„Gemeinsam unterwegs“:

Katholischer Hospizverein Marsberg feiert 25-jähriges Jubiläum: Bilderausstellung in Schaufenstern

Vorstand Hospizverein Marsberg 25-jähriges Jubiläum
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Der Vorstand des Katholischen Hospizvereins Marsberg freut sich über das 25-jährige Jubiläum.

Der Katholische Hospizverein Marsberg blickt auf rund 25 erfolgreiche Jahre zurück. Auch auf die weitere Zeit freuen sich die Beteiligten. 

Marsberg – Rückblick: Der damalige Vorsitzende des katholischen Krankenhausvereins Marsberg, Propst Heinz Walter (+), war in den 90er Jahren Initiator eines Projektes, das den Menschen in Marsberg ein würdiges Leben und Sterben in gewohnter häuslicher Umgebung ermöglichen sollte – konfessionsunabhängig, ergänzend zu den medizinischen und pflegerischen Hilfen und kostenfrei für die Betroffenen: die Gründung eines Hospizvereins.

Vorstand und Geschäftsführung des Krankenhausvereins, die positive wirtschaftliche Situation und ein finanzieller Beitrag des Erzbistums Paderborn bildeten das Fundament. Am 6. Mai 1996 wurde in einer Versammlung, unter großer Beteiligung der Marsberger Bürger, die Gründung des “Katholischen Hospizvereins“ beschlossen und Dr. Wolfgang Ising zum Vorsitzenden gewählt.

Eine menschliche Ergänzung des Gesundheitsbereiches

Nach 136 Jahren, in denen wertvolle medizinische Leistungen im St. Marien-Hospital erbracht worden seien, habe somit eine menschliche Ergänzung des Gesundheitsbereiches in Marsberg stattgefunden.

Zu Beginn waren die Anfragen für Sterbebegleitungen laut dem Hospizverein noch zurückhaltend. Doch in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung des St.-Marien-Hospitals seien wichtige Schritte zugunsten der Hospizidee umgesetzt worden. Ein Büro stellt seitdem eine wichtige Anlaufstelle und auch den Arbeitsplatz der hauptamtlichen Koordinatorinnen dar.

„Verabschiedungsraum“

Zudem wurde ein „Verabschiedungsraum“ umgestaltet, um den Angehörigen die Möglichkeit anzubieten, sich in aller Ruhe von dem Verstorbenen verabschieden zu können. Gerade durch die aktuelle Corona-Pandemie wird der Stellenwert solcher Initiativen noch einmal sehr deutlich, so der Verein weiter.

Seit 2009 fanden bisher drei Ausbildungskurse für ehrenamtliche Sterbebegleiter statt. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Gründung des „Trauercafés“ 2009, welches von Beginn an Gabriele Geest führt. Das heutige „Café Lichtblicke“ ist ein offenes Erzähl-Café für trauernde Angehörige.

Trauergruppen und Einzelbegleitungen

An jedem ersten Sonntag eines Monats kann sich bei Kaffee, Tee und Kuchen ausgetauscht werden. Durch die Qualifizierung einer der beiden Koordinatorinnen zur Trauerbegleiterin wurde das Angebot in der Trauerarbeit ausgebaut. Der Verein bietet seitdem kostenlose Trauergruppen und Einzelbegleitungen an.

Nach dem Ausscheiden von Wolfgang Ising 2011 übernahm Jochem Dahle den Vorsitz des Vereins. Der Vorstand entwickelte zunächst ein Konzept, wie der Verein der Marsberger Öffentlichkeit die Hospizidee vermitteln könnte. Durch ein großes Engagement und viel Einsatz des Vorsitzenden, unter anderem durch Besuche in kirchlichen, sozialen, politischen und gesellschaftlichen Gruppen, habe der Verein an Aufmerksamkeit gewonnen.

Digitalisierung des Vereins

Parallel dazu nahm der Vorstand die Digitalisierung des Vereins in Angriff. Ehrenamtliche Mitarbeiter haben ein neues Logo und eine Homepage entwickelt, Flyer wurden aktualisiert und in die Bevölkerung gebracht. Vor zwei Jahren entschied sich der Vorstand erneut sein Logo, seine Homepage und seinen Flyer den Entwicklungen des Vereins anzupassen und erscheint seit dem im neuen Design.

Seit 2012 finden monatlich Gruppenabende, für alle aktiven ehrenamtlichen Mitarbeiter, in den Konferenzräumen des St.-Marien-Hospitals statt. Hier reflektieren sie ihre Tätigkeit und werden weiterhin geschult, um ihre Kompetenzen zu steigern. Der Verein pflegt Kooperationsverträge mit dem DRK-Alten- und Pflegeheim Haus am Bomberg, mit dem Altenheim St. Franziskus und der K&S-Seniorenresidenz sowie dem Marien Hospital.

Seit dem bestehe eine besondere Beziehung zu Claudia Artz, die sich gemeinsam mit dem Hospizverein sehr für eine Vernetzung aller, die bei der Betreuung Kranker und Sterbender beteiligten Berufsfelder (unter anderem Ärzte, Pflegepersonal, kirchliche Seelsorger, Apotheken, Physiotherapeuten) bemüht habe.

Verein freut sich über wachsendes Vertrauen

Die Zahl der Sterbebegleitung sein inzwischen auf die stattliche Zahl von 35 Begleitungen gestiegen – ein stolzes Ergebnis für ein rein ehrenamtliches Engagement. Mittlerweile freut sich der Verein über ein wachsendes Vertrauen, was sich in den Zahlen der Sterbebegleitungen ausdrücke.

Im September des Jahres 2016 entschied sich der Vorstand – aufgrund der erfolgreichen Arbeit und der finanziellen Basis – die Stelle einer hauptamtlichen Koordinatorin auszuschreiben. Im Oktober fanden sechs Bewerbungsgespräche statt. Da nur eine Kandidatin für die Vollzeitstelle zur Verfügung stand, entschied sich die Bewerbungs-Kommission, die Stelle zu splitten und auf zwei Kandidatinnen aufzuteilen. Somit übernahmen Gabriele Klose und Laura Edel zum 1. Januar 2017 ihr Amt.

„Hospiz macht Schule“

Diese Entscheidung habe sich als richtig und grundlegend für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Katholischen Hospizvereins erwiesen. Das Arbeitsfeld des Hospizvereines habe sich seit dem erweitert. Neben der Sterbebegleitung wurde das Feld der Trauerarbeit ausgebaut, das Projekt „Hospiz macht Schule“ ist mittlerweile ein fester Bestandteil an den Marsberger Grundschulen, die Nachfrage an Fortbildungen in externen Einrichtungen wächst und der „Letzte Hilfe“ Kurs soll demnächst ein weiteres Angebot an alle Interessierten sein, so die Verantwortlichen.

Bilderausstellung

Im Hinblick auf das Jubiläum und die weitere Zeit gibt es eine Bilderausstellung mit dem Titel „Gemeinsam unterwegs“: Eine Ausstellung zu Leben und Endlichkeit, mit Bildern von dem Inselmaler Anselm und Zitaten von Rolf Zuckowski. Die Bilder sind in verschiedenen Schaufenstern in der Hauptstraße zu finden.

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