Viele Marsberger sprechen sich für großen Schützenvogel aus

„Haben die nichts Besseres zu tun?“

Christoph Meißner aus Padberg ist das „relativ egal“.

Dem stolzen Schützenvogel soll es an den Kragen gehen: Wenn es nach dem Willen des Bundesinnenministeriums geht, soll der Durchmesser des Rumpfes zukünftig nicht mehr als 80 Millimeter betragen, bisher sind es 150 Millimeter.

Der SauerlandKurier hat Marsberger befragt, was sie davon halten.

Von Kristin Sens

„Denen sollte man den Vogel zeigen“, lehnt Franz Becker aus Bredelar die Richtlinie kategorisch ab. „Man sollte diejenigen, die das entworfen haben, mal alle zur Schnade und anschließend zum Schützenfest nach Brilon einladen. Ich wette, da würden sie ganz schnell ihre Meinung ändern.“ Der 78-Jährige ging vor allem früher regelmäßig zu den Festen in Bredelar und Brilon. „Aber auf den Vogel selbst anlegen, das war nicht meine Sache.“

Bodo Engelhardt, Marktleiter in Bredelar, sieht die Sache entspannter: „Ich komme aus Niedersachsen. Dort feiern wir ja auch Schützenfest. Aber bei uns wird nur mit Kleinkaliber und auf eine Scheibe geschossen. Das geht doch auch. Wenn es mit dem Vogel nicht mehr geht, dann muss man sich etwas anderes überlegen.“ Das sieht Conny Tewes (70 Jahre) aus Brilon etwas anders: „Ich komme vom Niederrhein, wohne aber seit 30 Jahren in Brilon. Wenn es Tradition ist, soll der Vogel so groß bleiben. Als ob wir keine anderen Sorgen in Deutschland hätten...“

Rosemarie Hellermann (72 Jahre) aus Bredelar ist zwar keine überzeugte Schützenfestgängerin. Dennoch sagt sie: „Ich finde, dass die Politik sich da nicht einmischen soll. So wie es war, war es doch gut. Haben die keine anderen Sorgen? Da gibt es doch sicher Wichtigeres zu entscheiden.“

Christoph Meißner aus Padberg sagt: „Mir ist das relativ egal. Hauptsache, es wird nicht ganz verboten, das wäre blöd.“ Der 16-Jährige darf erst im nächsten Jahr bei den Jungschützen mitschießen. Ingeborg Fegbeitel aus Padberg hat eine kurze Antwort: „Das ist großer Quatsch“, sagt die 70-Jährige. „Das ist doch eine lange Tradition hier im Sauerland, das sollte man pflegen“, ergänzt sie noch.

Was es mit der Richtlinie auf sich hat und wie die Schützenverbände und Vorstände darauf reagieren, lesen Sie auf ffi Seite 3

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