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Johannes Schröder übernimmt Vorsitz im Förderverein Kloster Bredelar

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Von: Kristin Sens

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Blumen für die „Neuen“, Lob und Dank für die „Alten“: Der neue, erweiterte Vorstand des Fördervereins Kloster Bredelar nimmt voller Zuversicht seine Arbeit auf. (Auf dem Bild fehlen Andreas Melliwa und Gerhard Luce. Fotos: Kristin Sens
Blumen für die „Neuen“, Lob und Dank für die „Alten“: Der neue, erweiterte Vorstand des Fördervereins Kloster Bredelar nimmt voller Zuversicht seine Arbeit auf. (Auf dem Bild fehlen Andreas Melliwa und Gerhard Luce. © Kristin Sens

Bredelar. Mit Johannes Schröder als neuem Ersten Vorsitzenden und einem deutlich verjüngten Vorstand geht der Förderverein des Klosters Bredelar die nächsten Herausforderungen an.

Zuvor hatte Anna Degenhardt als Noch-Vorsitzende über die wichtigsten Meilensteine des abgelaufenen Vereinsjahres berichtet. Vor allem die Baufortschritte am Südflügel, wo, wie berichtet, die größte Ausstellungshalle des Hochsauerlands entstehen soll, sind auch von der Straßenseite her nun gut sichtbar. Im Mai vorigen Jahres hatten die Arbeiten an der Südseite mit der Aufstellung des Baugerüstes begonnen. In der Folge waren am Südwest-Pavillon das Dach saniert - und zeitgleich der Boden unter dem Südflügel nach archäologisch wertvollen Zeugnissen durchforscht worden. Die Funde wurden dokumentiert und die Bauplanungen konnten ungehindert umgesetzt werden.

Nach dem Abriss des alten, nicht denkmalgeschützten Aufbau des Südriegels, wurde, rechtzeitig vor dem Wintereinbruch, die Bodenplatte für die neue Ausstellungshalle gegossen. Diese schützt nun die darunter liegenden baugeschichtlich wertvollen Kellergewölbe, ohne mit diesen direkt in Berührung zu stehen oder Druck auf sie auszuüben, wie Andreas Hesse erklärte, der, nach dem plötzlichen Tod von Luzia Stuhldreier im Sommer, die Geschäftsführung der Kloster Bredelar Bau gGmbH übernommen hatte. Vor wenigen Tagen waren die Bauarbeiten wieder aufgenommen worden und die Eisen-Stahl-Holz-Konstruktion für die Ausstellungshalle errichtet. Im Juni will man die Fertigstellung der Ausstellungshalle feiern.

Nicht ganz so zügig ging es mit der anderen Großbaustelle voran, der sogenannten Putzhütte. Hier soll, nach abgeschlossener Sanierung, wie berichtet, die Lehr- und Schaugießerei wieder ihren Platz finden. Die Schadenskartierung hatte jedoch größere Schäden als vermutet zu Tage gebracht, die nicht mehr durch die ursprünglich zugesagten rund 250.000 Euro Fördergelder gedeckt waren. Es gelang allerdings eine Fristverlängerung für die Abrufung der Mittel und Anfang dieses Jahres war schließlich das Sanierungskonzept von den Denkmalbehörden genehmigt worden. Anfang März konnten die ersten Bauaufträge unterschrieben werden, noch im April soll das Gerüst aufgestellt und im Mai mit der Sanierung begonnen werden. Auch wenn die Lehr- und Schaugießerei zurzeit vor Ort nicht arbeiten kann, sind ihre Mitglieder dennoch aktiv. So habe man, wie Degenhardt berichtete, im Juni bei der Nacht der Industriekultur in Hattingen teilgenommen.

In den bereits renovierten Teilen des Klosters habe im abgelaufenen Jahr ein reichhaltiges kulturelles Leben stattgefunden, berichtete die Erste Vorsitzende weiter. Viele der öffentlichen Veranstaltungen seien lange im Vorfeld ausverkauft gewesen. 250 Veranstaltungstage verzeichnete der Kalender des Begegnungs- und Kulturzentrums (BeKuZ). Dazu kamen noch einmal 350 Gruppen- und Vereinsbelegungen.

