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LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie wird saniert

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LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg wird saniert
Vor dem für das LWL-Therapiezentrum umgebauten Gebäude mit dem Sicherheitszaun an der Bredelarer Straße: Jan Hendrik Unger, kaufmännischer Direktor der Einrichtungen Marsberg des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). © LWL/ Hollwedel

Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg investiert bis 2024 mehr als sieben Millionen Euro in Sicherheit und modernere Unterbringung der Patienten. Die Mittel dafür stellt das Land Nordrhein-Westfalen bereit. 

Marsberg/Münster – Jan Hendrik Unger, kaufmännischer Direktor der Einrichtungen Marsberg des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL): „Wir können damit aus Tradition und Verantwortung heraus unsere forensische Psychiatrie neben der guten therapeutischen Arbeit auch baulich fit für die Zukunft machen.“

Nach gut 38 Jahren intensiver Nutzung muss einer der ältesten Gebäudeteile, der Bereich „Bilstein“, des LWL-Therapiezentrums umfangreich saniert werden. Fünf Wohngruppen sind bislang dort untergebracht mit rund 40 Plätzen. Die umfangreiche Sanierung soll in den kommenden Jahren in drei Bauabschnitten erfolgen.

Ungenutztes Patientengebäude wird umgebaut

Um die Baumaßnahme ohne den Abbau von Therapie- und Arbeitsplätzen realisieren zu können, wird aktuell mit Mitteln des Landes ein zuletzt ungenutztes Patientengebäude des LWL-Wohnverbundes an der Bredelarer Straße umgebaut und mit zusätzlicher Sicherheitstechnik ausgestattet. Zudem hat es eine neue, 3,5 Meter hohe Zaunanlage erhalten.

22 Patienten, die in ihrer Therapie bereits weit fortgeschritten sind, können voraussichtlich ab Mitte Oktober an der Bredelarer Straße untergebracht werden.

Industrielle Fertigung, Gastronomie und Kreativbereich

Die Ausweichstation wird über eine eigene Arbeitstherapie (industrielle Fertigung, Gastronomie und Kreativbereich), einen Schulungsraum sowie verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten für die Patienten verfügen.

Bereits im Umbau befindet sich seit Anfang des Jahres auch die sogenannte Sicherheitspforte, der zentrale Ein- und Ausgang des LWL-Therapiezentrums. Sie funktioniert wie eine Schleuse und ist Tag und Nacht besetzt. Das vorgelagerte Gebäude wird derzeit um die bisherige Fläche erweitert.

Angemessener Wartebereich mit einer behindertengerechten Toilette

Ziel der Baumaßnahme ist es, Besucher künftig einen angemessenen Wartebereich mit einer behindertengerechten Toilette zur Verfügung zu stellen. Zudem wird durch die Vergrößerung der Sicherheitspforte mehr Platz geschaffen für Personen- und Gepäckkontrollen.

Die Sanierung geschieht unabhängig von der Standortentwicklungsplanung für Marsberg, bei der der LWL-Psychiatrieverbund rund 64 Millionen Euro für Neubauten für die Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie in den kommenden Jahren investiert. Ziel ist es, durch einen Standort der beiden Kliniken, des Wohnverbundes und des Pflegezentrums noch mehr Synergien zu erreichen.

„Mit der Sanierung setzen wir die Segel Richtung Zukunft“

„Insgesamt freuen wir uns über den großen Rückhalt und das entgegengebrachte Vertrauen der Marsberger“, betont Unger. „Gemeinsam blicken wir auf eine lange Geschichte zurück. Viele Familien sind durch ihr Berufsleben eng mit dem LWL verwoben. Und zwar über Generationen hinweg. Mit der Sanierung setzen wir die Segel Richtung Zukunft.“

LWL-Therapiezentrum 

Das LWL-Therapiezentrum für Forensische Psychiatrie Marsberg ist ein Fachkrankenhaus für suchtkranke Straftäter mit derzeit 111 stationären Therapieplätzen. Die Einrichtung steht als eine von derzeit sechs Maßregelvollzugskliniken in der Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). Rechtsgrundlage für die Aufnahme ist eine gerichtliche Verurteilung nach Paragraf 64 Strafgesetzbuch zu einer sogenannten Maßregel der Besserung und Sicherung.

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