Klein, aber fein

Seit fast 30 Jahren hat die Stadtbibliothek ihr Domizil in der Bahnhofstraße. 2016 will sich die Stadt jedoch von dem Gebäude trennen. Foto: Kristin Sens

Auch die Stadtbibliothek Marsberg muss mit der Zeit gehen. Mit einem Etat von jährlich 5.000 Euro ist aber das Anschaffungsbudget beschränkt. Fördermittel werden meistens nur noch projektbezogen gewährt. Dennoch gelingt es der Bücherei, ihre Nutzer- und Ausleihzahlen seit Jahren konstant zu halten, wie Bibliotheksleiterin Bärbel Gummersbach dem Schul- und Kulturausschuss berichtete.

1231 Inhaber eines Ausweises suchten im Vorjahr die Bibliothek auf – davon sind mehr als 500 Erwachsene, fast ebenso viele Kinder bis 12 Jahren sowie knapp 200 Jugendliche.

Mehr als 21.000 Medien hat die Bücherei im Angebot. Mit dem städtischen Etat wurden im Vorjahr rund 450 Medien angeschafft. Dazu kamen rund 850 Medien durch Tausch oder als Spende.

Der Sachbuchbereich ist inzwischen recht veraltet. Mit der finanziellen Beschränkung kann nicht mehr die ganze Bandbreite abgedeckt werden, sondern die Bibliothek muss Schwerpunkte setzen. Schüler nutzen allerdings sehr viel weniger als früher die Fachliteratur, weil sie ihre Informationen eher aus dem Internet holen.

Rund 56.000 Medien gehen jährlich über die Theke der Bibliothek. Besonders stark nachgefragt werden DVDs und Hörbücher – diese werden überdurchschnittlich oft ausgeliehen, was aber auch an der kürzeren Ausleihzeit liegt. Durchschnittlich werden die Medien 2,5 Mal im Jahr ausgeliehen.

Die Bibliothek ist seit Mitte der siebziger Jahre in städtischer Hand. Die 50-prozentige Finanzierung durch das Land wurde vor einigen Jahren auf eine reine Projektförderung umgestellt. Viele Vorhaben der Bibliothek fallen jedoch unter die Bagatellgrenze. Um überhaupt Zugang zu Mitteln zu haben, haben sich die kleineren Bibliotheken des Kreises zusammengeschlossen. Unter den sechs Bibliotheken im Hochsauerlandkreis ist Marsberg eine der kleinsten. Personalaufwändige Projekte sind in Marsberg daher schwer zu realisieren. Dennoch berichtet Bibliotheksleiterin Bärbel Gummersbach von regelmäßigen Veranstaltungen, Lesenächten und -wettbewerben mit den Grundschulen, den Kindergärten und der Kolpingjugend.

Seit Mitte der achtziger Jahre hat die Bibliothek ihr Domizil im alten Sparkassengebäude in der Bahnhofstraße. Nun sucht die Stadt nach neuen Räumlichkeiten, da sie das Gebäude nach dem Umzug des Heimatmuseums nach Obermarsberg bis 2016 aufgeben möchte. So sieht es zumindest der Sanierungsplan vor. Im Zuge der Konsolidierungsmaßnahmen werden auch die Nutzungsgebühren von jährlich zehn auf 20 Euro erhöht.

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