Ruhepol geht in den Unruhestand

Ende der Ära Hauptschule in Marsberg - auch Schulleiter Johannes Schröder nimmt Abschied

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Mit dem Ende der Hauptschule geht auch Schulleiter Johannes Schröder in den Ruhestand.

Marsberg - Mit dem Ende der Hauptschule in Marsberg – der letzte Jahrgang verlässt in diesem Jahr die Schule – nimmt auch Schulleiter Johannes Schröder seinen Hut und geht in den Ruhestand. Kollegen, Schüler und Ehemalige blickten mit ihm zurück und sprachen dem Schulleiter ihre Anerkennung aus.

Während dem Ende der Hauptschule in Marsberg – immerhin währte die Ära über 50 Jahre – mit etwas Wehmut gedacht werde, so müsse Schröder doch auch froh sein, über das Plus an Zeit für seine Hobbies und ehrenamtlichen Aufgaben, befand Bernd Dinkelmann, zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt. Beruflich bescheinigte er Schröder „hohe Fachkompetenz sowie eine ruhige und freundliche Art“, die ihn zu einem passenden Ansprechpartner für seine Schüler gemacht habe. „Für dich war Beruf immer Berufung“, so Dinkelmann. 

Gemeindereferent Manuel Kenter ergriff stellvertretend für die Kirchen in Marsberg das Wort. Er erinnerte an gemeinsame Schulabschlussgottesdienste, Tage der religiösen Erziehung und Bibeltage. Als Abschiedsgeschenk präsentierte er ihm eine Flasche Multivitaminsaft; die Kraft von Vitaminen betonend, verwies er insbesondere auf das „Vitamin B wie Beziehung“. Auch die Flasche Wein, die er überreichte, war voller Anspielungen, stand auf ihrem Label doch „Johannes L“. Das „L“, so hatte er zuvor in einer Anekdote erklärt, könne für ganz Vieles stehen, von Leben bis zu Liebe. 

Schröders Vorgängerin Karin Stolp erklärte, dass sie, gerade in ihrer jetzigen Funktion als Leiterin der Sekundarschule, viel mit dem scheidenden Schulleiter verbunden habe, teilten beide Schulen doch während der Auslaufphase das Hauptschulgebäude – und wenn man den Kollegen glauben darf, auch mehr als das. Sie lobte die gute Zusammenarbeit und Schröders ruhige, klare Art. „Ich habe viel von dir gelernt und abgeschaut“, versicherte sie. 

Auch der Vertreter der Realschule sowie die Lehrerschaft und Elternsprecher der Hauptschule würdigten das „unkompliziertes Miteinander“. 

Schröder blickte sodann zurück und skizzierte seinen beruflichen Werdegang, vom Volksschulabschluss als Neuntklässler über das Abitur bis zur Ausbildung als Förderschullehrer in Bottrop Anfang der achtziger Jahre. Seine erste Anstellung war in Gelsenkirchen. 1985 ging es für ihn zurück in die Heimat, als Lehrer an der Schule für Kranke der LWL in Marsberg. Konfrontiert mit einem breiten Spektrum an Unterrichtsformen und Bedürfnissen, vom Einzelunterricht bis zum Fernunterricht, habe er dort viel gelernt. So habe er zum Beispiel die individuelle Förderung von Kindern verinnerlicht und immer das Umfeld eines Schülers im Blick gehabt. 

Von 2002 an war er, bis zu deren Auflösung 2014, Schulleiter der Kerschensteiner Förderschule. Anschließend übernahm er die Leitung der auslaufenden Hauptschule. 

„Ich bin immer gerne und motiviert in die Schule gekommen.“ Jetzt aber freut er sich auf mehr Zeit für andere Aufgaben, als Landwirt mit seinem roten Höhenvieh sowie als Vorsitzender des Vereins für Natur- und Vogelschutz und des Fördervereins Kloster Bredelar. 

Abschließend bemerkte er, dass er es für angemessen gehalten hätte, wenn ein Vertreter der Schulaufsicht in Arnsberg zu seiner Verabschiedung gekommen wäre, was ihm viel Applaus von den Gästen und Kollegen einbrachte. 

Im zweiten Teil wurden die Meilensteine und Erfolge der Hauptschule gewürdigt; visualisiert durch eine Revue von Fotos und Filmen: Unter anderem die Kooperationen mit Museum und Kilianstollen, die Ausbildungsmessen und die Partnerschaft mit dem Geopark Grenzwelten. Zudem wurde an Ereignisse erinnert, wie zum Beispiel das Projekt Starkmacher-Schule 2014. 

Von den letzten 48 Entlassschülern gehen 31 in die Ausbildung, freute sich Schröder.

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