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Landwirtschaft von morgen: Schweizer Positionspapier liefert Denkanstoß

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Von: Kristin Sens

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MdB Dirk Wiese besuchte Hartmut Schröder auf seinem Hof um über die aktuellen Probleme der Landwirte mit der Agrarreform zu sprechen © Kristin Sens

Erlinghausen/HSK – Kurz vor dem Besuch von Dirk Wiese bei Landwirten in Erlinghausen hat in der Schweiz Angelika Hardegger am 3. Januar ein Positionspapier mit dem Titel „Landwirtschaft von Morgen veröffentlicht. Der SauerlandKurier zitiert daraus Auszüge.

„Ungefähr seit es Kunstdünger gibt, gibt es in der Schweiz keine Hungersnöte mehr.“ 

„Es waren Herbizide, Insektizide und Fungizide, die mithalfen, die BabyBoomer-Generation zu ernähren. Jetzt gehen die Baby-Boomer in Pension, und die breite Öffentlichkeit realisiert, dass die industrielle Landwirtschaft nicht nur viel Milch und Gemüse produziert hat, sondern auch grosse ökologische Probleme.“ 

„An einer Schwäche leiden alle landwirtschaftlichen Debatten der Gegenwart: Sie orientieren sich einzig an dem, was früher war. (…) Doch mit Nostalgie werden wir die ökologischen Probleme der Landwirtschaft nicht lösen. Was wir brauchen, ist eine Landwirtschaft, die besser ist als die von gestern – eine Agrarwende nach vorn.“ 

„Die Digitalisierung bestimmt die Paradigmen unserer Zeit. In den Ställen und auf dem Acker bahnt sie sich erst an, und die größte Profiteurin kann die Umwelt sein.“

„Die Landtechnik entwickelt intelligente Düngesysteme, die den Boden nur dort düngen, wo tatsächlich Nährstoffe fehlen. Smarte Roboter spritzen Pestizide ganz gezielt, nicht flächendeckend wie heute. Es gibt auch schon Roboter, die Unkräuter erkennen und auszupfen. Diese Jätroboter werden nie müde. Sie könnten Herbizide überflüssig machen. Die Landwirtschaft von morgen sät auch neue Pflanzen.“ 

„Moderne Gentechnik erlaubt die Züchtung solcher Pflanzen. Sie basiert auf der Entdeckung der Genschere und ermöglicht kleine, sehr präzise Veränderungen 25 am Erbgut. Ein Editieren nur, kein Umschreiben der DNA. Die grüne Gentechnik kann die konventionelle Landwirtschaft ziemlich bald ziemlich viel ökologischer machen.“

 „Die Landwirtschaft der Zukunft wirft viele Fragen auf: Wie sicher ist grüne Gentechnik? Wo hört das Editieren auf, wo fängt das Umschreiben der «Natur» an? Wem gehören die Daten auf dem gläsernen Hof? Wer programmiert den Algorithmus, der bestimmt, wie viele Pestizide ein Roboter spritzt? Dieselben paar Firmen, die Pestizide herstellen und verkaufen? Die Politik muss kluge Antworten finden auf solche Fragen. Doch sie hat noch nicht einmal ernsthaft angefangen zu suchen.“

 „Bauernpolitiker von rechts werden in der Debatte eine effizientere Produktion von Lebensmitteln fordern, Linke und Grünliberale mehr Ökologie. Die Schweiz könnte beides haben. Wir müssten uns nur von Ernst Laur verabschieden und anfangen, die Landwirtschaft von morgen zu denken.“

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