Mehr interessierte Aktive als Ämter

Auf ein reichhaltiges Veranstaltungsprogramm können sich Besucher auch 2018 freuen. Das Konzert mit Justus Frantz im April, die Skulpturenausstellung im September/Oktober und der Vortrag von Anselm Grün im Oktober sind einige der Highlights.

Bei den turnusmäßig nach drei Jahren anstehenden Vorstandswahlen trat Anna Degenhardt aus persönlichen Gründen nicht mehr als Erste Vorsitzende an. Der stellvertretende Vorsitzende Markus Pape sagte, dass man traurig und erschrocken gewesen sei, als Degenhardt ihre Entscheidung mitgeteilt habe. Sie habe ihr Amt gut ausgefüllt und würde ein gut bestelltes Feld hinterlassen, bescheinigte er ihr bei der Danksagung im Namen des Vorstands.

Zu ihrem Nachfolger wurde einstimmig der Bredelarer Johannes Schröder gewählt, der Vorsitzender des Vereins für Vogel- und Naturschutz HSK ist und noch für rund 1 ¼ Jahre Schulleiter der Hauptschule Marsberg sein wird. „Ich habe mich von Anfang an mit dem Kloster verbunden gefühlt“, erklärte er bei seiner Vorstellung. Der VNV habe, als einer der ersten Vereine, sein Domizil in das Kloster verlagert. „Naturschutz und Kulturschutz haben große Schnittmengen und gehören zusammen“, betonte er. Er versprach, seine eigenen Kontakte gewinnbringend in die Museumsarbeit einzubringen.

Wiedergewählt wurden Andreas Melliwa und Markus Pape als stellvertretende Vorsitzende. In das Amt der verstorbenen Luzia Stuhldreier wurde Julia Jütte gewählt. Die 24-Jährige ist gelernte Bürokauffrau und arbeitet seit fünf Jahren in der Buchhaltung der LWL in Marsberg. Auch sie stammt aus Bredelar. Als Schriftführer wurde Hubert Aßhauer wiedergewählt.

Die Anzahl der Beisitzer wurde, nach einer Satzungsänderung, auf sieben aufgestockt. „Wir haben etwas festgestellt, das heutzutage nicht so oft vorkommt, dass es ein großes Interesse gibt, im Vorstand des Fördervereins mitzuarbeiten“, erklärte Degenhardt. Neben den in ihrem Amt als Beisitzer bestätigten Franz Krist, Gerhard Luce, Andreas Hesse und Rainer Willeke, wurden Rolf Schlüter, Sarah Scigacz – und Anna Degenhardt neu als Beisitzer gewählt.

Dauerleihgaben dem Koster übergeben

Vor dem geselligen Ausklang der Versammlung wurden dem Kloster von der Familie Hunold aus Helmighausen zwei Bilder aus Dauerleihgabe überreicht. Die beiden Ölgemälde aus dem 18. Jahrhundert, „Maria am Kreuz" und "Maria mit dem Jesuskind“ sollen aus dem Kloster stammen. Zudem wurden zwei Bücher vorgestellt, Pressespiegel, welche die Meilensteine der Aktivitäten zur Wiederbelebung des Klosters bezeugen. Die Publikationen, vom Ehrenvorsitzenden Dr. Franz-Josef Bohle mit Luzia Stuhldreier zusammengestellt, sind bei Boxberger verlegt worden und unter anderem im Museumsshop erhältlich.

„Ich gehe heute mit dem beruhigenden Gefühl nach Hause, dass es in dem Haus weitergeht – und dass es gut weitergeht“, setzte Bohle einen würdigen Schlusspunkt unter die Versammlung.

Zwei Gemälde aus dem 18. Jahrhundert wurden von der Familie Hunold dem Kloster als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Zwei Gemälde aus dem 18. Jahrhundert wurden von der Familie Hunold dem Kloster als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. © Kristin Sens

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