Windpark Himmelreich GmbH & Co.KG  droht Bußgeld

Naturschützer beobachten Weiterbau im Windpark Meerhof 

„Im Windpark Himmelreich in Meerhof wird trotz des erlassenen Baustopps weitergebaut“, sagt der Verein für Natur- und Vogelschutz im HSK, der die neuen Baufortschritte am Mittwochabend mit diesem Foto festhielt.

Meerhof. „Das ist mir noch nie passiert. Im Prinzip bin ich platt. Deshalb habe ich es erst einmal nicht geglaubt“, sagt Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu NRW. Er wurde von Augenzeugen aus der Umgebung darüber informiert, dass am Mittwochabend sowie in der Nacht auf Donnerstag im Windpark Himmelreich in Meerhof trotz Baustopps weitergebaut worden sei. Der Nabu hat seinen Rechtsanwalt eingeschaltet, der den Hochsauerlandkreis als Genehmigungsbehörde informiert hat.

Der Hochsauerlandkreis hat am Donnerstag umgehend Mitarbeiter nach Meerhof geschickt, um mündlich einen Baustopp zu verhängen. Auch schriftlich gehe eine Ordnungsverfügung raus mit der Androhung eines Zwangsgeldes. Gleichzeitig werde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Die Strafe könne bis zu 50.000 Euro betragen, erklärte Martin Reuther, Pressesprecher des Hochsauerlandkreises auf Nachfrage des SauerlandKurier. Der Baustopp, der aus einem Beschluss des Verwaltungsgerichts Arnsberg resultiert (SauerlandKurier berichtete), hat weiterhin Gültigkeit, so Reuther. „Das war der Firma auch bewusst“. Dies habe man in einem Gespräch im Kreishaus sowie telefonisch deutlich gemacht.

Michael Flocke, Geschäftsführer der Windpark Himmelreich GmbH & Co. KG, war bis zum Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Wir befürchten, dass Fakten geschaffen werden, obwohl das gerichtliche Verfahren noch nicht abgeschlossen ist“, sagt Johannes Schröder vom Verein für Natur- und Vogelschutz im HSK. Der Naturschützer war am Mittwoch gegen 17 Uhr sowie am Donnerstagmorgen in Meerhof vor Ort. Zum Zeitpunkt des Baustopps seien drei Türme im Aufbau gewesen, berichtet er. Einer der drei Türme – die Anlage Nummer neun – habe am Mittwoch nun ein weiteres, größeres Teil aufgesetzt bekommen. Am Donnerstagmorgen sei dann bereits zusätzlich die Gondel montiert gewesen. „Wir befürchten, dass es noch weitergeht. Ein Teil der Rotoren liegt da schon“, sagt Johannes Schröder. „Hier wird einfach seitens des Investors ein Gerichtsbeschluss mit Füßen getreten. Die Gegenseite baut einfach weiter als ob nichts gewesen sei frei nach dem Motto ,Dreistigkeit siegt“, so Josef Tumbrinck.

Das Verfahren ist noch anhängig. Wie berichtet, hatte das Verwaltungsgericht Arnsberg mit einem Beschluss in einem Eilverfahren den Bau von elf Windkraftanlagen gestoppt, weil die 60. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Marsberg nicht rechtskräftig ist. Bislang steht eine entsprechende Genehmigung der Bezirksregierung Arnsberg aus. Der Hochsauerlandkreis hatte gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingereicht.

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