Broschüre erinnert an das Schaffen von Heinrich Papen

Heft zum Hochaltar in Obermarsberg erschienen

Das Heft über den Hochalter der Stiftskirche liegt in den Kirchen aus.

Obermarsberg – Im Jahr 2019 wird zum 300. Male der Todestag von Heinrich Papen begangen. Er war der Meister einer der der führenden Barockwerkstätten um die Wende des 17. und 18. Jahrhunderts, deren Kunstwerke sich in einem großen Verbreitungsgebiet befinden.

In seinem ehemaligen Wohn- und Wirkungsort Giershagen wird deshalb auch in mehreren Veranstaltungen, wie Besichtigungsfahrten zu Papenaltären, Vorträgen oder Führungen, die sich über das Jahr hinziehen, seiner gedacht. 

Er starb am 12. Dezember 1619. Im selben Jahr wurde der Hochaltar in der Stiftskirche zu Obermarsberg fertig- und aufgestellt. Aus diesem Anlass soll auch an diesem Ort an sein Schaffen erinnert und der Altar in besonderer Weise hervorgehoben und dargestellt werden. Hermann Runte hat dazu in einem kleinen Heftchen eine interpretierende Betrachtung des Altars durchgeführt. Dabei wird zunächst auf die wechselvolle Geschichte der Stiftskirche eingegangen. Mit der Zerstörung dieser Kirche im 30-jährigen Krieg und mit der Vernichtung der gotischen Altäre und der vielen Dotationen durch Zünfte und reiche Bürger wurden die Wiederherstellung der Kirche und eine völlig neue Gestaltung der Inneneinrichtung notwendig. 

Mit dieser Aufgabe wurde die Barockwerkstatt Heinrich Papen betraut. Papen hatte grundlegende Erfahrungen bei der Barockisierung des Paderborner Doms gemacht, wie Buchenthal und Bauer in ihrem Buch über die Papenfamilie schreiben. Dort wurden die aktuellen und namhaften Künstler ihrer Zeit eingesetzt. Großen Einfluss übte dabei die Peter-Paul-Rubens-Schule aus. Von Rubens Atelier und seiner Werkstatt in Antwerpen verbreiteten sich seine Ideen und seine Werke und wurden von Künstlern in ganz Nord- und Mitteleuropa vor allem in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts aufgenommen. Papen arbeitete mit den damals bekannten flämischen Brüdern Willemssens in der Domkirche zusammen. 

Der Altar in der Stiftskirche in all seiner barocken Pracht wird gesehen als Ausdruck der Liebe Jesu Christ zu den Menschen. Dabei wird ausgegangen von den Gegebenheiten, von der Gliederung, den Darstellungen, den Farben und der künstlerischen Gestaltung. Zum Verständnis und zur Deutung werden Texte aus der Bibel hinzugezogen. Wesentliche Details werden durch Bilder hervorgehoben. All das soll dazu beitragen, das Gesamtwerk in seinem Wesen und seiner Aussagekraft zu erfassen. Gleichzeitig soll die Deutung dem Besucher Anregung geben, seinen eigenen Gedanken nachzugehen, sich individuell ergreifen zu lassen und eine spirituelle Verbindung zu diesem Altar einzugehen. 

Die Hefte liegen in beiden Kirchen aus. Ein Heft kostet drei Euro, der Erlös kommt der Pfarrgemeinde Obermarsberg zugute.

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