„Essen – und andere nicht vergessen“

Erlös des Charity-Essens in Marsberg geht an Caritas-Projekte direkt vor Ort

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Begrüßten die Gäste mit einem selbst getexteten Gedicht: Propst Meinolf Kemper und Uli Schilling vom Caritasverband Brilon.

Marsberg - „Sie denken sicherlich, wie kommt man bloß, auf 'ne Idee mit Fleisch und Soß' die Caritas in Marsberg zu bedenken, Zeit, Geld und Aufmerksamkeit zu schenken.“ – So lauteten zwei Verse aus dem Gedicht von Propst Meinolf Kemper und Uli Schilling vom Caritasverband Brilon bei der Begrüßung der Gäste des Charity-Essens in Marsberg.

56 Feinschmecker folgten am vergangenen Sonntag dem Aufruf der Caritas-Konferenz St. Magnus Niedermarsberg (CKD) zum Charity-Essen in Zeitlers Restaurant unter dem Motto: „Essen – und andere nicht vergessen“. Ein Menü, dessen Erlös direkt wohltätigen Zwecken vor Ort zukommen soll. In Kooperation mit dem örtlichen Pfarrgemeinderat und den ehrenamtlichen Caritas-Mitarbeitern kam diese besondere Veranstaltung zustande. Der Erlös soll direkt für die Einzelfallhilfe vor Ort sein. Das bedeutet, das Geld fließt in einzelne Projekte vor Ort, zum Beispiel Besuchsdienste, Geschenke für Geburtstage und Weihnachtszuwendungen für Bedürftige. 

Die personelle Situation der ehrenamtlichen Caritas-Mitarbeiter hatte sich in Marsberg sehr zugespitzt. Ehrenamtliches Personal fehlt an allen Ecken. Die Haustürsammlung im Sommer musste aufgrund mangelnder Mitarbeiter ausfallen und somit gab es auch finanzielle Einschnitte. „Wie kann man die Caritas etwas jünger machen und neue Mitarbeiter gewinnen?“, diese Frage stellte sich unter anderem Uli Schilling, der ehrenamtliche Caritasgruppen im Dekanat begleitet. „Neben Öffentlichkeitsarbeit und Infoständen sollte etwas Außergewöhnliches das Image der CKD stärken“, so Schilling. 

„In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Pfarrgemeinderat ist dann die Idee des Charity-Essens entstanden und dieser Abend zustande gekommen. Glücklicherweise gab es ein Netzwerk an persönlichen Verbindungen, sodass die Lokalität recht zügig geklärt war und Egbert Zeitler mit seinem Restaurant alsbald zur Verfügung stand. Ohne das Engagement der Familie Zeitler wäre dieser Abend nicht möglich gewesen“, waren sich alle Anwesenden einig. 

Egbert Zeitler war persönlich mit drei weiteren Köchen im Einsatz und für die Zusammenstellung des Menüs verantwortlich. Seine Frau Silvia und Tochter Lisa waren als Servicekräfte für die Gäste da; neben ihnen drei weitere ehrenamtliche Bedienungen. Das Organisationsteam im Vorfeld bestand aus sieben Personen. Die Köche und das Bedienungspersonal verzichteten komplett auf ihren Lohn und Trinkgelder. 

Helfende Hände sind jederzeit willkommen 

Als Sponsoren der Veranstaltung konnten neben Zeitlers Hotel, der Landwirt Christian Gröticke, die Brauerei Westheim und der SB Zentralmarkt, Mengeringhausen gewonnen werden. 

Neben der Möglichkeit kulinarische Köstlichkeiten zu genießen, konnten die Gäste sich während des Essens auch über die Caritas-Arbeit informieren. Es lagen Karten auf den Tischen, auf denen es um jeweils eine Aufgabe der sieben verschiedenen Bereiche der CKD ging. Die Gäste konnten so im Laufe des Abends über diese Themen ins Gespräch kommen und gegebenenfalls über das eigene Engagement im ehrenamtlichen Bereich nachdenken. Zu den Aufgaben in Marsberg zählen: Seniorenarbeit (häusliche Besuchsdienste, Seniorennachmittage), Kleiderkammer, Krankenhausbesuchsdienst, Altenheimhilfe, Unterstützungen bei Einzelfallhilfen, Sammlungen, Vorstandsarbeit. Helfende Hände sind jederzeit willkommen. 

Als erste Vorspeise gab es herbstliches Kürbis-Carpaccio mit Feldsalat, Kürbis-Dressing, getrockneten Tomaten, Croutons, Walnüsse und verlorenes Ei.

Das Vier-Gang-Menü, das jedem Gast für 50 Euro kredenzt wurde, bestand aus sehr erlesenen Speisen. Neben der ersten Vorspeise (herbstliches Kürbis-Carpaccio) hatte man die Wahl zwischen Entenkraftbrühe (Klößchen, Gemüsewürfel, Eierstich) oder einer vegetarischen Pilzkraftbrühe (Pfifferlinge, Steinpilze, Trüffel). 

Drei Auswahlmöglichkeiten gab es beim Hauptgang: Roulade vom Hirschrücken (mit Steinpilzfüllung, Preiselbeersauce, Gemüse-Mikado, Speckknödel), gebratenes Bachsailingsfilet (gebuttertes Gemüse-Mikado, Safrannudeln) oder hausgemachte Ravioli (mit Ricotta-Süßkartoffelfüllung, Gorgonzolasauce, Spinat-Mandel-Tarte, Rote Beete). 

Zum Abschluss durften die Gäste noch „Zeitlers Süßen Herbst“ genießen. 

Diakon Klaus Rosenkranz unterhielt die Anwesenden nach dem zweiten Gang mit einer lustigen Sprech- und Gesangseinlage. Die Zerstörung der Irminsul durch Karl den Großen war Thema, welches der Diakon aus Obermarsberg unterhaltsam darbot. Neben dem geistlichen Tischgebet war Propst Meinolf Kemper auch offen für ein weltliches: „Bescheidenheit, Bescheidenheit verlass mich nicht bei Tische und gib, dass ich zur rechten Zeit das größte Stück erwische.“ 

Zum Abschluss des Abends wurde noch ein BVB-Trikot versteigert. Für 300 Euro ging es an seinen neuen Besitzer.

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