Von Höhe zu Höhe

Erlinghausen stellt sich im Heimatmuseum Obermarsberg vor

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Zur Ausstellung „Erlinghausen – immer auf der Höhe“ laden Ortsheimatpfleger Herbert Dülme und Detlev Steinhoff ins Heimatmuseum der Stadt Marsberg ein.

Obermarsberg. Mit der Sonderausstellung „Erlinghausen – immer auf der Höhe“ stellt sich, nach Westheim, der zweite Marsberger Ortsteil im Heimatmuseum der Stadt Marsberg vor. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 12. Mai, um 11 Uhr.

Zu sehen sein werden zahlreiche Fotos von „ganz früher“ bis in die Gegenwart, Filme, Dias und auch dreidimensionale Objekte. „Der Kreis der Ortsgemeinschaft (...) hat aktiv Vorschläge und Ideen gesammelt und zu dieser Ausstellung zusammengebracht“, berichtete Ortsheimatpfleger Herbert Dülme, der die Ausstellung federführend organisiert und vorbereitet hat. Dabei, so erklärte er, habe sich früh der Wunsch herauskristallisiert, den Ort schwerpunktmäßig im „hier und jetzt“ zu zeigen. „Somit ist mit dieser Ausstellung ein modernes Bild von Erlinghausen entstanden“, so Dülme. 

Aktionstag am 19. Mai

Die Katholische Landjugend hat zum Beispiel eine Umfrage durchgeführt, wie Erlinghausener ihren Ort heute sehen – und wo in 50 Jahren. Die Ergebnisse werden in der Ausstellung präsentiert. Von großem Interesse dürften auch die beiden Filme sein, die in Endlosschleifen in der Ausstellung gezeigt werden. Der eine wurde 1960 professionell gedreht, wahrscheinlich von Studenten der Filmwissenschaft, und war eine Zeit lang „verschollen“ und wird nun bei der LWL in Münster verwahrt; Erlinghausen erhielt eine digitalisierte Kopie. 

Der zweite Film, mit einer Laufzeit von insgesamt zweieinhalb Stunden, besteht überwiegend aus privaten Aufnahmen, die der Ortsheimatpfleger zusammengestellt hat. Beide Filme ermöglichen so einen aufschlussreichen Vergleich des dörflichen Gemeinschaftslebens und Arbeitens in Erlinghausen früher und heute. Diashows zu verschiedenen Themen wie Schützenwesen oder Viehzucht – wer weiß noch, dass Erlinghausen in den 30/40er Jahren eine renommierte Pferdezucht besaß – werden ebenfalls gezeigt. 

Zudem sind verschiedene Veranstaltungen geplant: Am Sonntag, 19. Mai, präsentieren sich an einem Aktionstag alle Vereine und Gruppierungen. „Der ganze Ort wird vertreten sein“, erklärte Dülme. Los geht es um 11 Uhr, mit einem Frühschoppen – auch der Grill wird angeworfen –der Feuerwehr und des Schützenvereins. Die kulinarische Betreuung des Nachmittags übernimmt, mit Kaffee und Kuchen, die kfd. Der Musikverein sorgt für die musikalische Begleitung.

"Ergriffensein vom NIX"

Tanzdarbietungen des Jugendballetts der KJB und der EKG-Garde sowie ein Auftritt des Familienzentrums „Pfiffikus“ vervollständigen das Programm. Zudem werden die Vereine an ihren jeweiligen Stellwänden in der Ausstellung mit weiteren Aktionen präsent sein. So werden das Familienzentrum und der Erlinghauser Förderverein eine kleine Werkstation einrichten. Ausklang des Präsentationstages ist gegen 19 Uhr. Für alle Erlinghauser, die ihr Auto stehen lassen wollen, ist ein Shuttleservice eingerichtet. Am Donnerstag, 6. Juni, kommt der in der Region sehr bekannte Warburger „Landsatiriker“ Udo Reineke und sinniert über das „Ergriffensein vom NIX“, wie sein Programm heißt. 

Darin wird es unter anderem um „Risiken und Nebenwirkungen“ des ländlichen Strukturwandels gehen. Sein augenzwinkernder „Rundumschlag zur aktuellen Situation von Landleben und Kirche“ – ob es um die Rückkehr der Wölfe, schließende Unternehmen oder den Priestermangel geht – bietet einen „fröhlich-sarkastischen Einblick mit Ausblick“. Veranstaltungsbeginn ist um 19 Uhr.  

„Ötzi“ kommt nach Obermarsberg

Wo Reineke viele Fragen aufwirft, liefert Prof. Dr. Gerhard Henkel aus Fürstenberg Antworten. Der Humangeograph von der Universität Duisburg-Essen referiert am 4. Juli um 19 Ihr im Museum in Obermarsberg. Thema seines Vortrags: „Rettet das Dorf! Was jetzt zu tun ist“. Reineke befasst sich seit Jahrzehnten mit der historischen und aktuellen Entwicklung des ländlichen Raumes. Als Begründer und Leiter des Bleiwäscher Kreises für Dorfentwicklung (1978 - 2008) wurde er als „Anwalt des Dorfes“ weithin bekannt. Neben zahlreichen Vorträgen hat er auch einige Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht. 

Die Ausstellung läuft bis zum 31. August und ist zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. Daneben können (auch außerhalb) Sonderführungen vereinbart werden; besonders Schulen und Kindergärten sind eingeladen, das Angebot zu nutzen. Ansprechpartner ist Museumsleiter Heiner Duppelfeld ☎ 0 29 92/12 81 oder ☎ 0 29 94/15 66. 

Im Anschluss an diese Ausstellung wird im Herbst eine Wanderausstellung zu „70 Jahren Grundgesetz“ im Heimatmuseum Station machen. Für 2020 ist – neben einer weiteren Ortsteil-Ausstellung – eine Ausstellung über „Ötzi – den Mann aus dem Eis“ bereits gebucht; Eröffnung ist am 15. Juli. Diese Wanderausstellung dürfte ein ähnlich spektakuläres Highlight werden wie die Ausstellung über die Himmelsscheibe von Nebra, die in Obermarsberg bekanntlich ein großer Erfolg gewesen war.

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