Ausschuss folgt Empfehlungen nur teilweise

Gutachten für Bredelar

Mit einer kleinen Überraschung wartete der Ausschuss Planung, Bau und Umwelt auf, als es um die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts ging: Bredelar wird, auf Antrag von Ortsbeirat und Ortsvorsteher, voraussichtlich den Status eines „perspektivischen Einzelhandelszentrums“ behalten.

„Ich habe massive Probleme damit, Westheim und Bredelar unterschiedlich zu behandeln“, erklärte der Fraktionsvorsitzende der SPD Peter Prümper. Er könne die Gründe des Büros Junker und Kruse nicht nachvollziehen. Dieses hatte in seinem Gutachten nur ein integriertes Einzelhandelszentrum vorgeschlagen. Dadurch hätte der Einzelhandel im Ort weniger Schutz vor Neuansiedlungen im Umland. Nach Auffassung des Fraktionsvorsitzenden sind die Voraussetzungen für ein perspektivisches Nachversorgungskonzept gegeben.

„Wir wollen zudem nicht ohne ganz große Not gegen den Ortsbeirat entscheiden“, so Prümper. Auch Westheims Ortsbürgermeister Franz-Josef Weiffen unterstützte dies. Zustimmung kam ebenfalls vonseiten der CDU-Fraktion. Der Ausschuss beschloss einstimmig die im Gutachten vorgeschlagenen Aktualisierungen des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts, mit der Ergänzung, dass in Bredelar die 2009 festgesetzte Abgrenzung fortgeführt wird.

Die Neubewertung des Zentrenkonzepts war vordergründig wegen rechtlicher Neudefinitionen von Nahversorgungsstrukturen erforderlich geworden, erhielt jedoch durch die Umzugspläne von Aldi eine neue Dringlichkeit. Das Gutachterbüro hatte eine Erweiterung des zentralen Versorgungsbereichs Innenstadt Marsberg entlang der Bahnhofstraße empfohlen, um dort, im Anschluss an den bestehenden Rewe-Markt, eine Neuansiedlung von Aldi zu ermöglichen. Im Anschluss an die Verabschiedung des Zentrenkonzepts wurde umgehend die Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes für den Erweiterungsbereich an der Bahnhofstraße beschlossen.

Ebenso einigte man sich, den Ausbau eines Teilstücks der Straße „Zur Essenthoer Mühle“ in Essentho zurückzustellen, indem der Ausschuss das Bauvorhaben von der Tagesordnung nahm. Bauamtsleiter Werner Besche hatte erklärt, dass es wegen der Gebühren Diskussionen mit den drei betroffenen Anliegern gäbe. Die Maßnahme werde ins Frühjahr verschoben. (Von Kristin Sens, marsberg@sauerlandkurier.de)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare