecke – und wer weiß, vielleicht ist es das Entrée für mehr

Michael Beckmann, Bürgermeister von Winterberg

Marsberg ist jedenfalls bereit. Straßenabschnitte bei Canstein, Hesperinghausen und Kohlgrund seien – oder würden demnächst frisch asphaltiert. Nicht eigens für die DM, wie der Bürgermeister anmerkte, aber die Aussichten auf die DM hätten die Staßenbaumaßnahmen befördert.

„Wir machen jetzt ernst, in guter Kombination mit den anderen Bürgermeistern an der Strecke – und wer weiß, vielleicht ist es das Entrée für mehr“, sagte Michael Beckmann. Damit könnte er nicht so ganz falsch liegen. Wie Volkert erklärte, gebe es „inoffizielle Zehn-Jahres-Pläne“, wobei die DM im Sauerland nur eine Station sei. Im Blick hat man bereits internationale Meisterschaften. „Wenn der Ehrgeiz und die Mittel da sind, ist das nicht unrealistisch“, bestätigte BDR-Präsident Rudolf Scharping.

Räumliche Nähe zu Radsport-Nationen

„Wie jede Bundesliga, braucht auch die Bundesliga im Radsport ein Heimspiel“, erläuterte Jörg Scherf. So sei die Idee für das Sauerland-Event entstanden. Er verwies in diesem Zusammenhang auch auf die räumliche Nähe zu großen Radsport-Nationen, wie den Benelux-Ländern, die diesen Austragungsort attraktiv machen.

Dass die DM bis nach Marsberg führt, verdankt die Stadt letztendlich der Polizei, erzählte Thomas Schröder. Polizeidirektor Klaus Bunse – von Hause aus Marsberger – habe häufig mit der Streckensicherung von Radsport-Events zu tun.

In diesem Zusammenhang habe er vorgeschlagen, um Rundkurse zu entzerren, Stationen ins östliche Sauerland zu verlegen, zum Beispiel nach Marsberg.

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