Eurokrise verunsichert

Zufriedene Gesichter gab es in der Führungsriege der Volksbank beim Jahresrückblick. Dirk Lüddecke, Stefan Meyer, Britta Raffenberg und Hans-Jochen Zöllner (v. li.).

Auch das Geschäftsjahr 2012 der Volksbank Marsberg war stark durch die Finanzkrise geprägt. Allerdings nicht so sehr durch schlechtere Umsätze als durch das veränderte Kundenverhalten.

So habe die Niedrigzinspolitik dazu geführt, dass das Thema Inflationsschutz stärker in den Vordergrund rückt. Im Saldo hat die Volksbank im Vorjahr überdurchschnittlich gute Zahlen eingefahren, mit Zuwächsen in fast allen Ressorts, wie das Kreditinstitut jetzt bekannt gab.

"Wir liegen in unseren Jahreszahlen nach wie vor deutlich über dem Verbandsdurchschnitt und haben das beste Ratingergebnis im genossenschaftlichen Verbund", verkündete Dirk Lüddecke in der Pressenotiz. Mit rund 191,5 Millionen Euro zum Jahresende verzeichnet die Bilanzsumme ein Wachstum von 4,4 Prozent. Haupttreiber, so erläuterte Hans-Jochen Zöllner, ist das Kreditgeschäft. Es wuchs um 4,1 Prozent auf rund 110 Millionen Euro. 522 Darlehen mit einem Volumen von 25,4 Millionen Euro wurden im abgelaufenen Jahr in Marsberg bewilligt. Davon flossen 56 Prozent in den gewerblichen Mittelstand, 38 Prozent in den privaten Wohnungsbau und 6 Prozent in den Konsum. Eine immer breitere Rolle spielt dabei der Energiesektor. Auch bei der Vermittlung öffentlicher Förderkredite legte die Bank deutlich – um rund 21 Prozent – zu.

Die Einlagen entwickelten sich moderat mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 145,9 Millionen Euro, wobei das Hauptwachstum in den täglich fälligen Einlagen festzustellen war, mit einem Plus von acht Prozent. Die Spareinlagen haben sich um 0,5 Prozent auf rd. 62,1 Millionen Euro erhöht. Die Tendenz zur kurzfristigen Geldanlage zeigt die Unsicherheiten, in denen sich im Moment die Anleger befinden. Man wagt nur bedingt längerfristige Anlagen und hofft auf wieder steigende Zinsen, was die Bank derzeit allerdings aufgrund der politischen Rahmenbedingungen für das Jahr 2013 noch nicht prognostiziert. Stark nachgefragt sind dagegen Sachwerte, vor allem in offene Immobilienfonds – und in die selbst genutzte Immobilie wird viel investiert.

Mittelstand auf Augenhöhe

"Wie auch die meisten unserer Kunden sind wir ein mittelständisches Unternehmen. Wir begegnen uns daher auf Augenhöhe," erklärte Zöllner. Er ist davon überzeugt, dass der Erfolg der Bank ihrer Strategie Rechnung trage. "Ich glaube an den Mittelstand, seine Wirtschaftskraft und vor allem seine Bereitschaft zu sozialer Verantwortung." Ein Bestreben, sich durch Zusammenschluss mit anderen Banken zu vergrößern, gebe es daher nicht. Wo es sinnvoll sei, in größeren Einheiten zu arbeiten, könne das auch durch gezielte Kooperationen aufgefangen werden. Für größere Kunden ließen sich zudem Lösungen innerhalb des Verbunds der Volksbanken finden. Die Mitarbeiter sollen sich auf ihre Kunden konzentrieren können, daher versucht man die wachsende Anzahl an Verwaltungsprozessen und Regularien durch die elektronischen Systeme aufzufangen.

Fachlich kompetente Beratung, auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten, ist der Bank ein wichtiges Anliegen. Die Mitarbeiter werden dafür durch Qualifizierungsmaßnahmen, wie dem Berater-Pass, fit gemacht. Personelle Veränderungen gab es in der Führungsebene: Für den nach 43 Jahren ausscheidenden Franz-Josef Gerlach übernahm Britta Raffenberg die Leitung des Bereiches Unternehmenssteuerung.

Sie berichtete von einer "erfreulichen Entwicklung" der Mitgliederzahlen. Knapp 500 neue Mitglieder sind in die Bank eingetreten –insgesamt sind es nun fast 7.700 Mitglieder. Nicht nur für die Mitglieder, sondern für alle Marsberger engagiert sich die Volksbank weiterhin stark gesellschaftlich – sei es durch direkte Spenden und Sponsoring, aber auch durch Veranstaltungen, wie der Beteiligung am Wirtschaftsforum, oder dem Citylauf. Rund 2,5 Millionen Euro habe die Bank insgesamt an Wertschöpfung vor Ort aufgebracht. Das beinhaltet, neben Spenden und Steuern, auch die Mitarbeitergehälter sowie Dividenden.

Die Finanzkrise, so lautete der Ausblick, wird die Bankenwelt allerdings auch noch die nächsten zwei Jahre begleiten. Die Börsenmärkte seien noch sehr sensibel und nervös.

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