Heimatmuseum kommt mit Neuerungen daher

Geschichte erleben mit Audioguide und Touchscreen

Ab April können Brautpaare im zukünftigen Standesamt im Heimatmuseum der Stadt Marsberg in Obermarsberg den Bund fürs Leben schließen.

Obermarsberg. Das Team des Heimatmuseums der Stadt Marsberg in Obermarsberg zog eine gute und erfreuliche Bilanz des Jahres 2015. Aufgrund einer großzügigen Spende und durch Unterstützung des Erzbistums Paderborn war es möglich, das Liborius-Reliquiar, das aus dem ehemaligen Kloster Bredelar stammt, zu restaurieren. Nun steht es wieder im kirchlichen Gebrauch und erstrahlt in neuem Glanz in der Schatzkammer des Museums.

Durch eine Schenkung der Familie von Twickel und durch die Unterstützung des Ortsbürgermeisters von Westheim, Franz-Josef Weiffen, wurde der barocke Engelkopf aus der Werkstatt Heinrich und Christophel Papen in seinen ursprünglichen Farben wieder hergestellt.

Die Gerätschaften des Messkoffers vom Obermarsberger Pater Franz Kloke aus dem Zweiten Weltkrieg, der auf dem Dachboden der Pastorat gefunden wurde, wurden in einer großen Vitrine ausgestellt und sind zu besichtigen.

Im Herbst wurde zum ersten Mal das archäologische Grabungsfeld durch die Klasse 4c mit ihrem Klassenlehrer Harald Legge in Betrieb genommen. An zwei Unterrichtsmorgen wurde das Thema „Erstürmung einer mittelalterlichen Stadt im Dreißigjährigen Krieg – am Beispiel der Stadt Obermarsberg“ mit viel Freude und Begeisterung der Schüler erarbeitet. Weitere Grabungen sind für das Frühjahr geplant. Gewürdigt wurde dieses Projekt gegen Ende des Jahres durch die Auszeichnung für interkulturelles Lernen durch die Westfalen Weser Energie, was mit 5.600 Euro honoriert wurde.

Audioguides werden getestet

Aufgrund der gewonnenen Geldmittel ist es jetzt auch möglich, die Kommunikationstechnik im Museum zu modernisieren. Zurzeit werden entsprechende Audioguide-Geräte geprüft und ausprobiert, mit denen demnächst einzelne Besucher unabhängig von Führern und anderen Besuchern nach eigenem Tempo durch die Räume gehen, an bestimmten Schwerpunkten der Stadtgeschichte und der Schatzkammer verweilen, sich ausführlich informieren und sich ihr Wissen individuell aneignen können.

Weiterhin soll jeder Museumsraum ein Touchscreen-Gerät erhalten, an dem sowohl Erwachsene als auch Kinder Hintergrundwissen zu den Schwerpunkten der Marsberger Geschichte, also Filme, Bilder, Dokumente und Texte als Ergänzung und Veranschaulichung, abrufen können. Dadurch wird gleichzeitig die Schüler- und Gruppenarbeit am Grabungsfeld vertieft und spannend gemacht.

Unter den würdigen Blicken der Ehrenbürger von Nieder- und Obermarsberg und umgeben von der mehr als tausendjährigen Marsberger Geschichte können ab April Brautpaare im Heimatmuseum den Bund fürs Leben schließen. Anmeldungen liegen beim Standesamt Marsberg bereits vor.

Durch die Teilnahme am Tag des Denkmals, durch Führungen durch die alte Stadt auf dem Berge und durch die historischen Kirchen sowie durch den erfreulich weiter anhaltenden Besucherstrom ins Museum wurde auch im Jahr 2015 wieder die Besucherzahl von 2000 erreicht.

Info: Ab Sonntag, 14. Februar, ist das Heimatmuseum wieder jeweils am Sonntag von 14 bis 17 Uhr und am Mittwoch von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare