Bürgermeister ehrt bei Neujahrsempfang Giershagen und Essentho

Dörfliche Gesamtleistung beim Neujahrsempfang gewürdigt

Mit dem Bürgerpreis wurden beim diesjährigen Neujahrsempfang zwei Dorfgemeinschaften ausgezeichnet: Giershagen und Essentho.
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Mit dem Bürgerpreis wurden beim diesjährigen Neujahrsempfang zwei Dorfgemeinschaften ausgezeichnet: Giershagen und Essentho.

Marsberg. „Es ist immer wieder schön, bei dieser Gelegenheit so viele Bekannte zu treffen, die man sonst manchmal das ganze Jahr über nicht sieht“, freute sich Gerlind Ulrich. So wie sie, nutzen zahlreiche andere Gäste den Neujahrsempfang der Stadt Marsberg im Kloster Bredelar zu einem Stelldichein, darunter Prominenz wie die stellvertretende Landrätin Ursula Beckmann, der Bundestagsabgeordnete Dirk Wiese und MdL Matthias Kerkhoff. Auch der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins Franz-Josef Bohle sowie Propst Meinolf Kemper und Markus Pape als Vertreter der Kirchen ließen sich das Event nicht entgehen.

Höhepunkte waren – neben der Rede des Bürgermeisters und den launig von Andreas Melliwa moderierten Podiumsgesprächen mit dem Leiter der Kreis-Polizeibehörde Klaus Bunse und dem Geschäftsführer der Sauerland Touristik Thomas Weber – die Verleihung des Bürgerpreises für herausragendes ehrenamtliches Engagement in Marsberg. „In diesem Jahr soll die dörfliche Gesamtleistung im Vordergrund des Bürgerpreises stehen“, erklärte Hülsenbeck. Diese habe sich 2015 bei zwei Großereignissen besonders bewährt: beim Meilerfest in Giershagen und beim Kreisschützenfest in Essentho.

„Im Ortsteil Giershagen hat man mit viel Einsatz und Herzblut eine wunderbare Meilerwoche vorbereitet und durchgeführt. (…) Das ganze Dorf war aktiv im Einsatz und hat Marsberg weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekanntgemacht und gezeigt, was eine Dorfgemeinschaft zu leisten im Stande ist“, lobte Hülsenbeck. „Es war eine nie dagewesene und kaum vorstellbare dörfliche Gemeinschaftsleistung die ihres Gleichen sucht“, fasste er abschließend zusammen.

„Nie dagewesene Leistung“

Für eine ebenso „nachhaltige, absolut positive Erinnerung“ habe auch Essentho gesorgt, fuhr der Bürgermeister fort: „Das Kreisschützenfest war ein absolutes Highlight. (…) Ohne das Engagement der Dorfgemeinschaft wäre ein solcher Kraftakt innerhalb eines Jahres nach dem Goldenen Schuss von Helmut Kruse, der seine Irmhild zur Kreiskönigin machte, nicht möglich gewesen.“

Da beide Ereignisse in ihrer Bedeutung nicht zu gewichten seien, habe man sich entschlossen, den Bürgerpreis auf 300 Euro aufzustocken und zwei erste Plätze zu vergeben. Auch die Trophäe sollen sich beide Dörfer teilen, indem jeder Ort sie jeweils ein halbes Jahr behalten darf. Der immaterielle soziale Wert solchen bürgerschaftlichen Engagements – und das gelte für alle Aktivitäten in Marsberg – sei allerdings in Geld nicht zu erfassen. Insofern stehe der monetäre Wert des Bürgerpreises hinter der gesellschaftlichen Anerkennung zurück, betonte der Bürgermeister.

Auch in seiner Neujahrsrede spielte das Engagement von Bürgern– seien es Ehrenamtliche oder auch Mitarbeiter der Stadt - eine große Rolle. Hülsenbeck verwies auf die erfolgreiche Aufarbeitung bei den Jahresabschlüssen. Innerhalb von 17 Monaten sei es gelungen, vier der fehlenden Bilanzen vorzulegen – die fünfte (für 2013) werde in wenigen Wochen im Rat eingebracht. Zu diesem Gelingen hätten nicht nur Mitarbeiter des Hauses sondern auch externe Berater und Helfer – unter anderem der Kreise HSK und Unna sowie der Stadt Olsberg – beigetragen.

Der Oberste Verwaltungschef der Stadt zeigte sich befriedigt über den erfolgreichen Abschluss beim Thema Windkraft – verwies jedoch auf die Regionalplanungen, die alles wieder über den Haufen werfen könnten. Diese Unsicherheit habe dazu beigetragen, dass die Verhandlungen bezüglich Gut Wieringsen nicht weiter vorangediehen seien: „Das Ihnen im letzten Jahr avisierte Hotelprojekt ist auf Eis gelegt und das Eis ist nur noch sehr dünn“, so Hülsenbeck.

Hotelprojekt auf Eis gelegt

Kritisch äußerte sich der Bürgermeister auch zum Landesentwicklungsplan, der, auf Kosten Westfalen-Lippes, einer Bevorzugung von Rheinland und Ruhrgebiet vorantreibe. Positiv hob der er dagegen die Wirtschaftskraft der Stadt, die damit verbundenen Steuereinnahmen und die niedrige Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent (Landesdurchschnitt 7,7 Prozent) hervor. Planziele seien die Vermarktung des Gewerbegebiets in Westheim, die Verbesserung der Breitbandversorgung und ein neu gestaltetes Engagement im Tourismussektor. Auch Gesundheit habe in Marsberg weiterhin einen hohen Stellenwert.

Eine große Aufgabe werde weiterhin die Aufnahme von Flüchtlingen sein; man rechne mit weiter steigenden Zahlen (aktueller Stand: 456).

„Es ist unsere Pflicht zu helfen“

„Hinter jedem einzelnen Menschen, der aus einem Kriegs- bzw. Krisengebiet kommt, steht ein individuelles Schicksal. Wir können dabei nicht in jedem Einzelfall differenzieren, ob es sich um sogenannte Wirtschafts- oder Kriegsflüchtlinge handelt. Eines aber weiß ich ganz sicher: Es ist unsere christliche Pflicht, den Flüchtlingen zu helfen, sie ordentlich unterzubringen und auch ihren Kindern einen Kindergarten- und Schulplatz bereitzustellen“, betonte Hülsenbeck.

Marsberg favorisiere dabei eine dezentrale Unterbringung, denn dauerhaft sei es keine gute Lösung, viele Menschen auf engem Raum in großen Unterkünften zu beherbergen. Im Laufe des nächsten Vierteljahres will die Stadt in allen Ortsteilen Beratungstermine für Bürger anbieten, die Wohnungen zu vermieten haben, sich ehrenamtlich engagieren wollen oder andere Fragen zum Thema Flüchtlinge haben. Geplant sei auch, mit Flüchtlingen Betriebsbesichtigungen durchzuführen, um ihnen potentielle Beschäftigungsperspektiven zu bieten.

Als wegweisendes Zukunftsprojekt hob der Bürgermeister zudem die Initiative Bürgerwiese hervor: „An diesem Projekt wird sehr gut deutlich, dass man Zukunft bauen kann.“

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