kfd Bredelar ringt um ihr Fortbestehen

„Eine ganz gute Lösung“

Die kfd ist ein Verband. Sogar ein sehr großer – der größte Frauenverband Deutschlands.

Dennoch: Die Ortsgruppe Christkönig in Bredelar hat ein Problem: Seit mehr als einem halben Jahr wird nach einem neuen Vorsitz gesucht (SauerlandKurier berichtete.) Auch wenn viele Mitglieder der Gruppe inzwischen den Rücken gekehrt haben – ursprünglich waren es einmal 120 – die restlichen 27 Mitglieder wollen, dass die Gruppe weiter besteht und möglichst wieder wächst. In einer Versammlung am Montag besprachen sie, wie es weiter gehen könnte.

Von Kristin Sens

Gisela Kuhle und Hiltrud Zinkhöfer vom Bezirksleitungsteam Marsberg waren dabei und vom kfd-Diözesanverband Paderborn kamen Marlis Meermeier und Uta Fechler, um Vorschläge zu machen und zu informieren. Eigentlich soll die kfd ein Miteinander der Generationen sein. In Bredelar haben sich offensichtlich die jüngeren und die älteren Frauen auseinanderentwickelt. Die einen glauben, dass es am Ort selbst liegt, am Fehlen einer gewachsenen Dorfgemeinschaft, dass keiner mehr bereit ist, sich zu engagieren. Andere denken, dass die Leitung der Gruppe früher zu sehr auf eine Person konzentriert war.

Als Anneliese Geschwinder ihr Amt vor zweieinhalb Jahren niederlegte, hat man versucht, die Jüngeren in die Pflicht zu nehmen. Petra Fischer, die ihr Amt als Vorsitzende zum Jahresende niederlegte, hat es so empfunden: „Wir sind regelrecht gekrallt worden.“ Zudem fühlten sich die jüngeren Frauen häufig ausgebremst, wenn sie eigene Ideen entwickeln und „es nicht so gemacht wurde wie es früher war“.

Nicht nur Katholikinnen

Klar ist: Erzwingen kann man Mitgliedschaft und Engagement nicht. Vielmehr gilt es, die kfd für alle Frauen attraktiv zu machen, erklärte Marlis Meermeier. „Was haben wir davon“, fragte eine Dame und die Verbandsvertreterin holte aus: Ausflüge, Vorträge, Kulturveranstaltungen natürlich – aber auch die Möglichkeit, sich gesellschaftlich zu engagieren, sich für seine und die Interessen anderer Frauen einzusetzen. Zum Beispiel, für Rentengerechtigkeit bei der Erziehung. Oder für geschiedene und wiederverheiratete Frauen, denen in der Kirchengemeinde viele Türen verschlossen sind. Ihre Verbandskollegin Uta Fechler ist eine von ihnen: „Ich bin in der kfd, weil ich hier etwas bewegen, mitmachen kann. In der Kirche selbst kann ich das nicht.“

Viele wissen gar nicht, dass in der kfd nicht nur katholische Frauen mitmachen können. Auch protestantische, oder Frauen anderer Glaubensrichtungen können sich angesprochen fühlen. Marlis Meermeier stellte die Frage in den Raum: „Was ist ein Verband eigentlich?“ Sie holte ein Verbandspäckchen aus der Tasche, wie es alle Frauen kennen. Anschaulich erklärte sie anhand des Modells, das ein Verband ein großes Netzwerk ist, geprägt vom Miteinander und Füreinander. „Aber,“ fuhr sie fort, „man kann es auch zusammenrollen und einen Druckverband daraus machen.“ Druck, um ihn auf politischer Ebene auszuüben. „Wir sind ein großer Verband. Wir werden gehört“, versicherte sie nachdrücklich.

Die älteren Damen blieben dennoch skeptisch. „Das haben wir ja alle über 40 Jahre gehabt“, antworteten sie. Für viele sind die Fronten verhärtet. „Irgendwie ist der Zug für mich abgefahren“, sagte eine Dame. Eine Notwendigkeit, die Ortsgruppe Bredelar aufzulösen, sieht Marlis Meermeier noch nicht: „Die kfd besteht, solange es Mitglieder gibt.“ Wenn sich niemand findet, der die Vorstandsarbeit übernehmen will, ist es möglich, zwei Vakanzverwalterinnen einzusetzen, erklärte sie. Diese müssten vor allem die Verbandszeitungen entgegen nehmen und verteilen lassen und die Jahresbeiträge kassieren.

„Aufgeben ist das allerletzte Mittel“

Auch dafür jemanden zu finden scheint schwierig. Immerhin waren einige bereit, sich auf einer Liste für ein Gremium einzutragen, welches Ideen entwickeln will. Vom Verband aus könnte eine Praxisberaterin vor Ort kommen, die dabei hilft. „Wir werden heute Abend vielleicht kein neues Team finden, aber vielleicht einen Impuls geben – Geschmack darauf machen, was die kfd auch sein könnte“, fasste Pastor Burkhard Sudbrock zusammen. Auch die Möglichkeit, sich mit der Gruppe des Nachbarortes zusammen zu schließen, besteht. „Aufgeben, das ist das allerletzte Mittel“, sagte Meermeier.

Zuletzt wurde noch eine „ganz gute Lösung“ gefunden, so Gisela Kuhle. Die Verbandszeitschrift wird zukünftig in der Kirche ausgelegt und die Beiträge überwiesen. In einem halben Jahr will man sich erneut zusammensetzen und sehen, wie es weiter gehen kann.

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