Carolus-Magnus-Gymnasium erhält Auszeichnung für Courage

Keine Chance für Rassismus

„Schule ohne Rassismus“ – Die Projektpatin Lissy Ishag, Schulleiter Winfried Papenheim, Schülervertreter Helena Dröge und Lukas Eckermann und die Vertreterin des Kreismuseums Wewelsburg als Kooperationspartner Katharina Dehlinger (v.l.) präsentierten Schild und Urkunde.

„Rassismus geht alle etwas an.“ – Mit diesen Worten eröffnete der stellvertretende Schülersprecher Lukas Eckermann den Festakt in der Aula des Carolus-Magnus-Gymnasiums in Marsberg am vergangenen Mittwoch. Das Gymnasium erhielt die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ des Vereins „Aktion Courage“ für seine erfolgreiche Projektarbeit.

„Das Thema ist immer aktuell und Teil des täglichen Lebens“, so Lukas Eckermann weiter. „Deshalb haben wir es zum Motto unserer Projektwoche vor den Sommerferien erklärt.“ Bei allen Arbeitsgruppen habe das Wir-Gefühl im Vordergrund gestanden. Wichtig sei, dass Integration nicht nur in dieser Woche stattgefunden hat, sondern immer noch stattfindet.

Durch das Projekt haben die Schüler die Möglichkeit, das Klima an ihrer Schule aktiv mitzugestalten, indem sie sich bewusst gegen Diskriminierung und Mobbing wenden. In Arbeitsgruppen setzten sie sich mit Rassismus und Integration auseinander. Dazu hatten sie einen „Tanz um die Welt“ und den Klassiker „We are the world“ eingeübt. Die Ergebnisse präsentierten sie nun ihren Mitschülern, Lehrern, Eltern und der Öffentlichkeit, darunter der stellvertretende Bürgermeister Johannes Wüllner und der Leiter des städtischen Schulamtes Hubert Aßhauer. „Das war eine tolle Leistung“, sagte der Schulleiter Winfried Papenheim, gab aber auch zu bedenken: „Die Auszeichnung ist nur ein Eckpunkt. Wir müssen uns ständig fragen: Leben wir ohne Rassismus? Schaffen wir das jedes Jahr? Nur so treten die Jugendlichen auch im späteren Leben, nach der Schulzeit, engagiert und couragiert auf.“

Zu den prominenten Paten der Aktion Courage gehört die ZDF-Moderatorin von „Hallo Deutschland“, Lissy Ishag, die selbst Schülerin des Gymnasiums Marsberg war. Die Urkundenverleihung war deshalb für sie etwas besonderes: „Seit 16 Jahren war ich nicht mehr hier.“ Dass Toleranz und Nächstenliebe in ihrer alten Schule gelebt werde, mache sie stolz. Ihr ägyptischer Vater sei früher Opfer von Rassismus gewesen, als er in den 1960er Jahren nach Deutschland kam. „Auch ich habe selbst mit Vorurteilen im Alltag leben müssen. Bei der Wohnungssuche zu meiner Studentenzeit habe ich oft den deutschen Nachnamen meiner Mitbewohnerin angegeben, damit ich schneller einen Besichtigungstermin bekam.“ Sein eigenes Vorurteilsmuster hinterfragen, sei wichtig, um Teil einer funktionierenden Gesellschaft zu sein. Dies unterstrich auch Katharina Dehlinger, Vertreterin des Kreismuseums Wewelsburg als Kooperationspartner bei der Übergabe des Zertifikats: „Es ist uns gar nicht bewusst, dass einige Ausdrücke in unserer Sprache rassistisch sind: Wir ärgern uns schwarz. Ein hässlicher Pullover wird als ,schwul' bezeichnet. Das Wort ,getürkt' ist ebenfalls negativ behaftet. Wenn wir dafür sensibel sind und bei Unrecht und Mobbing dazwischengehen, hat Rassismus keine Chance.“

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