Unfall mit fünf Schwerverletzten

Löschgruppen im Marsberger Norden rüsten sich für den Ernstfall

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Die vier Löschgruppen des Brandschutzbezirks Nord wurden zu einer Übung nahe Essentho alarmiert.

Essentho – Zu einem Verkehrsunfall mit mehreren verletzten Personen wurden die vier Löschgruppen des Brandschutzbezirks Nord alarmiert: Nahe Essentho war es zu einem Verkehrsunfall gekommen, Näheres war noch unklar.

Über das automatische Notrufsystem eCall war die Unfallmeldung bei der Leitstelle eingegangen. Aber schon auf der Anfahrt zeigte sich den Einsatzkräften der zuerst alarmierten Löschgruppe Essentho: Zwei Pkw waren beteiligt, mit mehreren Verletzten war zu rechnen – weitere Rettungskräfte wurden nachgefordert. 

Mit diesem Szenario wurden die vier Löschgruppen aus Essentho, Meerhof, Oesdorf und Westheim auf ihrer gemeinsamen Zugübung konfrontiert. Die Essenthoer Kameraden Tim Heiße und Philipp Gutzeit hatten gemeinsam mit dem stellvertretenden Wehrleiter Michael Hüwel eine herausfordernde Einsatzlage geplant: An einer Kreuzung waren zwei Pkw kollidiert, worauf ein Pkw in den Straßengraben geriet, das andere Fahrzeug lag in etwa zwanzig Meter Entfernung auf der Seite. Insgesamt vier Personen waren in den Fahrzeugen eingeschlossen oder eingeklemmt und zeigten unterschiedliche Verletzungsmuster. Eine fünfte Person, ein Kind, wurde aus einem Pkw heraus geschleudert und lag einige Meter von diesem entfernt auf der Straße. 

Keinerlei Kenntnis über Verletzte

Diese Übungslage erwies sich für die Einsatzkräfte aus mehreren Gründen sehr fordernd: So hatten sie zu Übungsbeginn keinerlei Kenntnis über die Anzahl der Verletzten. Aufgrund der zwei beteiligten Pkw waren mehrere Einsatzschwerpunkte zu setzen, die parallel abzuarbeiten waren. Die besondere Lage der beiden Pkw erschwerte die Vornahme hydraulischer Rettungsgeräte und das Retten der Insassen aus ihren Fahrzeugen. Unter der Leitung von Essenthos Löschgruppenführer Cyrill Stute konnten die etwa 50 teilnehmenden Einsatzkräfte diese Übungslage zügig und erfolgreich abarbeiten. 

Die Übungslage sah mehrere verletzte Personen in und um die beiden Pkw vor: Im auf der Seite liegenden Pkw befanden sich noch zwei Insassen, eine bewusstlose und eine ansprechbare eingeklemmte Person, die über Kopf-, Nacken-, Rücken- und Beckenschmerzen klagte. Ein aus dem Fahrzeug geschleudertes Kind lag einige Meter entfernt auf der Straße und musste reanimiert werden. Im anderen Pkw befanden sich ebenfalls zwei Personen mit ähnlichen Verletzungsmustern. 

Verletzte Personen mussten bei der Übung aus zwei Pkw befreit werden.

Aus den Pkw musste jeweils eine Person sofort, die andere schnell gerettet werden. Dazu wurden jeweils innere Retter durch das Heck ins Fahrzeug geschickt. Diese erkundeten nicht nur das Innere des Fahrzeugs, sondern übernahmen auch die Betreuung der ansprechbaren Verletzten. 

Unter Vornahme hydraulischer Rettungsgeräte konnten die Einsatzkräfte die ihnen gestellten Aufgaben erfolgreich bewältigen. Gerade junge Einsatzkräfte, die noch nicht oft die Gelegenheit hatten, mit Schere und Spreizer zu arbeiten, nutzten diese Gelegenheit und konnten ihr Können unter Beweis stellen. Nach knappen anderthalb Stunden konnte die Übungsleitung die Übung beenden und ein positives Fazit ziehen. 

In einer kurzen Nachbesprechung ließen alle Führungskräfte den Übungsablauf noch einmal Revue passieren und tauschten Anregungen für künftige Einsätze aus. Insgesamt 50 Einsatzkräfte der genannten Einheiten nahmen an der Übung teil, in der Cyrill Stute als Einsatzleiter fungierte. Der Löschzug Marsberg unterstützte die Übung mit der Besatzung des ELW und der Simulation der Leitstelle: Nicht nur die Einsatzmaßnahmen vor Ort mussten realitätsnah geübt werden, auch die im Einsatz notwendige Kommunikation mit ELW und Leitstelle wurde in die Übung eingebunden. 

Mit einem kleinen Imbiss am Gerätehaus in Essentho ließen die beteiligten Kameraden aus dem Brandschutzbezirk Nord diesen Übungsabend ausklingen. „Besonderer Dank gilt den zwei Verletztendarstellern der Jugendfeuerwehrgruppe Essentho, die ihre Aufgabe sehr gut und der Lage entsprechend erfüllen konnten“, so die Feuerwehr abschließend.

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